Lippen aufspritzen – mehr Volumen mit Filler

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Zusammenfassung
Volle, geschwungene Lippen mit klar abgegrenzter Kontur, bei denen die Dicke von Ober- und Unterlippe in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen: Das geltende Schönheitsideal hat viele Vorgaben für das Aussehen der Lippen. Daher ist das Aufspritzen der Lippen mit Fillern wie Hyaluronsäure sehr beliebt. Im Rahmen des Eingriffs wird mithilfe einer Nadel Füllmaterial in die Lippen gespritzt, um diese wunschgemäß zu formen. Der Vorgang ist relativ nebenwirkungsarm – vorausgesetzt, er wird von fachärztlich ausgebildetem und erfahrenem Personal durchgeführt und zuvor findet ein ausführliches Beratungsgespräch statt.
Was bedeutet es, die Lippen aufzuspritzen?
Der Vorgang, die Form und das Volumen der Lippen durch das Einspritzen von Flüssigkeit zu verändern, nennt sich Lippenunterspritzung. Der Eingriff wird aus ästhetischen Gründen durchgeführt. Es gibt verschiedene Materialien, die als Filler (Füllstoffe) zum Einsatz kommen und auch als Lipfiller oder Lippenfüller bezeichnet werden. Dazu gehören, Hyaluron, Kollagen oder Eigenfett. Der Vorgang erfordert sowohl anatomische Fachkenntnisse als auch Fingerspitzengefühl.
Nicht nur die Kontur und das Volumen der Lippen lassen sich so verändern. Ist ein jugendlicheres Aussehen gewünscht, kommt zum Aufspritzen der Lippen die Behandlung kleiner Falten rund um die Lippen dazu. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die Mundwinkel zu unterspritzen, um diese optisch anzuheben.
Wann kann es helfen, die Lippen aufzuspritzen?

Der Trend im Beauty-Bereich geht seit einer Weile in Richtung vollere Lippen, die häufig als jugendlicher oder attraktiver empfunden werden. Manche Menschen haben von Natur aus dünnere Lippen, bei allen werden die Lippen jedoch im Alter schmaler. Unter anderem, da der Körper weniger der Bindegewebsbestandteile Elastin und Kollagen produziert. Der Abbau beginnt hier bereits zwischen 20 und 25 Jahren. Oft möchten Menschen einem Schönheitsideal entsprechen und ihre natürlichen Lippen dementsprechend anpassen oder dem altersbedingten Verlust des Lippenvolumens entgegenwirken. Vorübergehend ist dies durch das Aufspritzen der Lippen möglich.
Neben dem Volumen der Lippen lassen sich mittels einer Lippenunterspritzung weitere ästhetische Aspekte verändern, darunter:
- Modellierung der Lippenform
- Anpassung der Proportionen von Ober- und Unterlippe
- Ausgleich von Asymmetrien der Lippe
- Betonung von Lippenrand und -kontur
- Glättung der Lippen

Wie spritzt man die Lippen auf?
Bei einer Lippenunterspritzung injiziert das ärztliche Fachpersonal mit einer dünnen Nadel bestimmte Füllmaterialien direkt in die Lippe, um diese aufzupolstern. Dabei werden mehrere Injektionen an verschiedenen Stellen durchgeführt, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erreichen. An welchen Stellen die Nadel eingeführt wird, ist individuell unterschiedlich. Zur Betäubung kann zuvor eine Creme auf die Lippen aufgetragen werden, aber viele Filler enthalten bereits Wirkstoffe zur Schmerzverringerung. Der gesamte Vorgang dauert etwa 15 bis 20 Minuten, und der gewohnte Tagesablauf kann bereits wenige Stunden danach fortgesetzt werden.
Früher kamen zum Lippen aufspritzen oft Stoffe zum Einsatz, die der Körper nicht abbauen kann. Da diese permanent im Körper verbleiben, brachten sie einige gesundheitliche Probleme und potenzielle Komplikationen mit sich, sofern sie nicht operativ oder per Absaugung entfernt wurden. Silikonöl kann beispielsweise durch den Körper wandern, Allergien auslösen, sich verhärten oder für Deformierungen sorgen. Deshalb sind heute viele der Materialien, die zu Beginn für permanente Filler verwendet wurden, in der EU und den USA für diese Anwendung verboten. Nun kommen fast ausschließlich vom Körper abbaubare Materialien als Filler zum Einsatz. In Deutschland sind dies hauptsächlich Hyaluronsäure sowie seltener Eigenfett und Kollagen.
Hyaluronsäure ist der am häufigsten eingesetzte Stoff zum Aufspritzen der Lippen. Sie wird innerhalb von neun bis zwölf Monaten vom Körper abgebaut. Für die Eigenfettunterspritzung (Lipofilling) wird zunächst an einer anderen Stelle Fett aus der Unterhaut entnommen, gereinigt und dann in die Lippen gespritzt. Ersteres lässt sich mit einer Fettabsaugung kombinieren. Das körpereigene Fett löst keine Reaktion des Immunsystems aus, wird aber unterschiedlich schnell abgebaut, weshalb die langfristigen Ergebnisse variieren. Teils wird im Abstand von einigen Wochen mehrfach Fett gespritzt, um das Ergebnis zu verbessern. Bei Kollagen muss vor der Injektion ein Allergietest stattfinden.
Als dauerhafte Möglichkeit der Lippenformung können im Rahmen einer Operation weiterhin feste Gewebe- oder Kunststoffstreifen implantiert werden, diese sind jedoch ertastbar und können verrutschen, weshalb sie nur in Ausnahmefällen zum Einsatz kommen.
Welche Risiken bestehen beim Lippen aufspritzen?
Oft kommt es direkt nach der Injektion des Fillers zu Schwellungen, leichten Blutungen oder Rötungen als Reaktion auf die Einstiche und den Fremdkörper. Diese gehen jedoch meist von selbst zurück. In seltenen Fällen kann es zu Infektionen kommen.
Schwere Nebenwirkungen durch Lip-Filler sind sehr selten und hängen vor allem vom eingesetzten Material ab. Zu diesen Nebenwirkungen zählen unter anderem:
- Allergische Reaktionen auf das Material oder das örtliche Betäubungsmittel
- Bildung tastbarer Knötchen
- Knötchenbildung mit Entzündungszeichen (Granulome) wie Rötungen, Schwellungen, Erwärmung oder Schmerzen
- Lippenverhärtung
- Wanderung des Materials
Andere Nebenwirkungen treten insbesondere dann auf, wenn der Filler nicht fachgerecht gespritzt beziehungsweise nicht an der richtigen Stelle platziert wird. So kann es bei einer Injektion zu dicht unter der Hautoberfläche zu Farbveränderungen und aufgrund falscher Spritztechnik zu Dellen, ungleichmäßig eingebrachtem Filler oder Blutergüssen kommen. Im schlimmsten Fall kann der Filler eine blutversorgende Arterie blockieren und so das Gewebe bis hin zum Absterben schädigen (Nekrose).
Lässt sich eine Person zu häufig oder mit zu großem Volumen die Lippen aufspritzen, kann das Ergebnis schnell unnatürlich wirken. Ebenfalls braucht die behandelnde Person Erfahrung damit, wo und wieviel Filler notwendig ist, damit die Lippen weiterhin harmonisch zum Rest des Gesichts passen. Hyaluronsäure bietet den Vorteil, dass sich diese bei Bedarf mithilfe des Enzyms Hyaluronidase wieder auflösen lässt. Hier ist jedoch ebenfalls die fachkundige Anwendung essenziell, da sonst auch körpereigene Hyaluronsäure in Mitleidenschaft gezogen werden könnte.
Was ist beim Aufspritzen der Lippen zu beachten?
Ein ärztliches Gespräch ist vor jedem Eingriff wichtig. Nur so können Sie mögliche gesundheitliche Risiken abklären und herausfinden, ob sich der Eingriff für Sie eignet. Gerade bei Eingriffen aus der ästhetischen Chirurgie ist es hilfreich, abzuwägen, ob damit vielleicht vermeidbare Risiken eingegangen werden. Zusätzlich erfahren Sie in Vorgesprächen, welche Maßnahmen Sie vor dem Eingriff umsetzen sollten, damit dieser so reibungslos wie möglich verläuft. Beispiele hierfür sind der Verzicht auf Nikotin und die Vermeidung von Medikamenten, die die Blutgerinnung verzögern.
Das Risiko schwerer Nebenwirkungen ist bei fachkundiger Lippenaufspritzung zwar gering, das bedeutet jedoch, dass Sie umso kritischer bei der Wahl der behandelnden Personen sein sollten. Prinzipiell dürfen in Deutschland jede Ärztin und jeder Arzt sowie ausgebildete Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker Hyaluronsäure zur Faltenbehandlung spritzen. Botox darf nur mit medizinischer Approbation, dafür aber ohne jegliche Zusatzausbildung gespritzt werden. Kosmetikerinnen und Kosmetiker dürfen weder Botox noch Hyaluronsäure injizieren. Um Komplikationen oder ein ästhetisch nicht zufriedenstellendes Ergebnis zu vermeiden, sollten Sie darauf achten, dass Sie eine Klinik mit Erfahrung im Bereich der ästhetischen und plastischen Chirurgie aufsuchen, die Ihnen eine ausführliche Beratung bietet.
Im Fall von aktiven Herpesbläschen, einer Erkältung oder einer akuten Mundinfektion sollten Sie den Eingriff vermeiden. Ebenso sollten Schwangere und Stillende auf eine Lippenunterspritzung verzichten.
Wer die eigenen Lippen verjüngen möchte, sollte beachten, dass besonders zwei Umweltfaktoren zur Alterung der Haut und somit auch der Lippen beitragen:
- UV- und Infrarot-Strahlung
- Rauchen und andere Schadstoffe wie Abgase oder Feinstaub
Sollten Sie also ohne Sonnenschutz den Strandbesuch genießen oder rauchen, beeinträchtigt das die Effektivität von Anti-Aging-Maßnahmen und somit, wie lange der Effekt einer Lippenunterspritzung anhält.
Veröffentlicht am: 13.08.2026
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