Brennen beim Wasserlassen – Ursachen und Behandlung

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Ist das Wasserlassen begleitet von brennenden Schmerzen, liegt das oftmals an einer Infektion der Harnwege. Experten unterscheiden zwischen unkomplizierten Harnwegsinfekten und solchen mit schwerem Verlauf. Bei komplizierten Infekten können die Erreger bis in die Niere wandern. Es gibt auch noch andere Ursachen für das Brennen wie eine Reizblase, Entzündungen der Scheide, sexuell übertragbare Krankheiten oder Blasenkrebs. Treten die Schmerzen wiederholt auf und liegen bestimmte Risikofaktoren vor, ist ein Arztbesuch angezeigt. Insbesondere schwangere Frauen, Menschen mit Diabetes, Männer, Kinder, ältere Personen und solche mit einer geschwächten Immunabwehr gehören in medizinische Hände. Je nach Schwere und Ursache der Infektion entscheidet der Arzt, ob die Einnahme eines Antibiotikums erforderlich ist.
Wie äußert sich Brennen beim Wasserlassen?
Fachleute nennen den Prozess der Blasenentleerung Miktion. Bei gesunden Personen läuft sie schmerzfrei ab, wird willkürlich gesteuert und die Blase annähernd komplett entleert. Treten Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen auf, deutet dies in den meisten Fällen auf eine Infektion der Harnwege hin. Experten bezeichnen die Schmerzen beim Wasserlassen als Algurie.
Weitere typische Symptome bei einer Infektion der Harnwege sind:
- Häufiger Harndrang, meist mit nur geringen Harnmengen
- Abgeschlagenheit
- Schmerzen im Unterbauch
- Unspezifische Symptome, insbesondere bei Kindern und älteren Menschen, wie Fieber, Kontinenzprobleme, nächtlicher Harndrang
- Blut im Harn (bei einer Blasenentzündung)

- Häufiger Harndrang, meist mit nur geringen Harnmengen
- Abgeschlagenheit
- Schmerzen im Unterbauch
- Unspezifische Symptome, insbesondere bei Kindern und älteren Menschen, wie Fieber, Kontinenzprobleme, nächtlicher Harndrang
- Blut im Harn (bei einer Blasenentzündung)
Was verursacht Brennen beim Wasserlassen?
Die häufigste Ursache des Brennens beim Wasserlassen sind unkomplizierte Harnwegsinfekte (HWI), aber auch komplizierte HWI sind dafür verantwortlich. Unter HWI versteht man Infektionen des Harntraktes, die meistens durch über die Harnröhre einwandernde Erreger (oftmals Bakterien) ausgelöst werden. Zu den Ursachen, die eine komplizierte HWI auslösen können, gehören Nierenfunktionsstörungen, die Erkrankung Diabetes mellitus oder krankhafte Veränderungen des Harntrakts.
Je nach Ort der Infektion unterscheidet man:
- Infektionen des unteren Harntrakts, wie der Harnröhre (Urethritis), der Blase (Zystitis) oder der Prostata (Prostatitis)
- Infektionen des oberen Harntrakts, wie der oberen Harnwege und des Nierenbeckens (Pyelonephritis)
Zu den häufigsten Harnwegsinfektionen gehört die Blasenentzündung. Frauen sind wesentlich häufiger betroffen als Männer. Etwa 10 Prozent der Frauen erkranken mindestens einmal jährlich an einer Blasenentzündung.
Zu den weiteren Ursachen, die Brennen beim Wasserlassen hervorrufen können, zählen:
- Unspezifische Reizblase
- Scheidenentzündung (Kolpitis)
- Sexuell übertragbare Erkrankungen, wie Gonorrhö (Tripper) oder eine Chlamydien-Infektion
- Blasenkrebs
Wann zum Arzt, wenn es brennt beim Wasserlassen?
Manche Betroffene, die beim Wasserlassen brennende Schmerzen bemerken, suchen nicht sofort einen Arzt auf. Besonders Frauen, die bereits wiederholt unkomplizierte Blasenentzündung hatten, warten mitunter ein paar Tage ab und behandeln sich selbst mit Hausmitteln. Dazu gehört beispielsweise viel trinken, um die Bakterien aus der Blase zu spülen.
Bestimmte Personengruppen sollten nicht zögern, einen Arzt aufzusuchen, da bei ihnen das Risiko einer komplizierten Harnwegsinfektion größer ist. Dazu gehören:
- Schwangere
- Personen mit schlecht eingestelltem Diabetes mellitus
- Männer
- Kinder
- ältere Menschen mit mehreren Erkrankungen (geriatrische Patienten)
- Personen mit gestörter Immunabwehr, zum Beispiel verursacht durch eine Chemotherapie oder HIV-Infektion
Zudem gibt es bestimmte Faktoren, die ebenfalls einen komplizierten Verlauf einer Harnwegsinfektion begünstigen können. Die Risikofaktoren sind:
- Anatomische Besonderheiten des Harntrakts
- Urologische Erkrankungen, Nierensteine
- Innerhalb von zwei Wochen bei: Anlegen eines Urinkatheters, Einnahme von Antibiotika, Entlassung aus Krankenhaus oder Pflegeheim
Was macht der Arzt, wenn es beim Wasserlassen brennt?
Wenn Betroffene wegen Schmerzen beim Wasserlassen eine Arztpraxis aufsuchen, wird der Arzt in einem Anamnesegespräch über die Krankengeschichte mögliche Begleitsymptome, eventuelle Risikofaktoren und Vorerkrankungen erfragen. Oftmals veranlasst der Arzt eine Untersuchung des Harns mittels eines Teststreifens oder einer Urinkultur, um die Infektion abzuklären. Geht der Arzt davon aus, dass eine unkomplizierte Harnwegsinfektion vorliegt, sind meist keine weiteren diagnostischen Schritte nötig.
Sind die Beschwerden jedoch weniger eindeutig oder liegen Risikofaktoren vor, veranlasst der Arzt je nach Situation weitere Untersuchungen, wie zum Beispiel:
- Gynäkologische oder urologische Untersuchungen
- Blutuntersuchung
- Ultraschall- oder Röntgenaufnahmen des Harntrakts
- Blasenspiegelung mit Hilfe eines Endoskops
Eine unkomplizierte Blasenentzündung kann von allein ausheilen. Hat der Betroffene starke Schmerzen, ist die Einnahme von Schmerzmitteln oder krampflösenden Medikamenten ratsam. Ob die Einnahme eines Antibiotikums erforderlich ist, entscheidet der Arzt individuell.
Handelt es sich um einen komplizierten Harnwegsinfekt, ist die Einnahme eines Antibiotikums unerlässlich, damit sich die Infektion nicht weiter ausbreitet. Ist die Infektion schon weiter fortgeschritten und hat die Nieren befallen, kann unter Umständen ein Krankenhausaufenthalt notwendig sein.
Manchmal behandelt der Arzt Frauen mit sehr häufig wiederkehrenden Entzündungen der Blase vorbeugend mit einem Antibiotikum. Die präventive Einnahme erfolgt meist über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten. Bei Frauen in oder nach den Wechseljahren kann der sinkende Östrogenspiegel zu einer trockeneren Schleimhaut der Scheide und damit zu einer leichteren Besiedlung mit Bakterien führen. Entsprechende Östrogenpräparate zur lokalen Anwendung können dies unter Umständen verringern.
Das können Sie selbst tun, wenn Brennen beim Wasserlassen auftritt
Wenn Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen auftreten und der Betroffene bereits wiederholt einen unkomplizierten Harnwegsinfekt durchgemacht hat, kann das Trinken von ein bis zwei Liter Flüssigkeit pro Tag wie Tee oder Wasser und die Anwendung von Wärme auf den unteren Bauch, zum Beispiel mittels einer Wärmflasche, unterstützend wirken. Zudem ist eine regelmäßige und vollständige Blasenentleerung günstig.
Frauen mit wiederkehrenden Blasenentzündungen können vorbeugende Maßnahmen ausprobieren. Dazu zählt eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von etwa 1,5 Litern pro Tag. Haben sie bisher zur Verhütung ein Diaphragma oder spermienabtötende Mittel genutzt, kann mitunter ein Wechsel zu einer anderen Verhütungsmethode sinnvoll sein. Zudem können Unterkühlungen und übertriebene Intimhygiene Harnwegsinfekte begünstigen.
Diese Maßnahmen sollen ein Verschleppen der Darmkeime in den Harntrakt verringern und eine intakte Scheidenflora unterstützen. Bemerken die Betroffenen keine Verbesserung und wiederholen sich die Infekte trotzdem, ist eine Abklärung beim Facharzt notwendig. Dieser prüft, ob keine andere Erkrankung vorliegt.
Veröffentlicht am: 30.03.2026
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Quellen:
[1] Gesundheitsinformation.de. Behandlung einer akuten Blasenentzündung. https://www.gesundheitsinformation.de/behandlung-einer-akuten-blasenentzuendung.html
[2] Gesundheitsinformation.de. Gutartige Prostatavergößerung. https://www.gesundheitsinformation.de/gutartige-prostatavergroesserung.html
[3] Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs. Harnwegsinfektion. https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/nieren-harnblase/harnwegsinfektion.html
[4] Pschyrembel.online. Blasenkarzinom. https://www.pschyrembel.de/Blasenkarzinom/
[5] Pschyrembel.online. Harnwegsinfektion (HWI). https://www.pschyrembel.de/Harnwegsinfekt/
[6] Pschyrembel.online. Miktion. https://www.pschyrembel.de/Miktion/
[7] Schmiemann, G. et al. S3-Leitlinie und Anwenderversion der S3-Leitlinie Harnwegsinfektion. 2018. Hrsg. Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Berlin. https://register.awmf.org/assets/guidelines/053-001l_S3_Brennen_beim_Wasserlassen_2018-09-verlaengert_01.pdf
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