Zytomegalie - Symptome, Ursachen und Behandlung

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Die Zytomegalie ist eine Virusinfektion, die weit verbreitet ist. Nicht immer wissen Menschen, dass sie sich infiziert haben, da die Krankheitszeichen bei Menschen mit einem gesunden Immunsystem oft denen einer Erkältung ähneln, wenn sie überhaupt wahrgenommen werden. Das Zytomegalievirus verbleibt nach der Infektion im Körper und wird vom Immunsystem in Schach gehalten, sodass keine Symptome auftreten. Während es für gesunde Menschen folgenlos bleibt, kann es bei Menschen mit geschwächter Immunabwehr zu Komplikationen kommen. Kommt es während der Schwangerschaft zur erstmaligen Infektion mit dem Virus, besteht das Risiko, dass sie auf das Ungeborene übergeht und dort zu Schäden führt.
Was ist eine Zytomegalie?
Die Zytomegalie ist eine Infektionskrankheit, die besonders für Schwangere oder Menschen mit einem geschwächten Immunsystem relevant ist. Für Menschen mit einem starken Immunsystem verläuft eine Infektion mit dem Zytomegalievirus in der Regel unbemerkt oder nur mit schwachen Symptomen, die einer Erkältung ähneln.
Haben Schwangere sich mit dem Zytomegalievirus infiziert, besteht das Risiko, dass sie das Virus auf das Ungeborene übertragen. Das Virus ist weltweit verbreitet und gilt als häufigster Erreger, der nach Infektion bei Ungeborenen zu körperlichen und geistigen Einschränkungen führt. In Deutschland haben etwa 47 Prozent der Schwangeren entweder bewusst oder unbewusst eine Infektion mit dem Zytomegalievirus durchlebt.
Bei Menschen mit einem geschwächten oder unterdrückten Immunsystem führt eine vorangegangene Infektion mit dem Zytomegalievirus oft zu Komplikationen. Betroffen davon können Menschen sein, die mit einer HIV-Infektion leben, die sich einer Krebstherapie unterziehen oder denen ein Organ transplantiert wurde.
Wie äußert sich eine Zytomegalie?

Treten Beschwerden auf, ähneln diese oft solchen einer Erkältung. Möglich sind dann:
- Kopf- und Gliederschmerzen
- Fieber
- Abgeschlagenheit
- Geschwollene Lymphknoten
- Husten, Schnupfen
Zwischen der Infektion und dem Auftreten dieser Symptome verstreichen zwischen drei und zwölf Wochen. Diese Zeit beschreibt in der Medizin die Inkubationszeit.
Etwa zehn von 100 Kindern, die eine Infektion mit dem Zytomegalievirus als Ungeborenes durchlebt haben, werden früh geboren. Oftmals weisen sie ein geringes Gewicht auf. Daneben sind bei ihnen nach der Geburt unter anderem noch folgende Symptome möglich:
- Hördefekte
- Gelbsucht (Ikterus)
- Hauteinblutungen (Petechien), die sich als kleine rote Punkte zeigen
- Eine vergrößerte Leber (Hepatomegalie) oder eine vergrößerte Milz (Splenomegalie)
- Ein im Verhältnis zum Körper sehr kleiner Kopf (Mikrozephalie)
- Augenschäden
- Lungenentzündung
- Wachstumsstörung als Fötus
- Krampfanfälle
Die meisten Kinder, die sich als Fötus infizieren, sind bei der Geburt allerdings gesund. Dennoch sind auch bei diesen später in der Entwicklung durch die Infektion bedingte Schäden möglich. Dies kann sich in einer milden Entwicklungsverzögerung zeigen oder in Hörstörungen. Um letztere frühzeitig zu erkennen, ist es wichtig, das Gehör bis ins Schulalter regelmäßig kontrollieren zu lassen, um das Kind entsprechend fördern zu können.
Infizieren sich frühgeborene Kinder über die virushaltige Stillmilch, kann die Infektion in manchen Fällen schwerwiegende Folgen haben. Eine Infektion bei Säuglingen erfolgt hingegen meist milde oder symptomlos.
Was verursacht eine Zytomegalie?
Auslöser der Zytomegalie ist das zu den Herpesviren gehörende Zytomegalievirus. Für dieses ist es wie für die anderen Herpesvirenarten auch charakteristisch, dass es nach der Infektion ein Leben lang im Körper verbleibt. Daher sind noch in späteren Lebensabschnitten wiederholt Symptome möglich, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Zudem kann eine infizierte Person wiederholt andere anstecken.
Eine Infektion mit dem Erreger der Zytomegalie erfolgt durch eine Schmierinfektion nach Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Menschen. Dazu zählen beispielsweise:
- Urin
- Speichel
- Genitalsekret und Sperma
- Tränenflüssigkeit
- Stillmilch
- Organtransplantate
- Blutpräparate
Eltern stecken sich am häufigsten bei ihren Kindern durch den engen Körperkontakt oder beim Wechseln von Windeln an. Für Schwangere, die bereits ein älteres Kind haben, besteht dadurch ein größeres Risiko, sich anzustecken.
Wie wird die Diagnose Zytomegalie gestellt?
Die Zytomegalie verläuft in der Regel symptomlos oder ähnlich einer Erkältung. Wenn immungeschwächte Menschen Beschwerden wie eine Leber-, Lungen- oder Netzhautentzündung haben, kann eine Untersuchung auf das Zytomegalievirus in Betracht gezogen werden.
Bei einer schwangeren Person erfolgt die Diagnose meist, um zu erfahren, ob bereits eine Infektion mit dem Zytomegalievirus stattgefunden hat. Da es sich bei dieser Untersuchung nicht um eine Kassenleistung handelt, muss die Person für die Untersuchung selbst aufkommen.
Die Infektion lässt sich durch verschiedene Testmethoden nachweisen, welche der Antikörperbestimmung dienen. Auffällige Befunde lassen sich durch weitere Testmethoden bestätigen oder ausschließen. Steht eine Infektion der schwangeren Person fest, wird die Entwicklung des Ungeborenen per Ultraschall in regelmäßigen gynäkologischen Terminen kontrolliert. Zusätzlich ist es über die Fruchtwassertestung ab der 19. Schwangerschaftswoche möglich, festzustellen, ob sich das Ungeborene infiziert hat.
Wie sieht die Behandlung bei Zytomegalie aus?
Bereitet die Zytomegalie Beschwerden, kommen zur Behandlung Medikamente zum Einsatz, die verhindern, dass sich die Viren im Körper vermehren (Virostatika). Menschen mit einem geschwächten Immunsystem erhalten oft Ganciclovir, welches gegen andere Virostatika wie Foscavir oder Cidovir ausgetauscht werden kann, wenn der gewünschte Effekt ausbleibt. Alle drei Wirkstoffe eignen sich auch für die Erhaltungstherapie, die besonders für immunschwache Menschen wichtig ist, um das Virus dauerhaft in Schach zu halten.
Bei Neugeborenen kommen diese Virostatika nur nach sorgfältigem Abwägen zum Einsatz, weil sie unter anderem nicht für diese Altersgruppe zugelassen sind. Schwangere und Stillende erhalten keine Virostatika.
Wie können Sie einer Zytomegalie vorbeugen?
Die Zytomegalie ist weit verbreitet und eine Impfung gegen das Virus bislang nicht möglich. Vorbeugemaßnahmen zum Schutz anderer sind daher besonders in Gegenwart immunschwacher oder schwangerer Menschen nötig. Um das Infektionsrisiko im Umgang mit diesen Personengruppen herabzusetzen, eignen sich folgende Maßnahmen:
- Kinder nicht auf Mund oder Wange küssen
- Verzicht auf die gemeinsame Nutzung von Gläsern, Handtüchern, Zahnbürsten oder Besteck. Auch sollte der Schnuller nicht in den Mund genommen oder die Essensreste der Kinder verzehrt werden.
- Einhalten der Händehygiene durch Waschen mit Seife und warmem Wasser, vor allem nach dem Windelwechseln, Nase schnäuzen, Baden, Füttern oder dem Berühren von stark bespeichelten Gegenständen.
- Oberflächen in Küche, Bad und Wohnräumen sollten regelmäßig, aber immer unverzüglich abgewischt werden, wenn sich auf ihnen Körperflüssigkeiten befinden.
Veröffentlicht am: 16.03.2026
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ICD Code
ICD Codes sind Internationale statistische Klassifikationen der Krankheiten zu finden z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) oder Ärztebriefen. Die Zuordnung basiert auf dem Diagnoseschlüssel ICD-10 BMSGPK 2022 (März 2022)
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Quellen:
[1] Pschyrembel. Online. Zytomegalie. https://www.pschyrembel.de/Zytomegalie/K0PJ3
[2] Bundesverband der Frauenärzte e. V. (BVF). Zytomegalie in der Schwangerschaft.
https://www.frauenaerzte-im-netz.de/erkrankungen/zytomegalie-in-der-schwangerschaft/therapie-praevention/
[3] Robert-Koch-Institut. Zytomegalievirus-Infektion. https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Zytomegalievirus.html#doc4738494bodyText2
[4] Orpha.net. Fetales Zytomegalie-Virus-Syndrom. https://www.orpha.net/de/disease/detail/294
[5] Deximed Hausarztwissen online. Zytomegalie. https://deximed.de/home/klinische-themen/infektionen/krankheiten/virusinfektionen/zytomegalie
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