HWS-Syndrom - Symptome, Behandlung und Ursachen

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Das HWS-Syndrom oder Halswirbelsäulensyndrom ist ein Überbegriff für eine Gruppe von Symptomen und Beschwerden, die von der Halswirbelsäule ausgehen und eine Vielzahl von Ursachen haben können. Es äußert sich vornehmlich durch Nackenschmerzen und -steifigkeit, wobei die Schmerzen bis in die Arme ausstrahlen können. Auch Kopfschmerzen und Schwindel sind häufige Symptome. Die Ursachen des HWS-Syndroms sind vielfältig. Die Diagnose erfolgt durch eine Kombination aus Anamnese, körperlicher Untersuchung und bildgebenden Verfahren. Die Behandlung des HWS-Syndroms richtet sich nach der Ursache und den individuellen Symptomen.
Was ist ein HWS-Syndrom?
Das HWS-Syndrom beschreibt eine Reihe von Beschwerden, die von der Halswirbelsäule (HWS) ausgehen und ein breites Spektrum an Symptomen umfassen können. Fachleute sprechen auch vom Zervikalsyndrom. Es handelt sich nicht um eine einzelne Erkrankung, sondern einen Sammelbegriff für verschiedene Zustände, welche die Strukturen der Halswirbelsäule betreffen, einschließlich der Wirbelknochen, Bandscheiben, Nerven und Muskeln.
Das HWS-Syndrom lässt sich in mehrere Dimensionen einteilen:
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Nach Verlauf:
- Akutes HWS-Syndrom
- Chronisches HWS-Syndrom
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Nach Schmerzausstrahlung:
- Lokales HWS-Syndrom
- Pseudoradikuläres HSW-Syndrom
- Radikuläres HWS-Syndrom
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Nach Lokalisation:
- Oberes HWS-Syndrom: Schmerzen im Bereich der Halswirbelkörper 1-2
- Mittleres HWS-Syndrom: Schmerzen im Bereich der Halswirbelkörper 3-5
- Unteres HWS-Syndrom: Schmerzen im Bereich der Halswirbelkörper 6-7
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Nach Ursache:
- Funktionelles HWS-Syndrom; Verursacht durch Fehlhaltungen
- Degeneratives HWS-Syndrom: Verursacht durch Verschleiß
- Posttraumatisches HSW-Syndrom: Verursacht durch einen Unfall
Wie äußert sich ein HWS-Syndrom?
Die Symptome des HWS-Syndroms variieren stark in ihrer Intensität und Ausprägung. Häufige Beschwerden sind:

- Nackenschmerzen und -steifigkeit: Die Schmerzen können plötzlich (akut) oder schleichend (chronisch) auftreten und in Schultern, Arme oder den Rücken ausstrahlen.
- Kopfschmerzen und Migräne: Besonders typisch sind Schmerzen, die vom Nacken ausgehen und sich über den Hinterkopf bis in die Stirnregion ausbreiten.
- Schwindelgefühle: Diese können mit einer Unsicherheit beim Gehen einhergehen und sind oft von Übelkeit begleitet.
- Sensorische Störungen: Dazu gehören Taubheitsgefühle , Kribbeln oder Brennen in Armen und Händen.
- Bewegungseinschränkungen: Die Beweglichkeit des Nackens kann eingeschränkt sein, was das Drehen oder Neigen des Kopfes erschwert.
- Visuelle und auditive Störungen: Einige Betroffene berichten über Sehstörungen oder Ohrgeräusche (Tinnitus).
Was verursacht ein HWS-Syndrom?
Das HWS-Syndrom wird durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht, dazu zählen:
- Degenerative Veränderungen: Alterungsprozesse führen oft zu Verschleißerscheinungen an den Bandscheiben und Wirbelgelenken.
- Entzündliche Erkrankungen (z. B. Rheuma, rheumatoide Arthritis)
- Fehlhaltungen: Langfristige schlechte Haltung, insbesondere bei der Arbeit am Computer oder langer Handybenutzung, kann zu Überbelastungen der HWS führen.
- Traumata: Verletzungen wie Schleudertrauma nach einem Autounfall können die Halswirbelsäule beschädigen.
- Psychischer Stress kann zu Muskelverspannung en im Nacken- und Schulterbereich führen.
Wie wird die Diagnose HWS-Syndrom gestellt?
Zunächst führt die Ärztin oder der Arzt ein ausführliches Gespräch mit der betroffenen Person (Anamnese), um die genaue Natur der Beschwerden, deren Beginn, mögliche auslösende Ereignisse und bisherige Behandlungen zu erfragen. Dies schließt Fragen nach der Art und Intensität der Schmerzen, zum Beispiel ob sie in andere Körperregionen ausstrahlen, sowie nach etwaigen Begleitsymptomen wie Kopfschmerzen, Schwindel oder sensorischen Störungen ein.
Nach der Anamnese folgt die körperliche Untersuchung. Dabei werden die Beweglichkeit der Halswirbelsäule, die Schmerzpunkte und die Muskelkraft sowie Reflexe geprüft, um eventuelle neurologische Defizite festzustellen. Spezielle Tests, wie das Vorneigen des Kopfes oder das Drehen des Halses, können dabei helfen, die Symptome zu reproduzieren und so Rückschlüsse auf die zugrunde liegende Ursache zu ziehen.
Für eine genauere Diagnose können bildgebende Verfahren herangezogen werden. Röntgenaufnahmen der Halswirbelsäule geben oft Aufschluss über strukturelle Veränderungen wie Arthrose oder Fehlstellungen. Die Magnetresonanztomografie (MRT) ist besonders hilfreich, um weiche Gewebe einschließlich Bandscheiben, Bänder und Nervenstrukturen detailliert darzustellen. In einigen Fällen wird eine Computertomografie (CT) eingesetzt, um die Knochenstrukturen genauer zu beurteilen. Mit elektrophysiologischen Tests wie der Elektroneurografie (ENG) oder der Elektromyografie (EMG) ist es zudem möglich, die Funktion der Nerven und Muskeln zu evaluieren. Die Ergebnisse liefern Hinweise auf eine mögliche Nervenkompression oder andere neurologische Probleme.
Wie sieht die Behandlung beim HWS-Syndrom aus?
Die Behandlung des HWS-Syndroms hängt von der spezifischen Ursache und der Schwere der Symptome ab. Typische Behandlungsansätze sind:
- Physiotherapie und gezielte Übungen zur Stärkung der Nackenmuskulatur und Verbesserung der Flexibilität
- Rückenschule: Vermittlung von rückengerechtem Verhalten
- Wärmetherapie, z. B. mithilfe von Rotlicht, Wärmekissen oder warmen Packungen
- Manuelle Therapie, einschließlich Chiropraktik oder Osteopathie, um Verspannungen zu lösen und die Beweglichkeit zu fördern
- Schmerzmanagement durch Medikamente wie Ibuprofen, Diclofenac, Paracetamol und Muskelrelaxantien
- Injektion von Lokalanästhetika, d. h. das Spritzen von Betäubungsmitteln, die für eine bestimmte Zeit und örtlich begrenzt die Schmerzempfindlichkeit herabsetzen können
In schwereren Fällen oder wenn konservative Behandlungen nicht wirksam sind, kann eine chirurgische Intervention in Betracht gezogen werden, um die zugrunde liegende Ursache direkt anzugehen. Eine frühzeitige Diagnose und eine gezielte multidisziplinäre Behandlung sind entscheidend, um die Symptome effektiv zu managen.
Was können Sie selbst beim HWS-Syndrom tun?
Zur Selbsthilfe bei HWS-Syndrom können folgende Maßnahmen beitragen:
- Ergonomische Anpassungen am Arbeitsplatz, um Fehlhaltungen zu vermeiden, aber auch im Schlafzimmer, um eine gesunde Schlafposition für Nacken und Schultern zu finden
- Regelmäßige Pausen mit Nackenübungen während langer Sitzperioden
- Vermeidung von Aktivitäten, die Nackenschmerzen verschlimmern (wie lange in einer starren Position aufs Smartphone schauen)
- Wärme- oder Kälteanwendungen (je nachdem, was individuell besser hilft) zur Linderung von Schmerzen. Bei Muskelverspannungen hilft oft Wärme, bei akuten Entzündungen oder Schwellungen ist Kälte angeraten.
- Stressmanagement-Techniken wie Meditation, progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, Tai-Chi oder Yoga zur Reduzierung von Muskelverspannungen
Bei anhaltenden oder schweren Symptomen ist es ratsam, ärztlichen Rat einzuholen, um eine geeignete Diagnose und Behandlung zu erhalten.
Veröffentlicht am: 20.01.2026
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ICD Code
ICD Codes sind Internationale statistische Klassifikationen der Krankheiten zu finden z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) oder Ärztebriefen. Die Zuordnung basiert auf dem Diagnoseschlüssel ICD-10 BMSGPK 2022 (März 2022)
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