Diphenhydramin – Anwendung, Wirkung und Nebenwirkungen

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Zusammenfassung
Diphenhydramin ist ein Medikament gegen Schlafstörungen, Übelkeit und Erbrechen, das in Form von Tabletten oder Dragees eingenommen wird. Als Kombinationspräparat ist es auch in Erkältungsmitteln erhältlich. Die häufigsten Nebenwirkungen umfassen Schläfrigkeit, Benommenheit und Konzentrationsstörungen. Das Mittel ist in Deutschland rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.
Was ist Diphenhydramin?
Der Wirkstoff Diphenhydramin (abgekürzt DPH) gehört zur Gruppe der sogenannten H1-Antihistaminika der ersten Generation, die ursprünglich vorrangig zur Behandlung von Allergien entwickelt wurden. Ein Antihistaminikum ist ein Medikament, das die Wirkung des körpereigenen Botenstoffs Histamin abschwächt. Aufgrund der müde machenden Wirkung wird Diphenhydramin in Deutschland heute allerdings nicht mehr als Mittel gegen Allergien eingesetzt. Stattdessen wird es in erster Linie als Beruhigungsmittel beziehungsweise zur kurzfristigen Behandlung von Schlafstörungen sowie gegen Übelkeit, Erbrechen und Reisekrankheit verwendet.
Wie wirkt Diphenhydramin?
Der Hauptmechanismus von Diphenhydramin beruht darauf, spezielle Bindungsstellen (Rezeptoren) an Zelloberflächen zu besetzen, die für den Botenstoff Histamin vorgesehen sind. Histamin spielt unter anderem bei Entzündungsprozessen und bestimmten allergischen Reaktionen des Immunsystems eine zentrale Rolle. Im Gehirn ist Histamin an der Steuerung des Schlaf-wach-Rhythmus und an der Auslösung von Erbrechen beteiligt. Der Wirkstoff Diphenhydramin verdrängt das Histamin insbesondere von den Histamin-1(H1)-Rezeptoren, wodurch sich zum Beispiel die anti-allergische Wirkung ergibt. Zudem gelangt Diphenhydramin auch gut in das zentrale Nervensystem. Dort hat es einen stark dämpfenden Effekt und führt zu Schläfrigkeit und Benommenheit. Antihistaminika wie beispielsweise Loratadin oder Fexofenadin gehören zur zweiten Generation. Sie wirken überwiegend peripher, also außerhalb des zentralen Nervensystems. Dadurch machen sie weniger müde und eignen sich somit besser zur Behandlung von Allergien.
Der Wirkstoff wird sehr schnell vom Körper aufgenommen. Die höchste Wirkstärke hat Diphenhydramin ein bis vier Stunden nach der Einnahme und die Wirkung kann bei Erwachsenen bis zu neun Stunden anhalten. Nach der Zersetzung des Stoffes in der Leber werden die Abbauprodukte über den Harn ausgeschieden.
Wie und bei welchen Beschwerden wird Diphenhydramin eingesetzt?
Die Anwendungsgebiete von Diphenhydramin sind:
- Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen
- Übelkeit, Erbrechen und Reisekrankheit
In Kombination mit Paracetamol und Pseudoephedrin ist Diphenhydramin auch in Erkältungsmitteln zur Anwendung über Nacht enthalten und wirkt schlaffördernd.
Der Wirkstoff ist in unterschiedlichen Darreichungsformen wie Tabletten, Filmtabletten oder Dragees erhältlich. Die Präparate zur oralen Einnahme enthalten 25 Milligramm oder 50 Milligramm Diphenhydramin, jeweils in Form von Diphenhydraminhydrochlorid, einem Salz von Diphenhydramin. Diphenhydramin ist nicht verschreibungspflichtig und in der Apotheke ab 18 Jahren frei erhältlich.
Die Dosierungsempfehlung von Diphenhydramin richtet sich nach der Art der Beschwerden. Als Arzneimittel gegen Ein- und Durchschlafstörungen wird Diphenhydramin etwa 30 Minuten vor dem Schlafengehen eingenommen. Für Erwachsene beträgt die empfohlene Dosis einmal täglich 25-50 Milligramm. Es ist ratsam, auf eine ausreichende Schlafdauer von sieben bis acht Stunden zu achten. Die Behandlungsdauer sollte nur wenige Tage betragen und zwei Wochen nicht überschreiten. Gegen Übelkeit, Erbrechen oder Reisekrankheit ist die empfohlene Dosis für Erwachsene 50 mg Diphenhydramin bis zu dreimal täglich.
Die Dosis muss bei Personen mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen (Niereninsuffizienz) entsprechend angepasst werden.
Nicht eingenommen werden sollte Diphenhydramin unter anderem bei:
- Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe
- Kindern unter drei Jahren
- Schwangeren und Stillenden
- Akutem Asthma
- Grünem Star (Engwinkelglaukom)
- Phäochromozytom (Geschwülste des Nebennierenmarks)
- Vergrößerung der Prostata
- Epilepsie
- Kalium- oder Magnesium-Mangel
- Bestimmten Herzerkrankungen und Herzrhythmusstörungen
- Gleichzeitiger Einnahme von Alkohol
- Gleichzeitiger Einnahme eines Monoaminoxidase(MAO)-Hemmers (Mittel zur Behandlung von Depressionen)
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Welche Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Diphenhydramin auftreten?
Nebenwirkungen bei der Anwendung von Diphenhydramin können sein:
- Schläfrigkeit, Benommenheit, Schwindel, Konzentrationsstörungen
- Muskelschwäche
- Kopfschmerzen
- Magen-Darm-Beschwerden, Mundtrockenheit, Sodbrennen
- Sehstörungen
- Beschwerden beim Wasserlassen
- Überempfindlichkeitsreaktionen
- Lichtempfindlichkeit der Haut
- Herzrhythmusstörungen
In sehr seltenen Fällen kann es durch die gleichzeitige Einnahme von anderen Mitteln zu einem lebensbedrohlichen Darmverschluss kommen.
Benommenheit und Gleichgewichtsstörungen können insbesondere bei älteren Menschen die Sturzgefahr erhöhen. Der Wirkstoff kann außerdem das Reaktionsvermögen stark beeinträchtigen und hat daher Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit. Während der Wirkungsdauer sollten keine Kraftfahrzeuge oder gefährliche Maschinen bedient werden.
Gibt es Wechselwirkungen zwischen Diphenhydramin und anderen Mitteln?
Eine wechselseitige Verstärkung der Wirkung kann auftreten bei der gleichzeitigen Einnahme von Diphenhydramin mit:
- Alkohol
- Anderen Arzneimitteln, die auf das zentrale Nervensystem wirken, wie Psychopharmaka, Schlafmittel, Schmerzmittel, Mittel gegen Epilepsie (Antiepileptika)
- Mitteln mit anticholinerger Wirkung, etwa bestimmte Antidepressiva, Atropin oder Monoaminooxidase(MAO)-Hemmer
- Blutdrucksenkenden Arzneimitteln
- Wirkstoffen, die das QT-Intervall im Elektrokardiogramm (EKG) verlängern, (z. B. Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, bestimmte Antibiotika)
- Arzneimitteln, die zu einem Kaliummangel führen können
Veröffentlicht am: 22.04.2026
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ATC Code(s)
ATC Codes sind internationale Klassifikationen von Wirkstoffen und Arzneimitteln.
- N06AB06
- Quelle: Gelbe Liste
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Quellen
[1] Mutschler Arzneimittelwirkungen. 11. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart (2020).
[2] Pschyrembel. Online. Diphenhydramin. https://www.pschyrembel.de/Diphenhydramin/K060S
[3] Gelbe Liste Pharmindex. https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Diphenhydramin_21698
[4] Packungsbeilage vivinoxÒ Sleep Schlafdragees. Bausch + Lomb. https://www.vivinox.de/wp-content/uploads/2020/03/GI_VivinoxSleep.pdf
[5] Packungsbeilage EmesanÒ Aristo Pharma GmbH. https://www.aristo-pharma.de/system/files/2021-02/Emesan_Tabl_GI_40006706-3.pdf
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