Adenom - Symptome, Ursachen und Behandlung

Schnelleinstieg in unsere Themen
Ein Adenom entsteht aus Drüsenzellen und ist eine gutartige Gewebeveränderung, die häufig im Darm, in der Schilddrüse oder der Brust vorkommt. Meist wächst es langsam und verursacht keine Beschwerden. Adenome können aber auch Beschwerden verursachen, beispielsweise wenn sie Hormone bilden oder zu groß werden und Druck auf Nachbarstrukturen ausüben. Insbesondere Darmadenome können mit der Zeit auch bösartig werden. Die Diagnose erfolgt in der Regel durch bildgebende Verfahren, zuweilen ergänzt durch die Untersuchung von Gewebeproben im Labor. Je nachdem, wie groß das Adenom ist, wo es sich im Körper befindet und ob es Beschwerden verursacht, wird es entweder nur regelmäßig kontrolliert, mit Medikamenten behandelt oder durch einen Eingriff entfernt.
Was ist ein Adenom?

Ein Adenom ist eine gutartige Gewebeveränderung, die sich aus Drüsenzellen entwickelt, welche sich häufig in Schleimhäuten befinden. Solche Gewebeveränderungen können grundsätzlich in vielen Organen auftreten. Häufig entstehen Adenome im Verdauungstrakt, zum Beispiel im Dickdarm (Kolon), wo sie als Polypen insbesondere bei Darmspiegelungen sichtbar werden. Auch in anderen Organen wie der Schilddrüse, den Nebennieren, der Leber oder der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) können Adenome vorkommen. Auch in der Brust können gutartige Knoten auftreten, sogenannte Fibroadenome. Sie bestehen aus Drüsen- und Bindegewebe und gelten als harmlos. Zwar unterscheiden sie sich etwas von den klassischen Adenomen, werden aber im medizinischen Alltag häufig ähnlich eingeordnet. Person und Menge – kurzfristig Beschwerden wie Schlafstörungen, Unruhe oder eine verstärkte Ängstlichkeit begünstigen.
Adenome wachsen in der Regel langsam und bleiben auf ihren Ursprungsort begrenzt. Sie neigen nicht dazu, in andere Organe zu streuen. Je nach Lage und Größe können sie unterschiedliche Beschwerden bei den betroffenen Personen verursachen. In manchen Fällen kann sich ein zunächst gutartiges Adenom im Laufe der Zeit weiterentwickeln und in eine bösartige Tumorform (Karzinom) übergehen. Dies gilt vor allem für Darmadenome (Polypen).
Wenn sich in einem Organ gleich mehrere Adenome gleichzeitig bilden, sprechen medizinische Fachleute von einer Adenomatose.
Wie äußert sich ein Adenom?
Ein Adenom kann unterschiedliche Beschwerden hervorrufen, was insbesondere davon abhängt, wo im Körper es entsteht, wie groß es ist und ob es in der Lage ist, eigenständig Hormone zu bilden. In vielen Fällen bleibt ein Adenom jedoch auch unbemerkt, wenn es keine spürbaren Beschwerden verursacht.
- So können Adenome in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) den Hormonhaushalt weiblicher Personen stören, was beispielsweise Zyklusstörungen, ungewollten Milchfluss oder nachlassendes sexuelles Verlangen sogenannten Libidoverlust zur Folge haben kann. Das Adenom kann aber auch Kopfschmerzen auslösen oder Sehstörungen verursachen, wenn es aufgrund seiner Lage und Größe auf den Sehnerv drückt.
- Adenome der Schilddrüse können als tastbarer oder sichtbarer Knoten am Hals in Erscheinung treten. Je nachdem, ob das Adenom Hormone bildet, kann es zu einer Überfunktion der Schilddrüse kommen, was sich durch Beschwerden wie Gewichtsverlust, Nervosität oder Herzrasen äußert. Größere Adenome der Schilddrüse bereiten manchmal sogar Schluckbeschwerden.
- Adenome im Darm bleiben häufig lange unbemerkt, da sie zu Beginn meist keine Beschwerden verursachen. In einigen Fällen kann es zu Blutbeimengungen im Stuhl kommen, seltener auch zu Bauchschmerzen oder Veränderungen beim Stuhlgang. Da aus einzelnen Darmadenomen (Darmpolypen) mit der Zeit bösartige Veränderungen (Darmkrebs) entstehen können, ist es ratsam, den Darm im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig kontrollieren zu lassen.
- Adenome in den Nebennieren verursachen meist keine spürbaren Beschwerden. Wenn diese allerdings hormonbildend sind, kann das, je nachdem welche Hormonart gebildet wird, beispielsweise zu Bluthochdruck, Gewichtszunahme oder Muskelschwäche führen.
- Gutartige Knoten in der Brust kommen vor allem bei jüngeren Personen weiblichen Geschlechts vor. Sie entstehen meist durch Einwirkungen körpereigener Hormone und lassen sich oft als glatte, bewegliche Verhärtungen ertasten. In der Regel verursachen sie keine Schmerzen und gelten als harmlos.
Was verursacht ein Adenom?
Die Entstehung eines Adenoms lässt sich selten klar auf eine einzelne Ursache zurückführen. Meist entstehen Adenome durch ein Zusammenspiel verschiedener Einflüsse wie genetischer Veranlagung, hormoneller Veränderungen, Lebensstilfaktoren oder fortschreitendem Alter. Welcher dieser Einflüsse im Einzelfall eine Rolle spielt, hängt auch davon ab, wo im Körper das Adenom entsteht und welches Gewebe betroffen ist.
So können etwa hormonelle Einflüsse bei Adenomen in der Brust oder Jodmangelzustände bei Adenomen der Schilddrüse eine größere Rolle spielen, während im Darm vor allem erbliche Erkrankungen und familiäre Vorbelastung das Risiko erhöhen. Auch chronische Entzündungen oder anhaltende Reizungen können die Gewebeveränderungen begünstigen. Daneben häufen sich mit zunehmendem Alter generell Veränderungen im Erbgut der Zellen, was ebenfalls die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sich Adenome entwickeln.
Wie wird die Diagnose Adenom gestellt?
Manchmal wird ein Adenom zufällig im Rahmen einer Routineuntersuchung entdeckt, in anderen Fällen führen Beschwerden die Betroffenen zur ärztlichen Abklärung.
In der Regel beginnt die diagnostische Abklärung mit einem ärztlichen Gespräch, gefolgt von einer körperlichen Untersuchung.
Welche Untersuchungen zur Abklärung eines Adenoms darüber hinaus notwendig sind, hängt vor allem davon ab, in welchem Organ das Adenom vermutet wird. Je nach Lage kommen unterschiedliche diagnostische Verfahren zum Einsatz, um Größe, Struktur und Verhalten des vermeintlichen Adenoms zu beurteilen. Besonders wichtig ist es dabei, sicher festzustellen, ob es sich um eine gutartige Veränderung handelt oder ob Hinweise auf eine mögliche bösartige Entwicklung vorhanden sind.
Zur weiteren Abklärung werden unter anderem bildgebende Verfahren eingesetzt, die je nach betroffenem Organ variieren. So kann eine Ultraschalluntersuchung wichtige Informationen liefern, zum Beispiel bei Veränderungen in der Schilddrüse, der Leber oder der Brust. Liegt das Adenom hingegen in tieferen Körperschichten, etwa in der Hirnanhangsdrüse oder den Nebennieren, kommt zumeist eine Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) zum Einsatz. Darüber hinaus können auch Röntgenuntersuchungen der Brust (Mammografie), sowie spezielle Bildgebungen mit schwach radioaktiven Substanzen (Szintigrafien) bei Verdacht auf Schilddrüsenbeteiligung zur Diagnosestellung beitragen.
Zur Untersuchung des Magen-Darm-Trakts führt das ärztliche Gegenüber meist eine Darmspiegelung durch, mit der sie Darmadenome zuverlässig entdecken und in vielen Fällen gleich mitentfernen kann. Anschließend erfolgt in der Regel eine mikroskopische Untersuchung des entnommenen Gewebes im Labor, um festzustellen, ob es sich um eine gutartige oder möglicherweise bösartige Veränderung handelt.
Wie sieht die Behandlung bei Adenomen aus?
Die Behandlung eines Adenoms richtet sich vor allem danach, ob und welche Beschwerden ein Adenom bei den Betroffenen verursacht, wo im Körper es auftritt, wie groß es ist und ob Hinweise auf bösartige Veränderungen vorliegen. In vielen Fällen, insbesondere wenn das Adenom klein ist und keine Beschwerden hervorruft, reicht es aus, es regelmäßig ärztlich kontrollieren zu lassen.
Geht das Adenom jedoch mit Beschwerden einher, nimmt an Größe zu oder besteht Unsicherheit über seine Gutartigkeit, erfolgt in vielen Fällen die Empfehlung zur Entfernung durch ärztliches Fachpersonal. Je nachdem, wo im Körper sich das Adenom befindet, lässt es sich durch eine Operation oder mit einem schonenden, minimal-invasiven Verfahren entfernen. In manchen Fällen kann auch eine medikamentöse Behandlung notwendig sein, wie bei bestimmten Adenomen der Schilddrüse oder der Hirnanhangsdrüse, die Hormone bilden und dadurch Beschwerden verursachen.
Was können Sie selbst bei Adenomen tun?
Wurde ein Adenom bei Ihnen festgestellt, ist es vor allem wichtig, dieses regelmäßig von Ihrem ärztlichen Fachpersonal kontrollieren zu lassen, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Wenn Sie neue Beschwerden bemerken, zum Beispiel Schmerzen, hormonelle Veränderungen oder Auffälligkeiten beim Stuhlgang, sollten Sie diese ärztlich abklären lassen. Auch wenn die meisten Adenome harmlos sind, lohnt es sich, aufmerksam zu bleiben.
Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung, Rauchverzicht und einem stabilen Körpergewicht kann insbesondere bei Darmadenomen dazu beitragen, das Risiko für eine bösartige Weiterentwicklung deutlich zu verringern.
Informieren Sie sich über Adenome und scheuen Sie sich nicht, Ihrem behandelnden Fachpersonal gezielte Fragen zu stellen. Ein gutes Verständnis der Diagnose kann Ihnen Sicherheit geben und dabei helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Veröffentlicht am: 31.08.2026
____________________________________________________________________________________________________________________________
Das könnte Sie auch interessieren
Quellen
[1] Pschyrembel. Online. Adenom. https://www.pschyrembel.de/Adenom/K01N7
[2] Deximed Hausarztwissen online. Dickdarmpolypen. https://deximed.de/home/klinische-themen/magen-darm-trakt/patienteninformationen/dickdarm/dickdarmpolypen
[3] Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e.V. Ratgeber Schilddrüsenknoten. https://www.endokrinologie.net/broschueren.php?file=files/download/broschueren/DGE_broschuere_schilddruesenknoten.pdf
[4] Deximed Hausarztwissen online. Fibroadenom in der Brust. https://deximed.de/home/klinische-themen/gynaekologie/krankheiten/tumoren/fibroadenom-in-der-brust
[5] Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs. Nebennierentumore: Formen & Symptome. https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/stoffwechsel/nebennierentumore/nebennierentumore-formen-symptome.html
[6] Universitätsklinikum Marburg. Erkrankungen der Hirnanhangdrüse. https://www.ukgm.de/ugm_2/deu/umr_ges/34974.html
Unsere Qualitätssicherung

„Es ist mir ein großes Anliegen, Menschen dabei zu helfen, ein gesundes und möglichst sorgenfreies Leben zu führen. Mithilfe unserer Ratgeber haben wir die Möglichkeit, unser Apotheker-Wissen schnell und einfach weiterzugeben.“
Als gelernte approbierte Pharmazeutin hat Kathrin Rund schon in diversen leitenden Funktionen gearbeitet und unterstützt unsere Shop Apotheke aktuell als Associate Director im Bereich Pharma Process. Mit ihrer langjährigen Expertise steht sie hinter unseren Ratgebern, die umfassend über verschiedene Gesundheitsthemen informieren.





