Abgeschlagenheit - Symptome, Ursachen und Behandlung

Schnelleinstieg in unsere Themen
Abgeschlagenheit bezeichnet nicht ein einzelnes Symptom, sondern umfasst alle Beschwerden, die mit einem Energieverlust und körperlicher oder geistiger Schwäche verbunden sind. Charakteristisch sind Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Erschöpfung. Typisch ist, dass Abgeschlagenheit sowohl tagsüber als auch nachts auftritt. Die Ursachen sind sehr vielfältig. Viele Erkrankungen lösen Abgeschlagenheit aus, aber auch Umwelteinflüsse oder bestimmte Lebensumstände. Abgeschlagenheit ist außerdem häufig eine Nebenwirkung verschiedener Medikamente und Impfungen. Behandelt wird sie zumeist dadurch, dass die Grunderkrankung therapiert wird. Unbehandelt kann sich Abgeschlagenheit, die nicht krankheitsbedingt ist, krankhaft entwickeln und Gesundheitsprobleme verursachen.
Wie äußert sich Abgeschlagenheit?
Der Begriff Abgeschlagenheit umschreibt mehr als nur ein einzelnes Symptom. Es sind verschiedene Beschwerden, die auf jeglicher Form der Energielosigkeit und Schwäche beruhen. Dazu gehören verschiedene Schweregrade von
- Müdigkeit sowie Ermüdbarkeit,
- Schläfrigkeit und Einschlafneigung,
- Kraftlosigkeit,
- körperlicher sowie psychischer Erschöpfung,
- Lustlosigkeit,
- Antriebslosigkeit und
- körperlicher sowie geistiger Leistungsschwäche.
Kennzeichnend für Abgeschlagenheit ist, dass sie sowohl tagsüber als auch nachts auftritt.
Was verursacht Abgeschlagenheit?
Es gibt verschiedene Ursachen für Abgeschlagenheit. Es können körperliche oder seelische Faktoren sein. Zahlreiche Erkrankungen lösen Abgeschlagenheit aus, so zum Beispiel:
- Tumorerkrankungen (z. B. Lymphome, akute lymphatische Leukämie, Multiples Myelom)
- Stoffwechselerkrankungen (z. B. Diabetes mellitus)
- Virale und bakterielle Infektionskrankheiten (z. B. Erkältung, Grippe, COVID-19, Hepatitis, Tuberkulose, Nierenbeckenentzündung [Pyelonephritis], Frühsommer-Meningoenzephalitis [FSME], Aids)
- Erkrankungen der Organe (z. B. Herzfehler, Herz- und Niereninsuffizienz, Leberzirrhose, Schilddrüsenentzündung und -unterfunktion [Hypothyreose], Hashimoto)
- Erkrankungen des Blutes (z. B. Blutarmut [Anämie]), Eisenmangel
- Rheumatische Erkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis)
- Gefäßentzündungen
- Chronische Schmerzerkrankung (Fibromyalgie)
- Schlafstörungen (Insomnie)
- Psychische Störungen (z. B. Depressionen, Ängste, Burnout)
- Suchterkrankungen
Abgeschlagenheit kann auch als Nebenwirkung einer medikamentösen Therapie oder Impfung auftreten. Das ist zum Beispiel bei der Behandlung von Krebs-, Lungen- oder Herzerkrankungen sowie psychischen Störungen der Fall. Folgende Medikamente können Abgeschlagenheit verursachen:
- Zytostatika (zur Krebsbehandlung)
- Antihypertensiva (blutdrucksenkende Wirkstoffe wie ACE-Hemmer und Betablocker)
- Antihistaminika (zur Behandlung von Allergien wie Diphenhydramin oder Dimenhydrinat)
- Diuretika (entwässernde Wirkstoffe, z. B. zur Senkung des Blutdrucks)
- Neuroleptika (zur Behandlung psychotischer Symptome wie Wahnvorstellungen oder Halluzinationen)
- Antidepressiva (zur Behandlung von Depressionen)
- Benzodiazepine (zur Behandlung von Insomnie oder Angststörungen)
- Kortikosteroide (z. B. zur Behandlung von Entzündungen)
- Migränemittel wie Triptane
- Schmerzmittel wie Opiate
Nicht immer ist die Ursache für Abgeschlagenheit krankheitsbedingt. Oft ist eine Kombination aus äußeren Faktoren und einem ungesunden Lebensstil der Grund für die Abgeschlagenheit. Zu diesen Faktoren zählen beispielsweise:
- (plötzliche) Wetteränderungen
- andauernder Lärm
- Schlafmangel (z. B. berufsbedingt oder selbst verursacht)
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- Stress
- starke körperliche oder seelische Belastungen
- übermäßiger Tabak- und Alkoholkonsum
- Vergiftungen (z. B. durch Kohlenmonoxid beim Gebrauch von Kohleöfen, durch Lösungsmittel, Blei oder Quecksilber)
Wann ärztlichen Rat einholen bei Abgeschlagenheit?
Abgeschlagenheit deutet auf einen Mangelzustand hin und kann ein Zeichen für eine Erkrankung sein. Vor allem bei dauerhaften oder wiederkehrenden Erschöpfungszuständen sollten Betroffene ärztlichen Rat hinzuziehen. Das gilt besonders, wenn weitere Symptome hinzukommen wie:
- starke Tagesschläfrigkeit
- unklare Gewichtsabnahme
- Anzeichen eines Infekts wie Fieber, geschwollene Lymphknoten, Nachtschweiß
- Herz-Kreislauf-Probleme
- andauernder Husten oder Atemnot
- Nervenausfälle wie Lähmungen oder Sensibilitätsstörungen
- Depressionen mit Suizidgedanken
Wie sehen Diagnostik und Therapie von Abgeschlagenheit aus?
Die meisten Betroffenen wenden sich bei Abgeschlagenheit an ihre hausärztliche Praxis. Die Ärztin oder der Arzt erfasst zunächst die Krankengeschichte und alle Beschwerden (Anamnese). Auch Grunderkrankungen werden abgeklärt, um einen möglichen Zusammenhang festzustellen. Besteht der Verdacht, dass die Abgeschlagenheit krankheitsbedingt ist, erfolgen zumeist weitere, spezifische Untersuchungen, gegebenenfalls in Praxen anderer medizinischer Fachausrichtungen wie der Kardiologie, inneren Medizin oder Psychiatrie.
Zur Diagnostik gehören in der Regel umfassende körperliche Untersuchungen, bei denen der Allgemeinzustand und mögliche Mangelerscheinungen überprüft werden. Besonderes Augenmerk wird auf den Gesundheitszustand von Herz und Lunge gelegt, die zunächst abgehört werden. Es werden Vitalparameter wie Puls, Blutdruck, Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung sowie Körpertemperatur und -gewicht bestimmt. Außerdem werden die Nerven und Muskeln auf ihre Funktionsfähigkeit hin getestet, um Störungen des Nervensystems oder des Bewegungsapparats zu ermitteln.
Die Organe im Bauchraum oder die Lymphknoten, zum Beispiel am Hals und in den Achseln, lassen sich durch intensives Abtasten auf mögliche Störungen untersuchen. Mitunter kommen bildgebende Verfahren wie ein Ultraschall oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) zum Einsatz, um Veränderungen genauer zu betrachten.
Blutuntersuchungen können zusätzlich Aufschluss über mögliche Entzündungen, Tumoren oder andere Erkrankungen der Organe geben.
Liegen Schlafstörungen vor, analysieren Ärztinnen beziehungsweise Ärzte das Schlafverhalten mitunter in einem Schlaflabor.
Liegt der Abgeschlagenheit eine Erkrankung zugrunde, konzentriert sich die Therapie auf deren Heilung. Welche Behandlungsoptionen infrage kommen, hängt entsprechend von der Grunderkrankung ab. Dabei kommen sowohl medikamentöse als auch nicht medikamentöse Verfahren zum Einsatz. Bei psychischen oder Suchterkrankungen wird meist eine Psychotherapie eingesetzt.
Teil der Therapie sind oft Verhaltensänderungen, die zu einem gesünderen Lebensstil führen und zur Heilung beitragen sollen. Dies beinhaltet zum Beispiel:
- eine ausgewogene, gesunde Ernährung
- Gewichtsreduktion bei Übergewicht
- mehr Bewegung (idealerweise an der frischen Luft)
- Rauchstopp
- Verzicht auf Alkohol
- Stressreduktion (z. B. mittels Entspannungsübungen oder autogenem Training)
- Schlafmanagement bei Schlafstörungen bzw. Schlafmangel (z. B. Schlafprotokoll führen, Anwenden spezieller Einschlaftechniken)
Was können Sie selbst bei Abgeschlagenheit noch tun?
Änderungen des Lebensstils sind besonders dann notwendig, wenn keine Grunderkrankung vorliegt und bestimmte Lebensumstände die Ursache für Abgeschlagenheit sind. Gegen diese und andere äußere Faktoren gibt es keine spezifischen Therapiemöglichkeiten. Sorgt zum Beispiel eine ungünstige Arbeitsplatzumgebung bei Ihnen für Abgeschlagenheit, ist es wichtig, dies im Unternehmen anzusprechen, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Umwelteinflüsse lassen sich meist jedoch in der Regel nicht vollständig umgehen. Hier sollten Betroffene versuchen, Störfaktoren möglichst zu meiden. Betrifft es die Wohnsituation, sollte unter Umständen ein Umzug in eine andere Region in Betracht gezogen werden.
Veröffentlicht am: 18.08.2026
____________________________________________________________________________________________________________________________
Machen Sie Shop-Apotheke zu Ihrer bevorzugten Quelle für schnelle Gesundheits-Checks und Alltagstipps bei Google.
Quellen
[1] S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Müdigkeit. AWMF-Registernr.: 053-002 https://register.awmf.org/assets/guidelines/053-002l_S3_Muedigkeit_2023-01_01.pdf
[2] Deximed Hausarztwissen online. Müdigkeit und Abgeschlagenheit. https://deximed.de/home/klinische-themen/onkologie/symptome/muedigkeit-und-abgeschlagenheit
[3] BMJ BestPractice. Assessment of fatique. https://bestpractice.bmj.com/topics/en-gb/571
[4] Apotheken.de. Müdigkeit und Abgeschlagenheit (anhaltend). https://www.apotheken.de/symptome/12271-muedigkeit-und-abgeschlagenheit-anhaltend
[5] Apotheken.de. Müdigkeit und Abgeschlagenheit (zeitweise). https://www.apotheken.de/symptome/12269-muedigkeit-und-abgeschlagenheit-zeitweise
[6] Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2022
Unsere Qualitätssicherung

„Es ist mir ein großes Anliegen, Menschen dabei zu helfen, ein gesundes und möglichst sorgenfreies Leben zu führen. Mithilfe unserer Ratgeber haben wir die Möglichkeit, unser Apotheker-Wissen schnell und einfach weiterzugeben.“
Als gelernte approbierte Pharmazeutin hat Kathrin Rund schon in diversen leitenden Funktionen gearbeitet und unterstützt unsere Shop Apotheke aktuell als Associate Director im Bereich Pharma Process. Mit ihrer langjährigen Expertise steht sie hinter unseren Ratgebern, die umfassend über verschiedene Gesundheitsthemen informieren.






