Aids - Symptome, Übertragung und Behandlung

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Als AIDS bezeichnen Fachleute das Endstadium einer Erkrankung, die das körpereigene Abwehrsystem eines Menschen betrifft. Die vorherigen Stadien sind als HIV-Infektion bekannt. Die Ansteckung mit dem HI-Virus erfolgt durch den Austausch von Körperflüssigkeiten, beispielsweise beim ungeschützten Geschlechtsverkehr. Durch Medikamente lassen sich HIV-Erkrankungen und AIDS heutzutage gut behandeln, sofern die Wirkstoffe korrekt eingenommen werden. Ohne Behandlung kann AIDS tödlich verlaufen, weshalb Personen mit Erkrankungsanzeichen sich sicherheitshalber testen lassen sollten.
Was ist AIDS?
AIDS ist die Abkürzung für Acquired Immune Deficiency Syndrome, auf Deutsch: erworbenes Immunschwächesyndrom. Es handelt sich um eine Erkrankung, die das körpereigene Abwehrsystem (Immunsystem) schädigt und so die Person anfällig für Infektionen macht. AIDS ist das Endstadium einer Infektion mit dem humanen Immundefizienz-Virus (HIV). Eine Ansteckung mit HIV erfolgt häufig über ungeschützten Geschlechtsverkehr, vor allem wenn dieser anal stattfindet, oder über direkten Kontakt mit dem Blut einer HIV-positiven Person.
Wichtig ist außerdem: Unter erfolgreicher Therapie mit nicht nachweisbarer Viruslast („U=U – undetectable = untransmittable“) können HIV-positive Menschen das Virus sexuell nicht übertragen.
Wie äußert sich AIDS?

AIDS ist das Endstadium einer HIV-Infektion, dementsprechend treten in dieser Phase bereits schwerwiegende und zum Teil lebensbedrohliche Erkrankungen auf. Dazu gehören beispielsweise:
- Pilzinfektionen in der Speiseröhre, Luftröhre und Lunge
- Herpesinfektionen
- Lungenentzündungen, vor allem der Typ Pneumocystis-Pneumonie
- Krebserkrankungen, z. B. Kaposi-Sarkom
- Virusinfektionen
Weitere sogenannte AIDS-definierende Erkrankungen wie Tuberkulose, Toxoplasmose im Gehirn oder eine Cytomegalie-Virus-(CMV)-Infektion der Netzhaut gehören ebenfalls dazu.
Zuvor durchlaufen Menschen, die sich mit HIV angesteckt haben, mehrere Erkrankungsphasen. Nur wenn das HI-Virus unbehandelt bleibt, kommt es zu AIDS-definierenden Erkrankungen. HIV-Infektionen äußern sich in der Regel folgendermaßen:
- Phase 1: Etwa zwei bis vier Wochen nach Ansteckung zeigen sich grippeähnliche Symptome wie Fieber, Müdigkeit, Lymphknotenschwellungen und Muskelschmerzen.
- Phase 2: Ist die akute Phase 1 abgeklungen, folgt eine symptomfreie Zeit, in der das Immunsystem noch gegen das Virus arbeiten kann.
- Phase 3: Das Immunsystem ist stark geschwächt, es kommt zu ausgeprägten Symptomen wie unter anderem Gürtelrose, Pilzbefall, hohem Fieber und langanhaltendem Durchfall.
In Ländern mit guter medizinischer Versorgung erreichen Menschen mit HIV dank einer frühzeitigen Therapie in der Regel nicht mehr das AIDS-Stadium.
Fachleute sprechen von AIDS, wenn die typischen Erkrankungsanzeichen bestehen und zusätzlich pro Mikroliter Blut weniger als 200 Helferzellen des Immunsystems messbar sind. Bei gesunden Personen liegt dieser Wert zwischen 500 und 1.500. Die Diagnose kann jedoch auch gestellt werden, wenn bestimmte AIDS-definierende Erkrankungen auftreten – unabhängig von der Zahl der Helferzellen.
Was verursacht AIDS?
AIDS entsteht durch eine unbehandelt fortschreitende HIV-Infektion. Zu einer Ansteckung mit HIV kommt es, wenn infektiöse Körperflüssigkeiten in den Körper einer anderen Person gelangen. Das ist vor allem der Fall, wenn Menschen ungeschützten Geschlechtsverkehr haben und dabei in Kontakt mit der Penis-, Vaginal- oder Analschleimhaut kommen. Gerade in den ersten Wochen nach einer HIV-Infektion wissen die meisten noch nicht, dass sie erkrankt sind. In dieser Zeit ist das Virus besonders aktiv und vermehrt sich, weshalb das Risiko für die Übertragung auf andere Personen bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr sehr hoch ist.
Ein weiteres Ansteckungsrisiko besteht durch den direkten Austausch von Blut, das HI-Viren enthält. Dazu kann es beispielsweise kommen, wenn Menschen Drogen konsumieren und dabei die gleiche Spritze benutzen. Früher bestand aus diesem Grund ein Infektionsrisiko für chirurgisches Personal während einer Operation oder wenn gesunde Menschen Bluttransfusionen von erkrankten Personen erhielten. Heutzutage ist dieses Risiko durch ausgeprägte Hygiene- und Schutzmaßnahmen sowie bestimmte Bluttests weitgehend ausgeschaltet. Alltagskontakte wie Küssen, Umarmen, gemeinsames Essen oder die Nutzung derselben Toilette sind dagegen sicher und stellen kein Ansteckungsrisiko dar.
Es kann vorkommen, dass eine schwangere HIV-positive Person das Virus während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder beim Stillen an das Kind weitergibt. Dieses Risiko besteht insbesondere, wenn sie keine Medikamente gegen HIV nimmt. Bei konsequenter Therapie und nicht nachweisbarer Viruslast lässt sich eine Übertragung jedoch in aller Regel verhindern, sodass betroffene Frauen gesunde Kinder zur Welt bringen können.
Gelangt das Virus in den Körper einer gesunden Person, beginnt es damit, die Helferzellen des Immunsystems zu zerstören. Die Helferzellen sind dafür zuständig, dem Immunsystem den Befehl zu geben, gegen Erreger von außen vorzugehen. Wenn die Helferzellen aufgrund einer HIV-Erkrankung nicht mehr arbeiten können, kann das Immunsystem nach einiger Zeit keine Krankheitserreger mehr abwehren.
Wie wird die Diagnose AIDS gestellt?
Grundsätzlich gilt: Je früher eine HIV-Infektion festgestellt wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten einer Behandlung. Die meisten Menschen lassen sich aus verschiedenen Gründen auf HIV testen, beispielsweise wenn Erkrankungsanzeichen vorliegen, sie regelmäßig ungeschützten Geschlechtsverkehr haben oder wenn ein Kinderwunsch besteht.
Die Diagnostik erfolgt anhand verschiedener Methoden. Zunächst kommt ein ELISA (Enzyme-Linked Immunosorbent Assay)-Test zum Einsatz – ein immunologischer Test, um Abwehrstoffe des Körpers im Blut (Antikörper) gegen das HI-Virus aufzuspüren. Antikörper sind in der Regel bereits drei bis zwölf Wochen nach der Infektion im Blut nachweisbar. Um sicherzugehen, sollte ein ELISA-Test ungefähr sechs Wochen nach einer möglichen Ansteckung erfolgen.
Ist das Ergebnis des immunologischen Tests positiv, folgt immer noch ein Bestätigungstest mit einer zweiten Blutprobe der möglicherweise betroffenen Person. Erst wenn der Bestätigungstest, Western-Blot genannt, ebenfalls ein positives Ergebnis liefert, gilt diese als HIV-erkrankt.
In manchen Fällen ist eine frühere Diagnosestellung notwendig, zum Beispiel in Notsituationen oder wenn der Verdacht auf eine HIV-Übertragung bei einem Neugeborenen vorliegt. Dafür kommt ein PCR-Test (Polymerase Chain Reaction) zum Einsatz, der das Erbgut der Viren im Blut direkt identifiziert. Solch eine Testung ist etwa ein bis zwei Wochen nach vermuteter Ansteckung möglich. Noch schneller funktionieren Schnelltests, die bereits innerhalb weniger Minuten ein Ergebnis liefern. Schnelltests gelten jedoch als nicht zuverlässig, weshalb zur sicheren Abklärung auf jeden Fall weitere Tests wie der ELISA im Labor folgen sollten.
Die Diagnostik mit Laborverfahren bezieht sich immer auf eine HIV-Infektion. AIDS diagnostizieren medizinische Fachleute erst, wenn bestimmte Erkrankungen vorliegen und die Helferzellen des Immunsystems auf unter 200 pro Mikroliter Blut fallen.
Wie sieht die Behandlung bei AIDS aus?
Unabhängig davon, ob ärztliche Fachkräfte von einer HIV-Infektion oder von AIDS sprechen, besteht die Behandlung vordergründig in einer antiretroviralen Therapie. Diese besteht aus Medikamenten, welche kombinierte Wirkstoffe enthalten und auf verschiedene Arten gegen das Retrovirus HIV wirken. Das Ziel dabei ist es, die Vermehrung der HI-Viren im Körper zu stoppen, damit sich das Immunsystem erholen und die Helferzellen wieder aufbauen kann. Weder eine HIV-Infektion noch AIDS ist vollständig heilbar. Die Medikamente müssen zudem lebenslänglich eingenommen werden. Dank moderner Kombinationstherapien gilt HIV jedoch heute als chronisch gut behandelbare Erkrankung.
Je nachdem, in welchem Stadium eine erkrankte Person mit der antiretroviralen Therapie beginnt, können die Prognosen für den Verlauf der Erkrankung sehr gut sein. Erfolgt die Behandlung frühzeitig, hat das Immunsystem noch keinen Schaden genommen. In so einem Fall ist es für HIV-positive Menschen beispielsweise möglich, ungeschützten Geschlechtsverkehr zu haben und Kinder zu bekommen, ohne dass es zu einer Ansteckung kommt. Unter erfolgreicher Therapie haben Menschen mit HIV heute eine nahezu normale Lebenserwartung. Wichtig ist dabei, dass die zu behandelnde Person die Medikamente in Form von Tabletten oder Depot-Spritzen äußerst korrekt anwendet. Das genaue Einnahme-Schema legen die medizinische Fachkraft und die HIV-positive Person gemeinsam fest. Während der HIV-Therapie erfolgen ungefähr alle drei Monate Kontrollen, um die Viruslast im Blut zu messen.
Auch im fortgeschrittenen Stadium sind die antiretroviralen Medikamente noch wirksam. Falls bereits Begleiterkrankungen wie Pilzinfektionen auftreten, gilt es, diese ebenfalls zu behandeln. Bleibt AIDS unbehandelt, sterben Betroffene in der Regel früher oder später. Das ist meist auch der Fall, wenn dadurch ausgelöste Erkrankungen wie Krebs oder schwere Lungenentzündungen fortgeschritten sind. Eine psychotherapeutische Behandlung kann dazu beitragen, sich mit dem nahenden Tod auseinanderzusetzen.
Was können Sie selbst bei AIDS tun?
Um AIDS und einer vorherigen HIV-Infektion vorzubeugen, sollten Sie darauf achten, nur geschützten Geschlechtsverkehr mit einem Kondom oder Femidom zu haben. Das gilt vor allem, wenn Sie mit wechselnden Personen verkehren. Sollte bei der Verhütung etwas schiefgehen, gibt es Akutmaßnahmen, die Sie innerhalb von 24 Stunden ergreifen können. In der Regel müssen Sie sich dafür im Krankenhaus vorstellen. Sie erhalten dann über vier Wochen hinweg bestimmte Medikamente, die eine Ansteckung mit HIV verhindern.
Wenn Sie kurze Zeit, nachdem Sie mit einer anderen Person intim waren, Erkrankungssymptome bei sich feststellen, zögern Sie nicht, sich auf HIV testen zu lassen. Das ist sowohl in der hausärztlichen Praxis möglich als auch anonym zum Beispiel auf dem Gesundheitsamt in Ihrer Umgebung.
Sind Sie positiv auf HIV getestet worden, heißt es vor allem, Ruhe zu bewahren. In der heutigen Zeit können Menschen mit HIV ein gewöhnliches Leben führen, sofern sie die antiretroviralen Medikamente korrekt einnehmen. Informieren Sie sich in einer Beratungsstelle über HIV und AIDS und lassen Sie sich regelmäßig untersuchen.
Veröffentlicht am: 15.04.2026
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ICD Code
ICD Codes sind Internationale statistische Klassifikationen der Krankheiten zu finden z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) oder Ärztebriefen. Die Zuordnung basiert auf dem Diagnoseschlüssel ICD-10 BMSGPK 2022 (März 2022)
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Quellen
[1] Pschyrembel. Online. HIV-Erkrankung. https://www.pschyrembel.de/HIV-Erkrankung/K09WK/doc/
[2] Deutsche Aidshilfe e. V. HIV/Aids. https://www.aidshilfe.de/hiv-aids
[3] Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten (BDI). HIV & Aids. https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/hiv-aids/was-ist-hiv-aids.html
[4] Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). HIV und Aids. https://www.liebesleben.de/fuer-alle/hiv-aids/
[5] Deutsche Aidshilfe Safer Sex https://www.aidshilfe-beratung.de/themen/safer-sex
[6] NIH National Libraryof Medicine HIV Antiretroviral Therapy https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK513308/
[7] DAIG Deutsche AIDS-Gesellschaft e.V. Deutsch-Österreichische Leitlinie zur HIV-Therapie in der Schwangerschaft und bei HIVexponierten Neugeborenen https://register.awmf.org/assets/guidelines/055-002l_S2k_HIV-Therapie-Schwangerschaft-und-HIV-exponierten_Neugeborenen_2020-10-verlaengert.pdf
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