Methocarbamol – Anwendung, Wirkung und Nebenwirkungen

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Zusammenfassung
Methocarbamol ist ein Arzneimittel aus der Wirkstoffgruppe der zentral wirksamen Muskelrelaxanzien. Es wird bei schmerzhaften Muskelverspannungen oder Krämpfen unterschiedlicher Ursachen angewendet. Bislang ist nicht abschließend geklärt, wie genau das Medikament wirkt und ob es überhaupt bei entsprechenden Muskelbeschwerden wirksam ist. Der Wirkstoff darf unter anderem nicht bei Überempfindlichkeit sowie während Schwangerschaft und Stillzeit eingesetzt werden. Nebenwirkungen bei gesunden Erwachsenen sind jedoch selten und beschränken sich meist auf eher harmlose Begleiterscheinungen wie Benommenheit, Schwindel oder Kopfschmerzen. Das Arzneimittel kann insbesondere mit anderen Arzneimitteln in Wechselwirkung treten, die sich ebenfalls auf das zentrale Nervensystem auswirken, etwa Alkohol, Antidepressiva oder Antipsychotika. Methocarbamol ist in Deutschland nur gegen Rezept in Apotheken und Versandapotheken erhältlich.
Was ist Methocarbamol?
Methocarbamol ist ein Medikament, das Muskelkrämpfe und -verspannungen löst und deshalb als Muskelrelaxans bezeichnet wird. Der Wirkstoff beeinflusst die Signalübertragung im Gehirn und Rückenmark (zentrales Nervensystem) und nicht dort, wo die Nervensignale auf die Muskeln selbst übergehen (motorische Endplatte). Deshalb bezeichnen Fachleute diese Medikamente als zentral wirksame Muskelrelaxanzien. Neben Methocarbamol zählen zu diesen beispielsweise:
- Baclofen
- Tizanidin
- Orphenadrin
- Pridinol
- Tolperison
Methocarbamol ist hierzulande nur gegen Vorlage eines ärztlichen Rezepts in (Versand-)Apotheken erhältlich.
Wie wirkt Methocarbamol?
Bisher ist nicht abschließend geklärt, wie Methocarbamol wirkt. Ob es überhaupt bei Muskelverspannungen hilft, ist teilweise ebenfalls umstritten oder nicht vollständig nachgewiesen. Fachleute vermuten, dass es die Signalübertragung im Rückenmark und bestimmten Teilen des Rückenmarks hemmt. Dadurch erschlaffen Muskeln oder Muskelgruppen, was bei schmerzhaften Verspannungen hilft. Der Wirkstoff wirkt sich dabei aber nicht auf die Kraft und Beweglichkeit der Muskulatur aus. Auch die nicht willkürlich steuerbare, glatte Muskulatur, wie sie beispielsweise im Darm vorkommt, ist von der Wirkung nicht betroffen.
Wie und bei welchen Beschwerden wird Methocarbamol eingesetzt?
Methocarbamol kommt bei schmerzhaften Muskelkrämpfen oder – verspannungen zur Anwendung. Diese finden sich häufig an der Wirbelsäule im Lendenbereich, oder durch unwillentliche, starke Anspannung der Muskulatur (Spasmen). Zu solchen Spasmen kommt es beispielsweise nach Nervenschädigungen oder Erkrankungen, wie sie etwa nach einem Schlaganfall, multipler Sklerose oder Rückenmarksverletzungen auftreten können.
Der Wirkstoff ist in Tablettenform erhältlich. Medizinischem Fachpersonal steht er außerdem in Form einer Injektionslösung zur Verfügung, die in die Vene oder den Muskel gespritzt werden kann.
Die Dosierung beginnt bei den Filmtabletten üblicherweise mit viermal täglich 1.500 Milligramm und wird dann auf 1.500 Milligramm dreimal am Tag reduziert. In schweren Fällen, oder wenn der gewünschte Erfolg ausbleibt, kann die behandelnde Ärztin oder der Arzt die Tagesmenge auf bis zu 7.500 Milligramm erhöhen. Methocarbamol ist nicht für eine anhaltende Anwendung vorgesehen und sollte deshalb nicht länger als 30 Tage hintereinander eingenommen werden.
Nicht eingenommen werden sollte Methocarbamol
- Bei Unverträglichkeiten gegenüber dem Wirkstoff oder anderen Bestandteilen des Arzneimittels
- Während der Schwangerschaft und Stillzeit, weil nicht ausreichend nachgewiesen ist, dass die Anwendung für das Un- oder Neugeborene sicher ist.
- Bei Menschen, die im Koma liegen
- Bei Erkrankungen des Zentralnervensystems
- Der Autoimmunkrankheit Myasthenia gravis, die zu einer Muskelschwäche führt
- Bei Personen, die an Epilepsie oder Krampfanfällen leiden
Bei Menschen mit Leber- oder Nierenerkrankungen sollte Methocarbamol nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko angewendet werden. Bei einer Niereninsuffizienz darf der Wirkstoff nicht in die Vene verabreicht werden.
Welche Nebenwirkungen können bei Methocarbamol auftreten?
Zu den möglichen Nebenwirkungen von Methocarbamol gehören unter anderem:
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Fieber
- Benommenheit
- Verdauungsbeschwerden
- Allergische oder allergieähnliche Reaktionen, die beispielsweise mit Hautreizungen und Gesichtsschwellungen einhergehen.
Insgesamt kommen Nebenwirkungen selten vor. Benommenheit und Schwindel können jedoch die Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen und Bedienen von gefährlichen Maschinen einschränken. Wer Methocarbamol einnimmt, sollte vorsichtshalber mit seiner Ärztin oder seinem Arzt sprechen, ob die Aufnahme solcher Tätigkeiten im jeweiligen Fall sicher ist.
Gibt es Wechselwirkungen bei Methocarbamol?
Methocarbamol kann die Wirkung verschiedener anderer Arzneimittel verstärken oder abschwächen, beziehungsweise umgekehrt von verschiedenen Substanzen entsprechend beeinflusst werden. Zu diesen gehören unter anderem:
- Andere Medikamente, die auf das zentrale Nervensystem wirken wie etwa Barbiturate, Anticholinergika wie beispielsweise Atropin, Opioide oder Alkohol
- Arzneimittel, die sich auf die Psyche auswirken, etwa Antidepressiva oder Antipsychotika
- Pyridostigminbromid, das zum Beispiel bei Myasthenia gravis oder Darmlähmungen Anwendung findet
Veröffentlicht am: 28.05.2026
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ATC Code(s)
ATC Codes sind internationale Klassifikationen von Wirkstoffen und Arzneimitteln.
- M03BA03
- Quelle: Gelbe Liste
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Quellen
[1] Mutschler Arzneimittelwirkungen. 11. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart (2020).
[2] Pschyrembel. Online. Methocarbamol, https://www.pschyrembel.de/Methocarbamol/K0E5G
[3] Pschyrembel. Online. Pyridostigminbromid, https://www.pschyrembel.de/Pyridostigminbromid/A0T76
[4] Gelbe Liste Pharmindex. Methocarbamol. https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Methocarbamol_725
[5] Shop Apotheke Gebrauchsinformation Methcarbamol STADA® 750 mg Filmtabletten https://cdn.shop-apotheke.com/PDF/D14/166/454/D14166454-bp.pdf
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