Ernährungstherapie – wie Essen die Gesundheit beeinflusst

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Zusammenfassung
In der Ernährungstherapie lernen Menschen mit ernährungsbedingten Erkrankungen, wie sie mit der Art der Nahrungsaufnahme Einfluss auf ihre Beschwerden nehmen können. Auch die Behandlung von Erkrankungen, in deren Zuge sich die Ernährung verändert, lässt sich mit einer Ernährungstherapie unterstützen. Nur qualifizierte Fachleute dürfen diese Therapieform anbieten. Geschützt ist ihre Bezeichnung allerdings nicht. Um die Ziele der Ernährungstherapie zu erreichen, ist es wichtig, dass Betroffene sich an Vereinbarungen halten und aktiv mit ihrer therapeutischen Fachkraft zusammenarbeiten.
Was ist eine Ernährungstherapie?
Die Ernährungstherapie unterscheidet sich von der Ernährungsberatung, indem sie sich an Menschen richtet, die mit einer Erkrankung leben. Ziel ist es, durch eine gezielte Anpassung der Ernährung sowohl ernährungsbedingte Erkrankungen zu verbessern – zum Beispiel Diabetes mellitus – als auch Ernährungsprobleme günstig zu beeinflussen, die durch eine Erkrankung wie Krebs entstehen. Um ernährungstherapeutisch tätig zu sein, sind bestimmte Qualifikationen notwendig, etwa ein Studium der Ernährungswissenschaft. Sind die Voraussetzungen erfüllt und von den Krankenkassen anerkannt, darf sich jede Person als Ernährungstherapeutin oder Ernährungstherapeut bezeichnen.
Wann kann eine Ernährungstherapie helfen?

Im Gegensatz zur Ernährungsberatung ist die Ernährungstherapie nur für Menschen gedacht, die eine Vorerkrankung haben. Eine Ernährungsberatung eignet sich vor allem für gesunde Personen, die durch ihre Ernährung vorbeugend etwas für ihre Gesundheit tun wollen (Primärprävention). Mit einer Ernährungstherapie hingegen lassen sich einige Erkrankungenpositiv beeinflussen, so dass es in vielen Fällen zur vollständigen Genesung kommt (Sekundärprävention). Erkrankungen, die sich mit einer Ernährungstherapie häufig verbessern oder heilen lassen, sind zum Beispiel:
- Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
- starkes Übergewicht (Adipositas) ab einem Body-Mass-Index über 30
- Lebensmittelallergien und -unverträglichkeiten
- Reizdarmsyndrom
- Fettleber
- Essstörungen wie Ess-Brech-Sucht (Bulimie) oder Magersucht (Anorexie)
Manche Personen haben keine ernährungsbedingte Erkrankung, sondern können sich aufgrund anderer gesundheitlicher Beschwerden nicht wie gewohnt ernähren. Häufig entstehen dadurch Mangelerscheinungen, und es kommt zu einem starken Gewichtsverlust. Durch eine Anpassung der Nahrungsaufnahme durch eine Ernährungstherapie lassen sich die Beschwerden in der Regel etwas lindern. Zudem ist es möglich, eine Erkrankung ernährungstherapeutisch so zu behandeln, dass sie langsamer fortschreitet (Tertiärprävention). In vielen Fällen lässt sich dadurch der Medikamentenbedarf einer Person verringern. Erkrankungen, die sich mit einer Ernährungstherapie zwar nicht heilen, aber positiv beeinflussen lassen, sind beispielsweise:
- Krebs
- Niereninsuffizienz
- Bluthochdruck (Hypertonie)
- Chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Zöliakie
- Neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose
Bei bestimmten Grunderkrankungen stellt eine Ernährungstherapie neben anderen Therapiebausteinen einen der wichtigsten Behandlungsansätze dar. So dürfen Personen mit Phenylketonurie (PKU) zum Beispiel keine eiweißhaltigen Lebensmittel essen, während Menschen mit der Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose sich kalorien- und fettreich ernähren sollten. Damit betroffene Personen trotzdem alle notwendigen Nährstoffe erhalten, ist die Anleitung in einer Ernährungstherapie sinnvoll.
Wie wird eine Ernährungstherapie durchgeführt?
Ernährungstherapeutische Sitzungen sind sowohl im Einzelgespräch als auch in kleinen Gruppen möglich. Eine qualifizierte Fachperson leitet die Therapiesitzungen – anerkannt sind zum Beispiel ärztliche Fachkräfte mit der Zusatzausbildung Ernährungsmedizin, Personen aus dem Bereich der Diätassistenz und Ernährungswissenschaft sowie Ökotrophologinnen und Ökotrophologen.
Die ernährungstherapeutische Fachkraft spricht mit der erkrankten Person über ihr persönliches Anliegen und ihre individuellen Ziele. Gemeinsam legen beide Parteien ein definiertes Therapieziel fest, das sich an der zuvor gestellten Diagnose des ärztlichen Personals orientiert. In den folgenden Sitzungen arbeiten beide Personen darauf hin, das festgelegte Ziel zu erreichen. Insgesamt kann die Ernährungstherapie alltagsbegleitend einige Monate dauern.
Ist der Grund für die Ernährungstherapie zum Beispiel ein Nährstoffmangel, geht es darum, dieses Defizit mit der Ernährung auszugleichen. Dafür erfährt die betroffene Person Wichtiges über Vitamine, Aminosäuren, Fette und mehr und lernt mit der Zeit, mit welchen Nahrungsmitteln sie die fehlenden Nährstoffe zu sich nehmen kann. Benötigt eine Person eine Ernährungstherapie etwa aufgrund von Adipositas, ist das Ziel nicht nur eine Gewichtsabnahme, sondern vielmehr eine langfristige Ernährungsumstellung und das Wissen um die Energiedichte von Lebensmitteln sowie den individuellen Bedarf.
Inhalte der ernährungstherapeutischen Sitzungen können demnach unter anderem sein:
- Unverträgliche Lebensmittel zu vermeiden
- Die Versorgung mit Mineralstoffen und Vitaminen sicherzustellen
- Integration neuer Ernährungsgewohnheiten
- Informationen über Lebensmittelinhaltsstoffe
- Anleitung bei besonderen Ernährungsformen, z. B. über eine Magensonde
- Geeignete Lebensmittel im Hinblick auf die Erkrankung zu finden
Wann zahlt die Krankenkasse?
Viele Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten für eine Ernährungsberatung oder eine Ernährungstherapie. Wichtig ist, dass die Notwendigkeit dafür von ärztlichem Fachpersonal bestätigt wurde. Dann können betroffene Personen einen schriftlichen Antrag einreichen, um die Kosten ganz oder anteilig erstattet zu bekommen. Es lohnt sich, bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen!
Welche Risiken bestehen bei einer Ernährungstherapie?
Die Ernährungstherapie geht mit keinen oder nur sehr wenigen Risiken einher. Da es sich in den Sitzungen um Gespräche handelt, besteht keine Gefahr, dass der Körper in diesem Kontext direkt Schaden nimmt. Es kann passieren, dass eine drastische Ernährungsumstellung eine Person mental belastet – in solch einem Fall ist es ratsam, zusätzlich professionelle Hilfe einzuholen, die auch für die Therapie der Grunderkrankung selbst unterstützend wirken kann.
Ein geringes Risiko besteht in menschlichem Versagen – empfiehlt eine Fachkraft nicht die passenden Lebensmittel oder Nährstoffe, bleibt die Besserung der Beschwerden aus oder es kommt zur Verschlechterung der Symptome. Da jedoch ausschließlich qualifiziertes Fachpersonal eine Ernährungstherapie durchführen darf, sind Fehler dieser Art im Regelfall selten.
Was ist bei einer Ernährungstherapie zu beachten?
Eine Ernährungstherapie ist ein Angebot, das qualifizierte Fachkräfte gemeinsam mit einer erkrankten Person durchführen, um ihren gesundheitlichen Zustand zu verbessern. Das erfordert Ihre Kooperation: Nur wenn Sie die Empfehlungen umsetzen, die Sie in der Ernährungstherapie gelernt haben, lassen sich Ihre Beschwerden verringern. Die Entscheidung für eine Ernährungstherapie ist Ihre eigene.
Außerdem ist es ratsam, sich in Geduld zu üben. Die Ernährung kann Ihre Gesundheit positiv beeinflussen – das braucht aber Zeit.
Veröffentlicht am: 20.02.2026
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Quellen
[1] Pschyrembel. Online. Ernährungstherapie. https://www.pschyrembel.de/Ern%C3%A4hrungstherapie/S03H3/doc/
[2] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Ernährungsberatung und Ernährungstherapie. https://www.gesundheitsinformation.de/ernaehrungsberatung-und-ernaehrungstherapie.html
[3] Verband der Diätassistenten (VDD). Was ist der Unterschied zwischen Ernährungsberatung und Ernährungstherapie? https://www.vdd.de/diaetassistenten/informationen-verbraucher-patienten/unterschied-ernaehrungsberatung-ernaehrungstherapie/
[4] Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). Ernährung. https://www.kbv.de/media/sp/PraxisWissen_Ernaehrung.pdf
[5] Gemeinsamer Bundesausschuss. Heilmittel-Richtlinie. https://www.g-ba.de/downloads/62-492-3616/HeilM-RL_2024-04-18_2024-05-16_iK-2024-10-01.pdf
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