Libidoverlust - Ursachen, Symptome und Therapie

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Der Begriff Libido bezeichnet den Sexualtrieb bei Mann und Frau. Ein Libidoverlust ist also die Verringerung oder das vollständige Verschwinden des sexuellen Verlangens. Somit ist er eine Form der sexuellen Funktionsstörung Die Gründe können vielfältig und ebenso körperlicher wie psychischer Natur sein. Dementsprechend richtet sich die Therapie danach, welches Problem der verringerten Libido zugrunde liegt. Häufig ist ein Testosteronmangel die Ursache für den Libidoverlust. In diesem Fall findet entweder eine Hormonersatztherapie oder eine Behandlung der ursächlichen Erkrankung statt.
Wie äußert sich Libidoverlust?
Jeder Mensch hat ein individuell starkes sexuelles Verlangen, das sich nicht nur von Situation zu Situation ändern kann, sondern bei den meisten Menschen auch mit dem Alter und zunehmender Dauer etwa einer Beziehung abnimmt. Ein Libidoverlust äußert sich in einer Verringerung von sexuellem Verlangen, die so ausgeprägt ist, dass sie sich negativ auf das Leben der Betroffenen auswirken kann. Ein solcher Libidoverlust kann dauerhaft anhalten oder immer wieder auftreten. Er betrifft entweder nur den Sex mit bestimmten Partnerinnen oder Partnern, spezifische Handlungen oder Situationen oder tritt ganz allgemein auf. Sexuelle Fantasien sind oft ebenfalls betroffen.
Als Störung gesehen wird ein Libidoverlust nur, wenn er mit einem psychischen Leidensdruck einhergeht und über mindestens sechs Monate besteht. Störungen der Libido werden bei Personen weiblichen Geschlechts wesentlich häufiger berichtet als von jenen mit männlichem. Auch eine Sexualangst (Genophobie), bei der (oft aufgrund negativer Erfahrungen) eine starke Abneigung gegen bestimmte oder alle sexuellen Handlungen besteht, geht mit einem Libidoverlust einher, ist jedoch nicht gleichbedeutend damit.
Welche Ursachen können hinter Libidoverlust stecken?
Eine ganze Reihe von Ursachen können zum Verlust der Libido beitragen, darunter:

- Körperliche Erkrankungen (z. B. Krebserkrankungen, Diabetes mellitus, Bluthochdruck)
- Bestimmte Medikamente (z. B. Antiepileptika, Kontrazeptiva)
- Depressionen
- Hormonelle Veränderungen (z. B. Wechseljahre, unregelmäßiger Monatszyklus
- Probleme in der Partnerschaft
- Negative Erfahrungen im Zusammenhang mit Sex
- Andere sexuelle Funktionsstörungen (z. B. erektile Dysfunktion)
- Missbrauch von Alkohol und Drogen
Schlecht eingestellter Diabetes mellitus und zu hohe Blutzuckerwerte können sowohl die Blutgefäße schädigen als auch den Hormonhaushalt durcheinanderbringen. Ersteres löst mitunter sowohl eine erektile Dysfunktion als auch Scheidentrockenheit aus und letzteres beeinträchtigt häufig direkt die Libido. Ähnliches gilt für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Rauchen, welches ebenfalls die Blutgefäße verengen und sexuelle Funktionsstörungen auslösen kann.
Ein geringes Selbstwertgefühl oder ein negatives Körperbild wirken sich in der Regel ebenso nachteilig auf die Libido aus wie etwa Erkrankungen oder Verletzungen, starke Übermüdung, Stress oder ähnliche Faktoren, welche die Psyche negativ beeinflussen können. Dazu zählt unter anderem die Angst vor dem sexuellen Versagen.
Mitunter bedingen sich die Faktoren auch gegenseitig. So kann mangelnde Erregung zu Scheidentrockenheit führen, die ohne entsprechende Gegenmaßnahmen beim Sex Schmerzen verursachen (Dyspareunie) und so wiederum die Lust auf Sex verringern kann.
Wann ärztlichen Rat einholen bei Libidoverlust?
Ärztlicher Rat ist immer dann sinnvoll, wenn der Libidoverlust Sorge bereitet. Das kann beispielsweise der Fall sein, weil
- er plötzlich auftritt, sich nicht durch äußere Umstände erklären lässt und länger anhält
- ein Medikament oder hormonelles Verhütungsmittel die Libido beeinträchtigt
- die Libido beispielsweise nach einer Schwangerschaft nicht wieder auf das ursprüngliche Level steigt
Wie sehen Diagnostik und Therapie bei Libidoverlust aus?
Die Diagnose eines Libidoverlusts findet hauptsächlich im Rahmen des ärztlichen Gesprächs statt. Dazu zählt die medizinische Vorgeschichte ebenso wie die aktuellen Beschwerden und ein Vergleich, was sich verändert hat. Andere Erkrankungen, die als Ursache infrage kommen, lassen sich mittels weiterführender Untersuchungen wie einer Bestimmung des Testosteronwertes oder des Blutzuckerspiegels ausschließen oder bestätigen.
Die Behandlung bei Libidoverlust richtet sich nach dessen Ursache. Für sexuelle Probleme bestehen unterschiedliche Therapiemöglichkeiten: Erektionsstörungen verbessern sich beispielsweise oft im Rahmen einer Psycho- oder Paartherapie. Sie können jedoch auch medikamentös behandelt werden.
Zur Behandlung von Beschwerden der Wechseljahre kommen häufig Hormonersatzpräparate zum Einsatz. Sollten diese nicht wirksam sein, kann von ärztlicher Seite eine Testosterontherapie erwogen werden. Auch bei Menschen mit männlichen Geschlechtsmerkmalen und einem verringerten Testosteronwert kann eine Ergänzungstherapie mit Testosteron helfen.
Bei psychischen Ursachen oder Problemen in der Partnerschaft ist eine Psychotherapie beziehungsweise eine Partnertherapie das Mittel der ersten Wahl.
Was können Sie selbst bei Libidoverlust tun?
Im Fall chronischer Erkrankungen sollten Sie diese sowie Ihre Medikation regelmäßig ärztlich überprüfen lassen. Vermuten Sie, dass der Libidoverlust mit Problemen in der Partnerschaft zusammenhängt, ist eine offene Kommunikation von Wünschen und Bedürfnissen aller Beteiligten wichtig – im Zweifelsfall im professionellen Kontext einer Paartherapie.
Mitunter beeinträchtigt der Lebensstil den Hormonhaushalt. Gesunde Ernährung, ausreichende Bewegung und Schlaf sind immer ratsam. Denn nicht nur Drogen-, Nikotin- und Alkoholkonsum senken beispielsweise das Verlangen nach Sex oder die Fähigkeit, entsprechende Gedanken umzusetzen. Auch extremes Übergewicht kann den Testosteronspiegel und somit die Libido verringern.
Veröffentlicht am: 06.07.2026
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Quellen:
[1] Pschyrembel. Online. Sexuelle Appetenzstörung. https://www.pschyrembel.de/sexuelle%20Appetenzst%C3%B6rung/K0QLC/doc/
[2] Österreichisches Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. Libidoverlust. https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/sexualorgane/sexuelle-funktionsstoerungen/libidoverlust-diagnose-therapie.html
[3] National Health Services. Low sex drive (loss of libido). https://www.nhs.uk/conditions/loss-of-libido/
[4] Barut MU et al. Evaluation of Sexual Function in Women with Hypogonadotropic Hypogonadism Using the Female Sexual Function Index (FSFI) and the Beck Depression Inventory (BDI). Med Sci Monit. 2018;24:5610-5618.
[5] Deximed Hausarztwissen online. Sexuelle Dysfunktion bei Männern. https://deximed.de/home/klinische-themen/maennergesundheit/symptome/sexuelle-dysfunktion-bei-maennern
[6] Deximed Hausarztwissen online. Hypogonadismus bei Männern. https://deximed.de/home/klinische-themen/endokrinologie-stoffwechsel/patienteninformationen/sexualhormone/hypogonadismus-bei-maennern
[7] Deutsche Apotheker Zeitung. Die Last mit der Lust – Sexuelle Dysfunktion ist eine komplexe Angelegenheit. DAZ. 2021;19:72. https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2021/daz-19-2021/die-last-mit-der-lust
[8] AWMF online[mp12.1]. S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Interventionen. https://register.awmf.org/assets/guidelines/015-062l_S3_HT_Peri-Postmenopause-Diagnostik-Interventionen_2021-01.pdf
[9] fertilly: Sexuelle Unlust bei der Frau: Gründe https://fertilly.com/de/sexuelle-unlust/#reason
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