Stridor - Ursache, Symptome und Behandlung

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Stridor bezeichnet ein pfeifendes oder zischendes Atemgeräusch, das durch verengte oder blockierte Atemwege entsteht. Auslöser können akute oder chronische Atemwegserkrankungen, Fremdkörper oder Tumore in der Luftröhre oder allergische Reaktionen auf einen Insektenstich im Rachenraum sein. Säuglinge und Kleinkinder sind aufgrund ihrer engen Atemwege anfälliger für Atembeschwerden als Erwachsene. Ein Arztbesuch ist generell ratsam. Bei zusätzlicher starker Atemnot sollten Umstehende umgehend einen Notarzt rufen. Je nach Ursache erfolgt die Therapie der Grunderkrankung, wie Asthma, oder des akuten Auslösers. Bei wiederholten Beschwerden können Betroffene oder Angehörige sich vorbereiten, indem sie Notfall-Medikamente (beispielsweise gegen allergische Reaktionen) mit sich führen oder bestimmte Atemtechniken erlernen.
Wie äußert sich Stridor?
Wenn wir atmen, entstehen Atemgeräusche, die ein Arzt beim Abhorchen mit einem Stethoskop hören kann. Dort, wo sich die Strombahn für die Luft verengt, zum Beispiel an den Verästelungen der Bronchien, wird aus der geradlinigen Strömung eine turbulente Strömung. Das erzeugt Geräusche.
Liegt eine krankheitsbedingte Verengung oder Blockade der Atemwege vor, kommt es zu einem pfeifenden oder zischenden Nebengeräusch beim Atmen. Das Prinzip ähnelt stark vereinfacht einem aufgeblasenen Luftballon, bei dem man die Luft entweichen lässt, dabei die Öffnung strammzieht und so hohe Töne erzeugt. Dieses besondere Atemgeräusch heißt Stridor. Der Stridor gehört zu den krankhaften Atemgeräuschen, die mit freiem Ohr – also bereits ohne Stethoskop - hörbar sind.
Experten unterscheiden drei Formen. Das Pfeifen beim Einatmen, den inspiratorischen Stridor, sowie das Geräusch beim Ausatmen, den exspiratorischen Stridor. Zusätzlich gibt es die Kombination beider Formen, den biphasischen Stridor.
Was verursacht Stridor?
Beide Formen, sowohl der inspiratorische als auch der exspiratorische Stridor, entstehen, wenn die Atemwege verengt oder verlegt sind. Tritt Stridor beim Einatmen auf, sind die oberen Atemwege, wie Luftröhre und der erste Abschnitt der Bronchien, beteiligt. Das Nebengeräusch beim Ausatmen entsteht durch Blockade der tiefen Atemwege, den Bronchien.

Für die Verengung oder Verlegung der Atemwege gibt es sehr vielfältige Ursachen. Für den inspiratorischen Stridor können folgende Erkrankungen oder Umstände verantwortlich sein:
- Pseudokrupp
- Trachealstenose (Einengung der Luftröhre): angeboren oder erworben, beispielsweise durch Langzeitbeatmung oder Einatmens eines Fremdkörpers
- Stridor congenitus: angeborener oder kurz nach der Geburt auftretender Stridor
- Epiglottitis: bakterielle Entzündung des Kehldeckels (Epiglottis)
- Einatmen von toxischen Substanzen wie Reizgasen
- Tumorerkrankungen der Atemwege, wie Kehlkopfkrebs
- Lähmung der Kehlkopfmuskulatur
- Allergische Reaktion, zum Beispiel auf Nahrungsmittel, Insektenstich

Ursachen für den exspiratorischen Stridor sind beispielsweise:
- Chronisch entzündliche Atemwegserkrankungen, wie Asthma bronchiale
- Bronchiolitis: Entzündung der kleinsten Bronchien und Bronchiolen
- COPD, Chronic Obstructive Pulmonary Disease (chronisch obstruktive Lungenerkrankungen)

Auslöser des biphasischen Stridors sind:
- Verletzungen von Kehlkopf und Luftröhre
- Stimmbanddysfunktion durch Schließungsbewegungen der Stimmbänder
- Fremdkörper im Bereich der Luftröhre
- Entzündlicher Pseudotumor der Luftröhre
Säuglinge und Kinder sind im Allgemeinen anfälliger für Atembeschwerden. Das liegt an den anatomischen Begebenheiten. Da der Kehlkopf bei ihnen noch sehr eng ist, sind sie bei Entzündungen in diesem Bereich anfälliger für Atemnot und Stridor. Zudem ist bei ihnen der Trachea genannte Abschnitt des Atemwegs, der in die Hauptbronchien mündet, instabiler und damit anfälliger für Druck als bei Erwachsenen. Auch dadurch entstehen eher Probleme mit der Atmung und damit einhergehende Stridor-Geräusche.
Wann sollte ein Stridor ärztlich abgeklärt werden?
Stridor kann sehr unterschiedliche Auslöser haben. Um herauszufinden, ob eventuell eine chronische Erkrankung vorliegt beziehungsweise welche Therapie die richtige ist, ist ein Arztbesuch zur Abklärung sinnvoll. Als erster Ansprechpartner empfiehlt sich der Hausarzt oder ein Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde.
Im Zusammenhang mit Atemnot ist ein plötzlich auftretender Stridor sehr ernst zu nehmen. Folgende Umstände können unbehandelt lebensbedrohlich werden:
- Insektenstich in Mund und Zunge
- Stark fortgeschrittene Kehlkopfentzündung (Epiglottitis) mit Bewusstseinseintrübung
- Allergische Reaktionen, zum Beispiel auf Nahrungsmittel
- Fremdkörper im Rachenbereich, insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern
In diesen Situationen sollten Umstehende sofort einen Notarzt rufen, damit der Betroffene unverzüglich ärztliche Hilfe erhält.
Wie wird Stridor behandelt?
In einem Gespräch erstellt der Arzt zunächst die Krankengeschichte (Anamnese) und erfragt mögliche weitere Symptome, sofern vorhanden. Daran schließt sich eine körperliche Untersuchung an. Der Fokus dabei liegt auf dem Abhören der Lunge, der Auskultation. Beim Verdacht einer Lungenkrankheit klopft der Arzt entweder mit den Fingerspitzen oder einem kleinen Hammer vorsichtig den Brustkorb ab, um den Klopfschall zu bewerten. Eine visuelle Inspektion des Rachenraums und Abtasten des Halses auf mögliche Schwellungen können ebenfalls Hinweise für den Grund des Stridors geben.
Je nach Vermutung des Arztes über die Ursache des Stridors können sich folgende Untersuchungen, eventuell bei Experten, anschließen:
- Röntgen oder Sonografie (Ultraschall) der Lunge
- Pulsoximetrie: Messung der Sauerstoffsättigung
- Spirometrie: Lungenfunktionstest
- Blutuntersuchungen und Blutgasanalysen
- Laryngoskopie: Begutachtung des Kehlkopfes mittels einer Spiegelung
- Stroboskopie: im Rahmen einer Laryngoskopie werden die Stimmlippenschwingungen sichtbar gemacht
Liegt eine Grunderkrankung zugrunde, wie Asthma oder ein Tumor, steht die Therapie dieser im Vordergrund. Aufgrund der Vielzahl weiterer Ursachen lassen sich nicht alle Therapiemaßnahmen im Detail auflisten. Im Folgenden sind einige Beispiele aufgeführt.
Bei Pseudokrupp, das vor allem im Alter von 6 Monaten bis 3 Jahren auftritt, ist es wichtig, dass die Eltern bei einem Anfall des Kindes beruhigend auf das Kind einwirken und es in eine aufrechte Position bringen. Hilfreich für ein leichteres Atmen ist frische Luft mit hoher Luftfeuchtigkeit - zum Beispiel durch Öffnen des Fensters zu erreichen. Bei wiederkehrenden Anfällen verordnet der Arzt weitere Maßnahmen wie Inhalationen.
Bei einer akuten, lebensbedrohlichen Infektion des Kehlkopfes, Epiglottitis, werden die Betroffenen im Sitzen transportiert und notfallmäßig behandelt. Die Therapie beinhaltet zwei Hauptaufgaben, die Atemwege freihalten und die Bakterien mittels Antibiotika zu bekämpfen.
Bei einer Lähmung der Kehlkopfmuskulatur verordnet der Arzt je nach Einschränkung der Stimmfunktion und Atmung Logopädie, Reizstromtherapie oder chirurgische Maßnahmen.
Eine Stimmbanddysfunktion tritt meist anfallartig auf und dauert in der Regel nur wenige Minuten. Betroffene können zur Verringerung der Beschwerden beitragen, indem sie ein Stimm- und Atemtraining absolvieren. Mitunter erhalten sie Medikamente – bei starker Ausprägung kann auch eine chirurgische Weitung des betroffenen Luftröhrenbereichs erfolgen.
Ist ein Fremdkörper in der Luftröhre, erfolgt das Orten mittels eines Bronchoskops. Dieses optische Gerät wird über Mund oder Nase in die Luftröhre eingeführt. Es weist einen kleinen Kanal auf, über den kleine Zangen geführt oder Sekret abgesaugt wird. Für diese Untersuchung verabreicht der Arzt ein Sedativum, das beruhigend auf die zu untersuchende Person wirkt.
Was können Sie selbst bei Stridor tun?
Generell ist es ratsam, bei pfeifenden oder zischenden Atemgeräuschen zum Arzt zu gehen, um die Ursache abzuklären.
Liegt der Auslöser in einer chronischen Atemwegserkrankung wie Asthma, können Betroffene Faktoren vermeiden, die einen Asthmaanfall auslösen können. Dazu gehören zum Beispiel Zigarettenrauch und kalte Luft. Hilfreich kann auch das Führen eines Tagebuchs sein, um sich einen Überblick über mögliche Auslöser zu verschaffen. Das Erlernen der richtigen Inhalationstechnik bestimmter Medikamente und Maßnahmen zur Atemerleichterung können weitere unterstützende Bausteine einer Therapie sein.
Eltern von Kindern, die schon mehrfach einen Pseudokrupp-Anfall erlebt haben, können für den Notfall Kortison-Zäpfchen bereitlegen. Der Haus- oder Kinderarzt ist der Ansprechpartner für eine Verordnung dieses Medikaments.
Die Krankheit Epiglottitis, die ein medizinischer Notfall ist und mit Stridor einhergeht, wird durch das Bakterium Haemophilus influenza unter anderem durch Tröpfcheninfektion übertragen. Sie ist aber auch für andere Krankheiten wie eine eitrige Hirnhautentzündung, Bronchitis und Lungenentzündung verantwortlich. Gegen das weltweit vorkommende Bakterium des Typs B (Hib) existiert eine Schutzimpfung. Seit 1990 gilt sie in Österreich als Standardimpfung für Säuglinge und Kleinkinder.
Veröffentlicht am: 28.09.2026
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Quellen
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[4] Deximed. Hausarztwissen online. Atembeschwerden im Kindesalter. https://deximed.de/home/klinische-themen/paediatrie/symptome/atembeschwerden-bei-kindern
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