Lungenschmerzen - Symptome, Ursachen und Behandlung

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Lungenschmerzen haben unterschiedliche Ursachen. Weil die Lunge nicht mit Schmerzrezeptoren ausgestattet ist, gehen die Schmerzen in der Regel nicht von dem Organ selbst aus, sondern von dem umliegenden Gewebe wie einem entzündeten Rippenfell oder einer verspannten Rückenmuskulatur. Tatsächlich besitzt nur das äußere Rippenfell (Pleura parietalis) Schmerzrezeptoren – daher entstehen die Schmerzen meist dort, nicht im Lungengewebe selbst. Bei einem Pleuraerguss kann der Schmerz sogar nachlassen, weil die Reibung zwischen den Pleuraschichten aufgehoben wird. Auch Tumore oder chronische Grunderkrankungen sind mögliche Auslöser. Die Behandlungsansätze sind vielfältig.
Wie äußern sich Lungenschmerzen?

Die Lunge ermöglicht die Atmung und ist damit ein lebenswichtiges Organ. Treten Lungenschmerzen auf, erschweren diese es oftmals, tief Luft zu holen. Lungenschmerzen können
- zu Atemnot mit flacher und schneller Atmung führen.
- ein- oder beidseitig auftreten und sich beim Atmen, Husten oder Bewegen verstärken.
- sich stechend, ziehend oder drückend anfühlen.
- bis in die Schultern, den Rücken oder den Bauchraum ziehen.
Je nach Ursache begleiten die Lungenschmerzen andere Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen, ein generelles Krankheitsgefühl oder Angst und Schweißausbrüche. Zudem ist eine eingeschränkte Beweglichkeit im Oberkörper zum Beispiel durch eine Muskelverspannung möglich.
Welche Ursachen können hinter Lungenschmerzen stecken?
Da die Lunge selbst keine Schmerzsensoren besitzt, geht der Schmerz von benachbartem Gewebe oder umgebenden Organen aus. Allerdings können auch die Symptome einer Atemwegs- oder Lungenerkrankung wie starker Husten verantwortlich für die Lungenschmerzen sein. Des Weiteren können folgende Lungenerkrankungen zu diesen Beschwerden führen:
- Pleuritis (Rippenfellentzündung), ausgelöst durch eine Virus-, Bakterien- oder Pilzinfektion
- Lungenentzündung (Pneumonie)
- Lungenembolie, bei der ein Blutgerinnsel Blutgefäße in der Lunge blockiert
- Pneumothorax, eine krankhafte Ansammlung von Luft zwischen dem inneren und äußeren Rippenfell, die zum Kollaps eines Lungenflügels führt
- Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), bei der die Lunge dauerhaft geschädigt ist und die Atemwege verengt sind
- Asthma bronchiale
Auch eine verspannte Muskulatur im oberen Rücken, Rippenbrüche oder -prellung en können zu Lungenschmerzen führen. Bemerkbar machen diese sich beispielsweise, wenn der Brustkorb bei der Atmung durch die Zwischenrippenmuskulatur aufgedehnt oder der Oberkörper gedreht wird. Tritt im Bereich des Brustkorbs eine Radikulopathie auf, kann es zum gleichen Symptom kommen, vor allem bei Husten, abrupten Drehbewegungen oder beim Bücken. Bei dieser Erkrankung sind die Nervenwurzeln gereizt oder beschädigt. Dabei handelt es sich um Nervenfasern, die links und rechts entlang der Wirbelsäule dem Rückenmark entspringen oder in dieses eintreten. Sie ermöglichen den Signalaustausch der einzelnen Körperbereiche wie Beine, Lenden, Brustkorb oder Arme mit dem Gehirn und umgekehrt.
Darüber hinaus kommen folgende Erkrankungen infrage:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie ein Herzinfarkt oder Angina pectoris , die zu Schmerzen beim Atmen führen
- Refluxerkrankung, bei der es zum Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre und zu Schmerzen im Oberkörper kommen kann
- Bandscheibenvorfall oder ein ausgerenkter Wirbel in der Brustwirbelsäule
- Psychische Ursachen wie eine Angst- oder Panikstörung, bei der bereits harmlose Gefühlsempfindungen als bedrohlich empfunden werden können
- Tumore
Wann ärztlichen Rat einholen bei Lungenschmerzen?
Treten Lungenschmerzen plötzlich auf, gehen sie mit Schwindel und Schweißausbrüchen einher oder verschlechtert sich das Allgemeingefühl rapide, ist es wichtig, für schnelle ärztliche Hilfe zu sorgen. Eine professionelle Abklärung ist zudem ratsam, wenn:
- Der Schmerz nach Bewegung auch in Ruhe bestehen bleibt
- Husten nach einem grippalen Infekt lange andauert oder blutigen Auswurf produziert
- Bereits eine Lungenerkrankung besteht wie Asthma bronchiale oder COPD
- Die Beschwerden wiederholt auftreten
Ein ungewollter Gewichtsverlust auftritt
Wie sieht Diagnostik und Therapie bei Lungenschmerzen aus?
Um bei Lungengenschmerzen eine Diagnose stellen zu können, erfragt die ärztliche Fachperson einige Informationen zum ersten Auftreten der Beschwerden, wie lange diese andauern oder ob sie wiederholt auftreten. Sie bringt zudem in Erfahrung, ob bereits Begleiterkrankungen wie COPD, Asthma, ein Reflux oder eine Wirbelsäulenerkrankung vorliegen. Weiterhin können tägliche Gewohnheiten wie Rauchen interessant sein, welche die Beschwerden begünstigen könnten, oder ob sich ungewollt das Gewicht verringert hat.
Dieser Anamnese folgt die körperliche Untersuchung, bei der Herz und Lunge abgehört werden. Besteht der Verdacht auf eine Veränderung an der Brustwirbelsäule, testet die ärztliche Fachperson ihren Bewegungsradius und tastet Wirbelsäule und Rückenmuskulatur mit klopfenden und drückenden Bewegungen ab. Diesem Vorgehen folgen Tests, mit denen die Reflexe oder die Muskelkraft in den Armen geprüft werden.
Ergänzend können eine Blutuntersuchung auf Entzündungswerte und bildgebende Verfahren wie Röntgen oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) nötig sein, um der Ursache für die Lungenschmerzen auf den Grund zu gehen. Weitere Maßnahmen zur Diagnose sind ein Lungenfunktionstest oder ein Elektrokardiogramm, um das Herz als Ursache für die Lungenschmerzen auszuschließen. Die Behandlung der Lungenschmerzen erfolgt je nach Ursache. Gehen die Beschwerden von einer Erkrankung der Wirbelsäule aus, sind oft Maßnahmen wie Physiotherapie zur Muskelstärkung, Medikamente zur Entspannung der Muskeln (Muskelrelaxanzien), Massagen oder Schmerzmittel aus der Gruppe der nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder eine Operation nötig, um sie zu beheben.
Bei Tumoren kommt eine Kombination aus einer Operation und mit einer Chemo- oder Antikörpertherapie infrage, um Krebsgeschwüre zu entfernen und die Erkrankung zu therapieren. Bei anderen Grunderkrankungen kann eine Anpassung der medikamentösen Therapie erwogen werden, die sich, zum Beispiel bei COPD, mit einer Sauerstofftherapie ergänzen lässt. Bei einer Lungenentzündung oder anderen bakteriellen Ursachen verschaffen Mittel gegen Bakterien (Antibiotika) Abhilfe. Blutverdünnende Medikamente lösen bei einer Lungenembolie das Blutgerinnsel auf.
Was können Sie selbst bei Lungenschmerzen tun?
Sollten Sie rauchen, ist ein Rauchstopp die wichtigste Maßnahme, um einer Lungenerkrankung vorzubeugen. Rühren die Lungenschmerzen von einer verspannten Rückenmuskulatur her, lindern oft regelmäßige Wärmeanwendungen mit einer Wärmflasche oder einem aufgeheizten Kirschkernkissen die Schmerzen. Regelmäßige und sanft ausgeübte Bewegungen verhindern, dass sich die Verspannung durch eine Schonhaltung verstärkt.
Auch regelmäßige Atemübungen sowie leichte Bewegung stärken die Atemmuskulatur und beugen Verspannungen vor. Eine Grippe- oder Pneumokokken-Impfung kann helfen, Atemwegsinfektionen und damit verbundene Lungenschmerzen zu vermeiden. Nach COVID-19 oder einer schweren Lungenentzündung kann eine ambulante Reha (Post-COVID-Programm) dabei helfen, Lungenfunktion und Belastbarkeit wieder zu verbessern. Bei muskulären Ursachen können außerdem Wärmeanwendungen, Faszientherapie oder sanftes Dehnen zusätzliche Linderung bringen.
Um Lungenschmerzen vorzubeugen, ist es ratsam, die Behandlungsempfehlungen zu beherzigen, wenn bereits Grunderkrankungen vorliegen. Sind diese chronisch, helfen oft der Austausch mit anderen Betroffenen oder eine Psychotherapie, mit den täglichen Herausforderungen umzugehen.
Gehen die Lungenschmerzen mit einem grippalen Infekt einher, lindern Tees und Hustenbonbons den Husten, welcher die Schmerzen auslösen oder verstärken kann. Außerdem ist es dann wichtig, sich körperlich zu schonen. Bei manchen Erkrankungen erleichtern bestimmte Atemtechniken wie die Lippenbremse oder der Kutschbocksitz die Atmung.
Veröffentlicht am: 19.01.2026
Quellen
[1] Pschyrembel. Online. Schmerzsensoren. https://www.pschyrembel.de/Nozizeptoren/K0KGL/doc/
[2] Pschyrembel. Online. Radikulopathie. https://www.pschyrembel.de/Radikulopathie/K00TM/doc/
[3] Pschyrembel. Online. Angina Pectoris. https://www.pschyrembel.de/Angina%20pectoris/K02CR/doc/
[4] Deutsches Krebsforschungszentrum. Krebsinformationsdienst. Lungenkrebs: Symptome und Früherkennung. https://www.krebsinformationsdienst.de/lungenkrebs/symptome-und-frueherkennung
[5] Lungenärzte im Netz. Pneumothorax. Warnzeichen & Krankheitsbild. https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/pneumothorax/warnzeichen-krankheitsbild/
[6] Lungenärzte im Netz. Pneumothorax. Was ist ein Pneumothorax. https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/pneumothorax/warnzeichen-krankheitsbild/
[7] lungeninformationsdienst.de Atemtechniken und Atemschulung https://www.lungeninformationsdienst.de/leben-mit-der-krankheit/atemschulung
[8] lungenliga.ch Atemübungen https://www.lungenliga.ch/lungenliga-zentralschweiz/atemuebungen
[9] lungeninformationsdient.de Neuer Schlüsselmechanismus der Lungenvernarbung bei Post-COVID entdeckt https://www.lungeninformationsdienst.de/aktuelles/news/artikel/neuer-schluesselmechanismus-der-lungenvernarbung-bei-post-covid-entdeckt
[10] aerzteblatt.de Pleuraerguss des Erwachsenen – Ursachen, Diagnostik und Therapie https://api.aerzteblatt.de/pdf/116/21/m377.pdf
[11] uniklinik-freiburg.de Rippenfellerkrankungen Thoraxchirurgie https://www.uniklinik-freiburg.de/thoraxchirurgie/krankheitsbilder/rippenfellerkrankungen.html
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