Ein Stechen entlang der Wirbelsäule, ein Ziehen im Lendenbereich oder Muskelverspannungen im ganzen Kreuz? Fast jeder hat in seinem Leben mal akute Rückenschmerzen gehabt. Andere verfolgt das Rückenleiden bereits chronisch. Diese Arten von Rückenschmerzen können daran schuld sein.

Wunderwerk Rücken – zwischen Nacken und Steißbein

Stabilität und Flexibilität machen die Anatomie des Rückens so besonders. Diese zwei Eigenschaften haben wir den einzelnen Bausteinen des Rückens zu verdanken: den flexiblen Wirbelgelenken und Bandscheiben sowie den stabilen Wirbelkörpern. Während die Bandscheiben wie schwammartige Puffer zwischen den sieben Hals-, zwölf Brust- und fünf Lendenwirbeln agieren, funktioniert die gesamte Rückenanatomie erst durch die zahlreichen Sehnen, Bänder, Muskeln, Kapseln und Nerven. Das Wunderwerk Rücken kann also an verschiedensten Stellen aus dem natürlichen Gleichgewicht gebracht werden – insbesondere durch extreme Belastungen wie Übergewicht, Bewegungsmangel, extremes oder falsches Training sowie langes Sitzen.

Akute oder chronische Schmerzen?

Nicht jede Art von Rückenschmerz muss gleich zu großer Besorgnis führen. Dass sich die zahlreichen Muskeln, Bänder, Wirbelkörper und Bandscheiben nicht jeden Tag im Jahr perfekt fühlen, ist normal. Dennoch sollten Sie sich zunächst fragen, ob es sich bei Ihnen um akute – erstmalige bzw. höchstens 6 Wochen anhaltende Schmerzen – oder um chronische Rückenleiden handelt. Letztere klingen innerhalb von 12 Wochen noch immer nicht ab und bergen ab dann das Risiko in Form monatelanger Beschwerden chronisch zu werden. Bei einem Zwischenstadium (länger als 6, kürzer als 12 Wochen) wird auch häufig der Begriff „subakut“ verwendet. Die Häufigkeit und Ausprägung der jeweiligen Schmerzen können dabei variieren.

Verschiedene Arten von Rückenschmerzen

Die Liste aller möglichen Rückenleiden ist lang. Damit Sie nicht gleich den Überblick verlieren, hilft zunächst die Einteilung in unspezifische und spezifische Rückenschmerzen mit ein paar Beispielen.

  1. Unspezifische Rückenleiden: Diese Rückenschmerzen werden auch als funktionelle Beschwerden bezeichnet. Darunter fallen zum Beispiel akute Nervenschmerzen, die unter dem Überbegriff Hexenschuss bekannt sind und die verschiedensten Ursachen bzw. Auslöser haben können. Auch der Ischiasnerv kann nicht nur in Beinen und Po, sondern auch im Rücken zu starken Schmerzen führen, die häufig ihren Ursprung in den Bandscheiben finden. Noch immer wird der Körper meist getrennt von der Psyche betrachtet. Dabei können auch mentale Belastungen wie Stress, Depression, Trauer oder seelische Anspannungen Indikatoren für unspezifische Rückenleiden und Verspanntheit sein. Hinzu kommen „allgemeine“ Rückenschmerzen durch rein muskuläre Verspannungen, die zu den verschiedensten Funktionsstörungen im gesamten Rücken führen können.
  2. Spezifische Rückenschmerzen: Nicht funktionell, sondern organisch sind dabei die Ursachen der spezifischen Rückenleiden. Mit zunehmendem Alter verändert sich der gesamte Körper, so dass auch ein gewisser Verschleiß der Wirbelsäule nicht ausbleibt. Zu diesen abnutzungsbedingten Schmerzen zählen etwa die Skeletterkrankung Osteoperose („Knochenschwund“) und die verschleißbasierte Wirbelgelenkarthrose („Facettensyndrom“). Aber auch ein Bandscheibenvorfall, Wirbelgleiten oder Schleudertrauma können durch den Verschleiß wahrscheinlicher werden.

Rückenleiden vorbeugen: Flexibilität und Stabilität erhalten!

Das Hauptproblem vieler Rückenpatienten liegt in den chronischen unspezifischen Schmerzen. Damit es für Sie erst gar nicht so weit kommt bzw. keine weiteren Rückenlaster dazukommen, achten Sie auf diese vier Grundpfeiler:

  1. Ergonomie am Arbeitsplatz: Achten Sie auf die richtige Einstellung Ihres Sessels, des Tischs und die Höhe des Monitors. Aber auch jenseits der Büroarbeiter sollten Sie auf die richtige Ausführung der Bewegungsabläufe und Ausgleichsbewegungen achten, insofern Sie körperlich schwer arbeiten!
  2. Normales Körpergewicht: Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig für Knochen und Muskeln. Weder zu wenig, noch zu viel sollten Sie auf den Knochen haben, damit Ihr Rücken möglichst entlastet wird!
  3. Psychosoziale Gesundheit: Tun Sie alles dafür, um nicht nur körperlich, sondern auch seelisch im Einklang mit sich selbst zu sein. Yoga, progressives Muskeltraining oder Spaziergänge mit Freunden entlasten Rücken und Geist!
  4. Rückenfreundliche Bewegung: Ein wenig Sport und Stretching tun dem Körper gut. Ihr Rücken wird Ihnen aber danken, wenn Sie nicht zu schwere Gewichte, nur einseitige Bewegungen oder falsche Trainingsabläufe praktizieren. Rücken- und Bauchmuskeln bilden Agonist und Antagonist – d.h. sie sollten auch als muskulärer Gegenspieler zusammen trainiert werden. Auch Rückenkurse können zur Prävention besucht werden!