Rote Augen - Ursache und Behandlung

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Jeder Mensch kann mal mit einem roten Auge aufwachen. Oftmals liegt das an eher harmlosen Ursachen wie einer langen Partynacht oder übermäßiger Bildschirmarbeit. Oft begleiten weitere Beschwerden wie Juckreiz oder verstärkter Tränenfluss das Symptom. In der Regel klingen rote Augen von allein wieder ab, treten sie jedoch wiederholt auf, sollten die Auslöser ausfindig gemacht und beseitigt werden. Der Besuch beim Augenarzt ist auf jeden Fall angesagt, wenn das Symptom häufiger oder plötzlich auftritt und von Schmerzen begleitet wird – dann könnten schwerwiegende Grunderkrankungen oder Infektionen den roten Augen zugrunde liegen. Um einen Notfall handelt es sich immer, wenn eine Stichverletzung am Auge vorliegt oder es in Kontakt mit Chemikalien gekommen ist. Die Behandlung erfolgt dann in der Regel in einer Augenklinik.
Wie äußern sich rote Augen?
Rote Augen sehen oft bedrohlich aus. Dabei ist das Augenweiß (Lederhaut des Auges, med: Sklera) eines oder beider Augen gerötet. Manchmal sind aber auch nur die Lider betroffen und gleichzeitig geschwollen. Die Rötung kommt zustande, wenn die kleinen Blutgefäße in der Augenoberfläche stärker durchblutet werden und sich dadurch weiten. Oft stecken harmlose Gründe dahinter und das Symptom klingt durch einfache Maßnahmen und dadurch wieder ab, dass bekannte Auslöser vermieden werden.
Manchmal platzen die feinen Adern auch auf und bluten in die Lederhaut ein. Die so blut unterlaufenen Augen (Hyposphagma) wirken sehr bedrohlich, klingen aber in vielen Fällen innerhalb von zwei bis vier Wochen ab und haben oft eine harmlose Ursache. Neben Augenerkrankungen verursachen auch systemische Erkrankungen, die den gesamten Körper betreffen, solche Symptome.
Rote Augen werden oftmals auch begleitet von
- Übermäßigem Tränenfluss oder dickflüssigem Tränenfilm
- Juckreiz
- Brennen
- Augenschmerzen oder Druckgefühl auf dem Augapfel
- Fremdkörpergefühl im Auge
- Schwellung von Ober- und Unterlid
- Lichtempfindlichkeit
Was verursacht rote Augen?
Für rote Augen gibt es verschiedene Ursachen, oftmals sind diese harmlos. So treten sie häufig auf, wenn sie durch äußere Einflüsse gereizt werden. Dazu zählen unter anderem:

- Trockene Augen (Keratoconjunctivitis sicca) durch Zugluft (Fahrtwind, Klimaanlage oder Ventilator), trockene oder staubige Raumluft oder als Nebenwirkung von Medikamenten
- Schlafmangel
- Fremdkörper im Auge, wie ausgefallene Wimpern oder Rückstände von Kosmetikprodukten, z. B. bröselige Mascara
- Kontaktlinsen, z. B. durch nicht sachgemäße Pflege oder zu lange tägliche Tragedauer
- Helles Licht, z. B. bei Aufenthalt in großen Höhen (Höhensonne, UV-Licht) oder dortigen Skigebieten, Schweißarbeiten
- Zigarettenrauch
- Entzündungen der Augenlider (Blepharitis) oder Bindehaut (Konjunktivitis) durch eine Infektion mit Bakterien, Viren oder Pilzen, aber auch durch Reizung bei Allergien, z. B. durch Pollen bei Heuschnupfen (saisonale allergische Konjunktivitis)
- Bildschirmarbeit
Durch Verletzungen (Traumata) kann es zu Einblutungen in die Bindehaut kommen. Diese können zum Beispiel bei der Gartenarbeit entstehen und ein blutunterlaufenes Auge auslösen, etwa bei Tätigkeiten in Geäst oder Unterholz. Auch dumpfe Schläge auf das Auge oder starkes Reiben können eine solche Verletzung verursachen. Um die Sehschärfe zu wahren, ist dann eine notaugenärztliche Behandlung wichtig. Daneben sind Hyposphagmen auch eine häufige Folge von Operationen am Auge.
Einblutungen in die Lederhaut des Auges sind auch möglich durch Auslöser wie
- Antikoagulanzien in Tablettenform, d. h., Medikamente, welche die Blutgerinnung zum Schutz vor Ereignissen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt hemmen,
- einen Bluthochdruck, der nicht optimal medikamentös eingestellt ist oder durch ein
- Valsalva-Manöver
Neben diesen Auslösern kommen auch Erkrankungen in Frage. Diese können das Auge direkt betreffen und so zu einer Rötung führen. Allerdings kann sie auch die Folge einer systemischen Erkrankung sein, die den gesamten Körper betrifft. Dazu zählt beispielsweise die Skleritis, eine Entzündung der Lederhaut des Auges. Auslöser sind dann häufig eine rheumatoide Arthritis oder Infektionen mit Erregern von Tuberkulose, Syphilis oder Herpes. Daneben kommen auch Erkrankungen wie Gicht oder Sarkoidose infrage. Dabei kommt es zu einer überschießenden Reaktion des Immunsystems mit mikroskopisch kleinen Knötchen, die sich in verschiedenen Organen ansiedeln.
Die gleichen Grunderkrankungen oder Infektionen können auch bestimmte Formen der Uveitis wie die Iritis (Entzündung der Regenbogenhaut, Iris) oder die Iridozyklitis auslösen. Bei Letzterer ist zusätzlich der Ziliarkörper, der die Größe der Pupille beeinflusst, entzündet. Manchmal bleibt die Ursache aber auch unbekannt.
Weitere mögliche Auslöser für rote Augen sind unter anderem:
- Ein Grüner Star (Glaukom) oder ein akuter Glaukomanfall
- Eine Erkrankung des atopischen Formenkreises wie Neurodermitis
- Tumoren
- Eine Episkleritis, eine in der Regel selbstlimitierende Erkrankung der mit feinen Blutgefäßen durchzogenen dünnen Schicht zwischen Bindehaut (Konjunktiva) und Lederhaut
- Herpes am Auge
Wann zum Augenarzt bei roten Augen?
Der Sehsinn ist für Menschen das wichtigste Sinnesorgan. Daher ist der Gang zum Augenarzt bei roten Augen immer ratsam, wenn sie wiederholt auftreten oder andauern – auch wenn keine Schmerzen oder sonstige Begleitsymptome auftreten. Denn auch wenn ein im Vergleich zu anderen Erkrankungen harmloses trockenes Auge die Ursache ist, ist eine Behandlung wichtig. Der Grund dafür ist, dass dann der Tränenfilm die Augenoberfläche nicht gleichmäßig benetzt. Dadurch ist diese nicht ausreichend vor Reibung geschützt, zum Beispiel durch die Augenlider. Dies kann die Augenoberfläche auf Dauer schädigen und so auch die Sehschärfe beeinträchtigen.
Zudem ist es auch wichtig, Erkrankungen auszuschließen beziehungsweise rechtzeitig zu behandeln. Das gilt beispielsweise für ernste Augenerkrankungen wie die Skleritis. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung der Lederhaut, die langsam beginnt und langwierig verläuft. Unbehandelt führt sie zur Erblindung.
Eine Untersuchung sollte in jedem Fall zeitnah erfolgen, wenn die Symptome
- plötzlich auftreten,
- von starken Schmerzen und/ oder einer verminderten Sehschärfe oder Sehstörungen begleitet sind,
- nach einem Unfall auftreten, beispielsweise mit ätzenden Flüssigkeiten,
- Verletzungen mit Gegenständen oder
- bei Fremdkörpern im Auge wie Metall- oder Holzsplittern.
Was macht der Augenarzt bei roten Augen?
In der Praxis klärt der Augenarzt zunächst im Gespräch, welche Symptome bestehen und wie lange sie bereits vorliegen. Oftmals interessieren ihn auch die Informationen zum Alltag, zum Beispiel in welchem Arbeitsumfeld sich die Person bewegt, welchen Tätigkeiten sie nachgegangen ist, bevor die geröteten Augen aufgetreten sind oder ob eine Grunderkrankung oder Allergie bekannt ist. Diesem Anamnesegespräch folgt die körperliche Untersuchung.
Dafür betrachtet er zunächst den äußeren Bereich des Auges auf Rötungen und Schwellungen. Durch Abtasten prüft er, ob Druckschmerzen auftreten oder es beispielsweise zu einer Entleerung des Tränensacks kommt. Dies könnte auf einen Bruch der Augenhöhle durch ein stumpfes Trauma oder auch auf eine bakterielle Entzündung hinweisen.
Um den Augapfel zu untersuchen, kommt das Spaltlampenmikroskop zum Einsatz. Dafür setzt sich die Person auf den Untersuchungsstuhl und blickt durch die nah vor dem Körper positionierte Apparatur. Auf diese Weise ist es dem Augenarzt möglich, verschiedene Augenabschnitte zu untersuchen. Daneben prüft er die
- Sehschärfe mittels eines Sehtests,
- Reaktion der Pupille auf sich verändernde Lichtverhältnisse,
- Augenbewegungen und
- Konsistenz der Tränenflüssigkeit.
Die Behandlung der roten Augen richtet sich nach dem jeweiligen Grund für dieses Symptom. So kann der Arzt bei trockenen Augen beispielsweise Augentropfen verordnen. Diese können das Ungleichgewicht in der Zusammensetzung des Tränenfilms ausgleichen. Liegt den roten Augen eine bakterielle Infektion zugrunde, verschreibt der Mediziner Antibiotika, bei immunologischen Ursachen kommen Glukokortikoide (Kortison) infrage.
Was können Sie selbst bei roten Augen tun?
Viele Auslöser roter Augen lassen sich vermeiden oder beheben. Sind sie beispielsweise die Folge einer schlaflosen Phase, klingen sie in der Regel ab, wenn der Schlaf nachgeholt wird. Je nach Ursache können folgende Maßnahmen rote Augen verhindern oder die Beschwerden lindern:
- Achten Sie auf die Hygiene bei der Handhabung und die Tragedauer Ihrer Kontaktlinsen. Waschen Sie Ihre Hände jedes Mal, bevor Sie Ihre Linsen einsetzen oder entfernen. Viele Menschen tragen ihre Sehhilfen oft zu viele Stunden am Tag oder überziehen die Tragedauer von Tages-, Wochen- oder Monatslinsen. Dies wirkt sich auf das Material, den Tränenfilm und damit auch auf den Tragekomfort aus.
- Meiden Sie Räume mit Zigarettenqualm oder Staub in der Luft.
- Trinken Sie ausreichend Wasser am Tag.
- Reagieren Sie auf ein Kosmetikprodukt mit geröteten Augen, sollten Sie es besser gegen ein milderes austauschen.
- Achten Sie bei Bildschirmarbeit darauf, dass Sie Ihren Augen regelmäßige Pausen gönnen, z. B., indem Sie sie für wenige Augenblicke schließen oder den Blick so lange auf Objekte richten, die in unterschiedlicher Entfernung stehen, bis sie sich scharf gestellt haben.
- Bei einem Unfall mit Chemikalien oder einem Trauma mit einem spitzen Gegenstand wählen Sie den Notruf oder bitten Sie Andere, ihn zu alarmieren. Die so übermittelten Anweisungen zur Ersten Hilfe sollten so lange befolgt werden, bis der Notarzt vor Ort ist.
Veröffentlicht am: 26.05.2026
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Quellen
[1] Pschyrembel online. Rotes Auge. https://www.pschyrembel.de/Rotes%20Auge/B0WF9
[2] Pschyrembel online. Skleritis. https://www.pschyrembel.de/Skleritis/K0L3J
[3] Pschyrembel online. Episkleritis. https://www.pschyrembel.de/Episkleritis/K0739/doc/
[4] Pschyrembel online. Uveitis. https://www.pschyrembel.de/Uveitis/K0NF9/doc/
[5] Frings, A. et al.: Rotes Auge – Leitfaden für den Nicht-Ophtalmologen. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 302-12. https://www.aerzteblatt.de/archiv/188086/Rotes-Auge-Leitfaden-fuer-den-Nicht-Ophthalmologen
[6] Universitäts Spital Zürich. Paukenerguss Behandlung. https://www.usz.ch/fachbereich/ohren-nasen-hals-gesichtschirurgie/angebot/paukenerguss-behandlung/
[7] Deximed. Hausarztwissen online. Augenrötung. https://deximed.de/home/klinische-themen/augen/symptome/augenroetung
[8] Deutsche Apothekerzeitung. Alarmzeichen rotes Auge. https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2017/daz-39-2017/alarmzeichen-rotes-auge
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