Körpertherapie – Körper und Seele in Einklang bringen

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Zusammenfassung
Eine Körpertherapie soll mit gezielten Übungen die Gesundheit einer Person verbessern. Sie kann bei unterschiedlichen körperlichen und seelischen Erkrankungen helfen. Es gibt eine große Auswahl verschiedener Methoden.
Was ist Körpertherapie?
Unter den Begriff Körpertherapie fallen viele verschiedene therapeutische Ansätze. Grundsätzlich lässt sich zwischen zwei großen Bereichen unterscheiden:
- Körpertherapie (auch körperorientierte oder körperzentrierte Therapie genannt)
- Körperpsychotherapie
Die Bandbreite an Methoden der Körpertherapie ist groß. Sie reicht von reinen körperlichen Übungsprogrammen über manuelle, an die Osteopathie angelehnte Anwendungen bis hin zu psychotherapeutischen Ansätzen.

Einige Beispiele der Körpertherapie:
- Qi Gong vereint Atmung und nach innen gerichtete Konzentration mit fließenden, präzisen Bewegungen, um im Sinne der chinesischen Medizin den Energiefluss im Körper wiederherzustellen.
- Funktionelle Gymnastik ist ein ganzheitliches Körpertraining, das allerdings ganz besonders die Gelenke, Sehnen und Bänder schont.
- Feldenkrais verbessert die Qualität von Bewegungen und Körperhaltungen, indem sie ungünstige Bewegungsgewohnheiten erkennt und gesündere Alternativen findet.
- Rolfing ist eine Methode der manuellen Körpertherapie, um den Körper optimal auszurichten. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den Faszien (Bindegewebe).
- Body-Mind-Centering beruht auf einer Bewegungsimprovisation, die positive Erfahrungen mit der Selbstwirksamkeit und Handlungsfähigkeit einer Person fördern soll.

In der Regel verfolgt die Körpertherapie einen ganzheitlichen Ansatz. Sie versucht, alle Ebenen der Emotion, Kognition, des Verhaltens und Körpers in ihre Arbeit zu integrieren. Dabei führt die körpertherapeutisch behandelte Person nicht nur Bewegungen aus oder erfährt eine manuelle Behandlung, sondern setzt sich darüber hinaus mental mit ihrem Körper, der Körperhaltung und Körperspannung auseinander.
In der Körperpsychotherapie ergänzen physische Übungen und die damit einhergehende Körperwahrnehmung die klassische psychotherapeutische Arbeit. Das Ziel ist, das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist wiederherzustellen, das bei psychischen Erkrankungen oft verloren geht.
Fachkreise bezeichnen diese Art der Körperarbeit auch als Embodiment. Sanfte Übungen, Haltungskorrekturen sowie aktives Training von Mimik und Gestik sind dabei Teil des Heilungsprozesses.
Wann kann eine Körpertherapie helfen?
Eine Körpertherapie hilft bei vielen körperlichen und seelischen Beschwerden. Insbesondere bei chronischen Schmerzen, für die es keine bestimmte Ursache gibt, kann die Körpertherapie eine gute Unterstützung sein. Ebenso können Menschen mit einer Tumorerkrankung von Körpertherapien profitieren.
Außerdem empfehlen Fachleute ein körperzentriertes Training bei funktionellen Körperbeschwerden. Dazu gehören verschiedene Erkrankungen und Syndrome, etwa das Fibromyalgiesyndrom (FMS), Reizdarmsyndrom (Irritable Bowel Syndrome, IBS) oder chronische Erschöpfungssyndrom (Chronic Fatigue Syndrome, CFS).
Auch zur Prävention, also um Krankheiten vorzubeugen, ist eine Körpertherapie sinnvoll. Je besser Körper und Geist aufeinander abgestimmt sind, desto resilienter, das heißt widerstandsfähiger, sind die Menschen. Sie wappnen sich damit vor negativen Einflüssen.
Eine Körperpsychotherapie kommt im psychotherapeutischen Kontext beispielsweise zum Einsatz, wenn eine klassische Gesprächstherapie nicht den gewünschten Erfolg zeigt. Bei vielen psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Burnout oder Schmerzstörungen hat regelmäßige körperliche Betätigung nachweislich eine heilende und schützende Wirkung.
Wie wird eine Körpertherapie durchgeführt?
So groß die Bandbreite der Körpertherapie-Angebote, so unterschiedlich ist ihre Anwendung. Oft vertreten Anbietende körperorientierter Trainingsmethoden bestimmte Schulen.
So bearbeitet etwa bei der sensomotorischen Körpertherapie nach der Schule von Dr. Pohl (Pohltherapie®) eine Körpertherapeutin oder ein Körpertherapeut mit gezielten Berührungen und Bewegungen die Problemstellen der zu behandelnden Person. Eine typische Übung ist zum Beispiel das An- und Entspannen von Muskeln. Auf diese Weise lockert sich die Person und lernt, den Unterschied zwischen gesundem Zustand und Verspannung zu spüren.
In der funktionellen Entspannung leiten durchführende Personen andere Menschen an, ihre Aufmerksamkeit auf bestimmte Körperstellen zu richten. Sie lernen, Veränderungen im Körper wahrzunehmen, ihre Atmung loszulassen und sich so in ihrem Körper zu entspannen.
Meist erfolgen derartige Behandlungen in Einzelsitzungen. Bewegungsschulen wie Qigong oder Feldenkrais können dagegen auch in Gruppen durgeführt werden.
Welche Risiken bestehen bei einer Körpertherapie?
Eine Körpertherapie sollte sich möglichst nach den individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten der teilnehmenden Menschen richten. Nicht jede Methode ist für alle gleichermaßen geeignet. Das Gleiche gilt für die einzelnen Übungen. Eine professionelle Anleitung ist zwingend notwendig, um Selbstüberschätzung oder eine falsche Ausführung und damit eventuelle Verletzungen zu vermeiden.
Außerdem ist es wichtig, dass insbesondere eine Körperpsychotherapie in das therapeutische Gesamtbehandlungskonzept eingebettet ist. Bei Menschen, die unter den Folgen eines Traumas leiden, können zum Beispiel bestimmte Berührungen negative Erinnerungen auslösen.
Bei korrekter Anwendung birgt eine Körpertherapie dagegen keine nachgewiesenen unerwünschten Nebenwirkungen.
Veröffentlicht am: 27.02.2026
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Quellen
[1] Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie e. V. (DGPM) und Deutsches Kollegium für Psychosomatische Medizin e. V. (DKPM) (2018). S3-Leitlinie Funktionelle Körperbeschwerden.
[2] Deutsche Gesellschaft für Körperpsychotherapie e. V. Definition der Körperpsychotherapie.
https://koerperpsychotherapie-dgk.de/koerperpsychotherapie/
[3] Leitlinienprogramm Onkologie (2024). S3-Leitlinie Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen.
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