Geschwollene Augen - Ursachen, Behandlung und Tipps

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Bei einer Schwellung der Augen sind die Lider verdickt. Die Ursachen sind vielfältig und in den meisten Fällen harmlos. Etwa dann, wenn sie auf zu wenig Schlaf, Allergien oder übermäßige Bildschirmarbeit zurückzuführen sind. Allerdings können auch ernsthafte Erkrankungen an inneren Organen oder Tumore für die Beschwerden verantwortlich sein. Halten verquollene Augen länger an, kehren sie regelmäßig wieder oder lässt die Sehkraft nach, ist der Gang zum Arzt geboten; gleiches gilt bei Verletzungen am Auge. Die Therapie der geschwollenen Augen richtet sich stets nach der Ursache. Überdies gibt es Maßnahmen, die jeder selbst ergreifen kann, um Schwellungen zu lindern und ihnen vorzubeugen.
Wie äußern sich geschwollene Augen?
Bei geschwollenen Augen sind die Lider – manchmal auch nur Teile davon – verdickt. Teilweise geht das mit weiteren Symptomen einher wie Augenringen, entzündeten Lidrändern, Verklebungen, Schmerzen, Brennen oder Juckreiz. Auch können sich die Augen müde anfühlen. Verquollene Augen treten meist in den frühen Morgenstunden auf und schwächen, je nach Ursache, im Laufe des Tages ab oder verschwinden ganz.
Was verursacht geschwollene Augen?

Die Ursachen für geschwollene Augen sind vielfältig und meist unbedenklich: Dahinter kann zu wenig Schlaf stecken, eine feuchtfröhliche Nacht oder einfach nur Erschöpfung. Stellt man diese Einflüsse ab, sind die Symptome am nächsten Tag in der Regel bereits wieder verschwunden. Die horizontale Schlafposition kann ebenfalls dazu beitragen, dass die Augenlider anschwellen. Der Grund ist, dass die Lymphflüssigkeit nicht mehr richtig abfließen kann und sich infolgedessen im Gewebe staut. Auch bei einer Erkältung oder einer Allergie neigen die Augen dazu, dick zu werden. Bei Letzterer kommt es meist zusätzlich zu juckenden, gereizten und tränenden Augen, die gerötet sein können. Auslöser kann etwa eine Überempfindlichkeit gegenüber Pollen oder Tierhaaren sein sowie Unverträglichkeitsreaktionen auf Inhaltsstoffe in Cremes oder Makeup.
Wer längere Zeit geweint hat, muss ebenfalls mit verquollenen Augen rechnen. Oftmals sind diese aber auch schlicht altersbedingt oder Folge einer familiären Veranlagung. In diesen Fällen kommt es in der empfindlichen Hautpartie unterhalb der Unterlider zu Tränensäcken. Sie entstehen, wenn das Gewebe im Laufe des Lebens an Elastizität einbüßt, sodass Muskeln und Bindegewebe erschlaffen und die natürlichen Fettpölsterchen sowie feine Gefäße sichtbar werden.
Ist das Auge äußerer Gewalteinwirkung ausgesetzt, kann dies zu Verletzungen führen, die das Augen dick werden lassen. Das kann ein Ball sein, der auf das Auge prallt oder ein Ast im Garten, der während der Gartenarbeit abgeschnitten werden soll.
Weitere Einflüsse, die die Augen anschwellen lassen können, sind:
- stundenlange Bildschirmarbeit
- starker Zigarettenrauch
- trockenes Raumklima
- Unverträglichkeit von Kontaktlinsen
- salziges Essen
- Hormonschwankungen im Rahmen des weiblichen Zyklus
- Wechseljahre
Außer diesen eher harmlosen Ursachen kommen für geschwollene Augen auch verschiedene Krankheiten infrage:
Hierzu zählt unter anderem die Bindehautentzündung (Konjunktivitis). Typische Symptome sind brennende, juckende, gerötete und geschwollene Augen sowie ein Fremdkörpergefühl. Sie kann einerseits einen nicht-infektiösen Hintergrund haben, zum Beispiel wenn die Betroffenen Staub oder Zugluft ausgesetzt waren oder unter einer Allergie leiden. Andererseits kann die Bindehautentzündung einer Infektion mit Bakterien oder Viren geschuldet sein. Eine besonders ansteckende Form ist die virale Konjunktivitis epidemica. Diese macht sich bemerkbar, indem das Auge plötzlich anfängt zu jucken und zu tränen und gerötet ist, überdies schwellen die Lider und die Bindehaut an. Da die epidemische Bindehautentzündung auf die Hornhaut übergreifen und Sehstörungen verursachen kann, sollten Betroffenen zeitnah einen (Augen-) Arzt aufsuchen.
Auch ein Gerstenkorn (Hordeolum) lässt das Auge anschwellen. Dies geschieht, wenn sich die Talg- und Schweißdrüsen im Augenlid durch einen Befall mit Bakterien entzünden. Gerstenkörner sind schmerzhaft und können auf der Innenseite oder der Kante des Lids sowie im Bereich der Wimpern entstehen.
Anders als das Gerstenkorn, ist das Hagelkorn (Chalazion) nicht infektiös bedingt. Vielmehr handelt es sich um eine chronische Erkrankung, bei der die Drüsengänge von Talgdrüsen im Augenlid verstopfen. Dies verhindert, dass Sekret abfließen kann, sodass sich eine feste kleine Kugel bildet, die das Augenlid dick und rot werden lässt. Hagelkörner schmerzen in der Regel nicht, können aber hartnäckig sein und mehrere Wochen beanspruchen, ehe sie von selbst wieder abheilen.
Daneben gibt es verschiedene Erkrankungen der inneren Organe, die zu geschwollenen Augen führen können – wenn beispielsweise eine Nierenerkrankung, eine Herzschwäche, eine Lebererkrankung oder eine Unter- beziehungsweise Überfunktion der Schilddrüse vorliegt. Diese führen dazu, dass sich Wasser im Körper einlagert (Ödeme), was sich auch merklich auf die Augenlider auswirken kann.
Auch eine Entzündung der Nasennebenhöhlen, die im Zuge einer Erkältung auftritt, zieht oftmals geschwollene Augenlider nach sich.
Nicht zu unterschätzen sind sogenannte Orbitaphlegmone. Dahinter verbirgt sich eine ebenso seltene wie gefährliche bakterielle Entzündung der Augenhöhle (Orbita). Sie bewirkt unter anderem, dass das Auge komplett zuschwillt. Auslöser sind meist bereits bestehende Infektionen wie etwa eine Nasennebenhöhlen- oder Zahnentzündung oder ein Gerstenkorn. Orbitaphlegmone müssen so rasch wie möglich behandelt werden, da die Gefahr besteht, dass der Betroffene erblindet. Außerdem können sich als Folge unter anderem eine Hirnhautentzündung (Meningitis), ein Abszess (Eiteransammlung) im Gehirn oder eine Blutvergiftung (Sepsis) entwickeln.
Eine mögliche andere Ursache für geschwollene Augen sind Tumoren, die gutartiger oder bösartiger Natur sein können. Sie treten nicht nur im Augeninneren auf, sondern auch an den Augenlidern. Bemerkbar machen sie sich unter anderem dadurch, dass sich die entsprechenden Stellen verfärben oder sich Knötchen oder Flecken bilden. Ein Beispiel ist das Basalzellkarzinom, das zu den hellen (weißen) Hautkrebsarten zählt.
Wann zum Arzt bei geschwollenen Augen?
Sind die Augen dauerhaft geschwollen oder werden sie immer wieder von Neuem dick, empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache abklären zu lassen. Gleiches gilt, wenn sie empfindlich sind, stark gerötet, weh tun oder tränen. Keine Zeit verlieren sollte man auch dann, wenn plötzlich die Sehkraft nachlässt. Als Ansprechpartner kommt der Hausarzt oder der Augenarzt in Betracht, manchmal auch der Hautarzt. Schließlich könnte sich hinter den Symptomen eine schwerwiegende Erkrankung verbergen, die behandlungsbedürftig ist.
Was macht der Arzt bei geschwollenen Augen?
Welche Therapie der Arzt ergreift, hängt von den Ursachen der Beschwerden ab. Um diesen auf die Spur zu kommen, steht am Anfang des Gesprächs stets eine gründliche Anamnese. Sie dient dazu, sowohl die Krankengeschichte des Betroffenen als auch die konkreten Symptome zu ermitteln.
Ist eine Allergie für die geschwollenen Augen verantwortlich, kann eine Therapie mit antiallergischen Augentropfen (Antihistaminika) helfen. Während bei einem Gerstenkorn eine antibiotische Salbe zum Einsatz kommt, bedarf es zur Therapie eines Hagelkorns einer entzündungshemmenden Salbe. Die Bindehautentzündung wiederum spricht je nach Ursache gut auf antibiotische oder antiallergische Augentropfen an.
Da eine Entzündung der Nasennebenhöhlen meist Folge einer Erkältung ist, ist sie – genau wie die Erkältung selbst – in der Regel nach einer Woche ausgestanden. In schweren Fällen können Antibiotika zielführend sein.
Liegen den geschwollenen Augen schwerwiegende internistische Erkrankungen oder gar ein Tumor zugrunde, wird der behandelnde Arzt den Betroffenen für eine geeignete Therapie an einen entsprechenden Fachkollegen überweisen.
Da die Gefahr einer nachhaltigen Schädigung des Sehorgans besteht, sollten Augenverletzungen stets von einem Arzt untersucht werden. Das gilt auch dann, wenn man selbst glaubt, es sei nichts Gravierendes passiert.
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Was können Sie selbst bei geschwollenen Augen tun?
Wer unter geschwollenen Augen leidet, kann selbst einiges tun, um die Beschwerden zu lindern und neuen vorzubeugen:
- Sorgen Sie dafür, dass Sie ausreichend Schlaf bekommen und regelmäßig Erholungspausen einlegen.
- Ein erhöhtes Kopfkissen unterstützt den Abfluss der gestauten Lymphflüssigkeit in den Augen und beugt neuen Flüssigkeitsansammlungen vor.
- Versuchen Sie, Stress weitestgehend zu vermeiden oder wenigstens zu reduzieren.
- Verwenden Sie zur Computerarbeit einen qualitativ hochwertigen Monitor. Achten Sie zudem darauf, dass er ergonomisch aufgestellt ist.
- Verzichten Sie auf Koffein, Zigaretten und Alkohol oder schränken Sie den Konsum ein. All diese Genussmittel tragen dazu bei, dass die Augen anschwellen.
- Reduzieren Sie Ihren Salzkonsum, da er dazu beiträgt, Wasser im Gewebe und damit auch in den Augen einzulagern.
- Trinken Sie genug (vor allem Wasser), um den Transport der Lymphflüssigkeit im Körper zu fördern.
- Kühlen Sie Ihre Augen, zum Beispiel mit kalten Gurkenscheiben oder feuchten Teebeuteln (grüner oder schwarzer Tee) aus dem Kühlschrank. Hilfreich sind auch kalte Kompressen, Kältepads und Metalllöffel.
- Sanfte Massagen der empfindlichen Augenpartie und Lymphdrainagen leisten wertvolle Dienste, um Augen wieder abschwellen zu lassen.
- Frauen, die (Augen-) Makeup benutzen, sollten sich vor dem Zubettgehen immer gründlich abschminken.
Veröffentlicht am: 24.08.2026
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Quellen
[1] Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten. Wichtige Erkrankungen der Niere. https://www.internisten-im-netz.de/fachgebiete/niere-harnwege/wichtige-erkrankungen.html#c703
[2] Artemis Augenkliniken. Geschwollene Augen: Ursachen und Behandlung https://www.artemiskliniken.de/magazin/geschwollene-augen-ursachen-behandlung/
[3] Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e. V. Liderkrankungen. https://www.augeninfo.de/offen/index.php?themenseite=Liderkrankungen
[4] Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten. Erste Anzeichen eines Ödems. https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/oedeme/erste-anzeichen-symptome.html#c448
[5] Oberhofer, E: Verquollene Augen — ein unterschätztes Symptom; Allergo Journal; 2013; DOI: https://doi.org/10.1007/s15007-013-0011-9 - nur mit Login verfügbar
[6] Robert-Koch-Institut. Adenovirus-Konjunktivitis. https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Adenovirus_Konjunktivitis.html
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