Wie so viel Diäten kommt auch der Trend zur glutenfreien Ernährung aus der Filmfabrik Hollywood. Der Verzicht auf Speisen, die den Weizenklebstoff Gluten enthalten, soll fit, klug und schön machen. Was ist dran an dieser neuen Ernährungsmode? Wir haben uns schlau gemacht und die Auswirkungen einer glutenfreien Ernährungsweise genauer angesehen.

Was ist Gluten?

Das Klebeeiweiß Gluten kommt in Weizenprodukten wie Brot oder Pasta vor. Auch Getreide wie Dinkel, Roggen, Gerste, Grünkern und Kamut enthält Gluten. Leider reicht es nicht aus, bei einer Unverträglichkeit einfach Getreideprodukte wegzulassen. Weizenmehl wird sehr oft zum Binden in Fertigprodukten eingesetzt. Lebensmittel die Gluten enthalten, müssen auf der Packung oder auf der Speisekarte gekennzeichnet werden. Das Symbol dafür ist eine durchgestrichene Ähre.

Was ist Zöliakie?

Bei ungefähr einem Prozent der Bevölkerung kann es zu Zöliakie, der Glutenunverträglichkeit kommen. Gluten verursacht dann im Dünndarm eine chronische Entzündung. Wichtige Nährstoffe können aus der Nahrung nicht mehr aufgenommen werden, da sich die Darmzotten langsam zurückbilden. Unterernährung, Osteoporose, schlimme Verdauungsprobleme und Mangelerscheinungen können die Folge sein. Bei Kindern kann sich die Krankheit bei der Umstellung von Muttermilch auf feste Nahrung bemerkbar machen. Erwachsene leiden oft an einer stummen Form der Krankheit, wo die Indikationen nicht sehr stark auftreten. Ein Selbsttest kann Sicherheit bei  chronischen Beschwerden wie Muskelschwäche, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Verstopfung oder Durchfall liefern. Zöliakie ist nicht heilbar. Leidet man an dieser Mischung aus Allergie und Autoimmunerkrankung, muss man seine Ernährung umstellen. Das ganze Leben lang. Das ist aber weniger schlimm als befürchtet. Nach wenigen Wochen hat sich der Darm erholt und die Beschwerden sind verschwunden.

Was essen bei Zöliakie?

Die Supermarktregale sind heutzutage voll mit leckeren Alternativen zu Nudeln und Weißbrot. Spaghetti und Co. können problemlos aus Hülsenfrüchten wie Linsen, Kichererbsen oder Erbsen hergestellt werden. Buchweizenbrot mach länger und schneller satt und ist obendrein sehr gesund. Folgende Getreidesorten können statt Weizen gegessen werden:

  • Mais
  • Reis
  • Hirse
  • Buchweizen
  • Quinoa
  • Amarant
  • Teff (Zwerghirse)

Industrieweizen hat so gut wie gar keine Nährstoffe mehr. Die Verdauung raubt dem Körper nicht nur wertvolle Mineralstoffe aus den Reservoirs – die Energieausbeute von raffiniertem Weizen ist sehr gering und legt sich nur als ungeliebte Fettpölsterchen an den Problemzonen an. Menschen mit Zöliakie können unbesorgt Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch und Milchprodukte ohne Zusätze essen. Low-Carb oder Paleo-Diäten schwören auf den Verzicht von zuviel Kohlenhydraten und bieten eine Unzahl an leckeren Rezepten mit gesunden pflanzlichen Ölen und Eiweiß an. Auch für Veganer. Es gibt sogar Bier, das aus Mais oder Reis statt Gerste gebraut wird. Ernähren sich Zöliakie-Patienten bewusst und gesund, müssen sie nicht unbedingt spezielle Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen. In stressigen Zeiten, wo nicht viel Zeit für langsames Essen oder Entspannung bleibt, kann Betagluten wertvolle Dienste leisten. Das Präparat wurden extra für Menschen mit Gluten-Unverträglichkeit konzipiert und liefert unter anderem wertvolle Folsäure, Magnesium und einen reichen Vitamin-B-Komplex.

Was muss ich bei einer glutenfreien Ernährung beachten?

Wer mit einer glutenfreien Ernährung abnehmen möchte, kann sich ebenfalls an der Low-Carb Diät orientieren. Gezielt eingesetzte Eiweiß-Kuren können den sogenannten Hungerstoffwechsel (Ketose) aktivieren, die den Körper dazu anregt, den lebenswichtigen Zucker aus Eiweiß anstelle von Kohlenhydraten umzuwandeln. Das ist gut für Figur und Haut und nicht zuletzt für die grauen Zellen. (Eine derartige Kur sollte aber nie länger als zwei Wochen und nur unter ärztlicher Aufsicht praktiziert werden.) Wer Kuchen, Brot, Weizennudeln und Co. konsequent von seinem Speiseplan streicht, wird über kurz oder lang an überflüssigem Gewicht verlieren. Allerdings machen glutenfreie Lebensmittel nicht automatisch schlank. Maiskuchen und Maisbier macht genauso dick wie herkömmliche Süßspeisen oder alkoholische Getränke aus Gerste. Wie immer kommt es auf die Qualität und die Menge der Speisen an. So gesehen ist eine freiwillige glutenfreie Ernährung nur dann sinnvoll zum Abnehmen, wenn sie bewusst und mit gesunden Zutaten betrieben wird.