Katze und Wasser ist ein Thema für sich. Dass viele Katzen nicht gerne nass werden und Baden ein großes Theater werden kann, ist nicht weiter schlimm. Bedenklich und gesundheitsschädigend wird es, wenn die Samtpfoten wenig trinken. Warum Katzen von Natur aus trinkfaul sind und wie Sie damit umgehen, erfahren Sie hier.

Was bei Hunden oder Pferden überhaupt kein Problem ist, kann bei Katzen sprichwörtlich an die Nieren gehen. Die Stubentiger haben kein natürliches Durstempfinden und vergessen gerne das Trinken. Das kann zu Nierenproblemen oder Harnsteinen führen. In der Wildnis bekommen die kleinen Raubtiere ausreichend Flüssigkeit durch das frische Blut ihrer Beutetiere ab. Fleisch vom Metzger oder Feuchtfutter hat aber viel weniger Flüssigkeit in sich als eine frische Maus. Junge, alte und säugende Tiere brauchen besonders viel Flüssigkeit.

Wieviel Wasser braucht meine Katze?

Eine durchschnittliche Katze mit einem Körpergewicht von fünf Kilogramm sollte pro Tag einen Viertel Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Das klingt mehr, als es ist. Fast die Hälfte davon kann durch Nassfutter mit einem Feuchtigkeitsanteil von 80 Prozent abgedeckt werden. Viele Katzenbesitzer füttern ihre Tiere gerne mit Trockenfutter, da sowohl Futter wie auch die Ausscheidungen dann weniger streng riechen. Trockenfutter hat zwar ebenfalls Flüssigkeit in sich, aber nur sehr wenig. Wird überhaupt kein Nassfutter gereicht, brachen Katzen auf jeden Fall noch mehr Flüssigkeit. Fast alle Katzenfans wissen – eine Schale Wasser neben dem Futternapf reicht hierzu nicht aus.

Warum mögen Katzen fließendes Wasser?

Katzen sind die ältesten und wichtigsten Haustiere des Menschen. Seit der Erfindung des Ackerbaus, vor mehreren tausend Jahren, halten sie die Getreidespeicher ihrer zweibeinigen Freunde mäusefrei und wurden dafür von den alten Ägyptern sogar als Götter verehrt. Für die Evolution sind das aber nur sehr kleine Zeitabschnitte. Alle Katzen stammen aus der Savanne und verhalten sich trotz Domestizierung immer noch so, als ob sie nach wie vor dort leben würden.

Sie mögen instinktiv kein stehendes Wasser, da dieses mit Erregern oder Bakterien verseucht sein könnte. Dafür lieben sie frisch sprudelndes oder rinnendes Wasser. Viele Katzen trinken liebend gerne aus der Toilette oder einem tropfenden Wasserhahn. Eine günstigere und hygienische Alternative dazu ist ein Katzenbrunnen. Eine weiterer Trinkanstoß, vor allem im Sommer, wenn die Katzen noch mehr Flüssigkeit brauchen, sind Eiswürfel in der Trinkschale. Katzen lieben es daran zu lecken. Auch Tischtennisbälle, schwimmende Spielzeuge oder belebende Energiesteine im Wasser regen zum Spielen und Trinken an.

Wichtig ist dabei, dass die Trinkgelegenheit nicht neben der Futterstelle oder etwa dem Katzenklo platziert wird. Katzen trennen Essen und Trinken streng. In der Wildbahn wird die Beute auch nicht an der Quelle oder am Bach verspeist. Achten Sie darauf, dass das Wasser frisch und sauber ist. Leitungswasser ist in fast allen Regionen kein Problem, wenn es auch für Menschen unbedenklich genießbar ist. Ist das Wasser zu verkalkt, kann ein Filter Abhilfe schaffen.

Trinken: Wie kann ich meine Katze überlisten?

Ist ihre Katze sehr trinkfaul, können Sie ihr Wasser mit ein wenig ungesalzener Hühnerbrühe, Bierhefe oder Thunfischwasser verfeinern. Oder Sie mischen ein paar Löffel Wasser unter das Feuchtfutter. Ausreichend verdünnte Milch kann den Flüssigkeitsbedarf ebenfalls decken. Da Katzen keine Laktose vertragen, sollten Sie spezielle Katzenmilch oder eine laktosefreie Variante verwenden.

Bei Freigängern müssen Sie sich weniger Sorgen um das Trinkverhalten machen. Eine Katze lässt das Mausen nicht und trinkt im Freien auch gerne Regenwasser.

Selbst sehr gut erzogene Katzen springen auf den Tisch, wenn ihre Besitzer außer Haus sind. Sie können aus der Not eine Tugend machen, indem Sie ein halbleeres Trinkglas auf dem Tisch stehen lassen. Dieser Versuchung kann keine Katze widerstehen.