Nervosität - Symptome und Ursachen

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Nervosität gehört zum Leben dazu. Sie ist eine natürliche Reaktion des Körpers und kann sowohl in stressigen als auch in positiven Momenten auftreten. In manchen Fällen besteht die Nervosität aber dauerhaft oder geht mit zusätzlichen Beschwerden wie Gewichtsverlust oder Müdigkeit einher. Dann ist ärztlicher Rat erforderlich, um etwaige Grunderkrankungen wie eine Schilddrüsenüberfunktion abklären zu lassen. Oft lässt sich der Nervosität schon mit wenigen Veränderungen im Alltag entgegenwirken, zum Beispiel durch mehr Bewegung, aktive Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen sowie den Verzicht auf Kaffee und Nikotin. Aktuelle Umfragen zeigen, dass sich heute deutlich mehr Menschen dauerhaft angespannt oder innerlich unruhig fühlen als noch vor einigen Jahren – rund 80 % geben an, regelmäßig unter Stress oder Nervosität zu leiden. Gesellschaftliche Unsicherheit, Arbeitsdruck und Reizüberflutung tragen dazu bei.
Wie äußert sich Nervosität?
Nervosität ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf Stress – unabhängig davon, ob der Stress negativ oder positiv ist. Eine Person fühlt sich nervös, wenn sie unter Spannung steht und innerlich unruhig ist. Das kann sich sowohl körperlich als auch psychisch bemerkbar machen.

Körperliche Anzeichen für Nervosität sind typischerweise:
- Herzklopfen oder Herzrasen
- Blutdruckanstieg, mit roten Wangen als Folge
- Schwitzige Hände, vermehrtes Schwitzen unter den Achseln und am Haaransatz
- Verspannungen, vor allem im Nacken-, Schulter- und Kieferbereich
- Magen-Darm-Anzeichen wie Durchfall oder Verstopfung
- Zitternde Hände
- Gewichtsverlust
- Schwindel
- Müdigkeit
Auf psychischer Ebene äußert sich Nervosität in der Regel durch:
- Reizbarkeit
- Geringere Konzentrationsfähigkeit
- Schlafstörungen
Manche Menschen versuchen, ihrer Nervosität entgegenzuwirken, indem sie übermäßig viele Genussmittel wie Kaffee oder Zigaretten konsumieren – diese verstärken die Nervosität jedoch nur.
In einem positiven Kontext, zum Beispiel bei einem Auftritt oder Bewerbungsgespräch, zeigen Menschen ihre Nervosität häufig durch nervöses Lachen oder ununterbrochenes Reden. Diese positive Nervosität ist allgemein als Lampenfieber bekannt.
Man geht heute davon aus, dass das vegetative Nervensystem – insbesondere der sogenannte Vagusnerv – bei der Regulation von Nervosität eine zentrale Rolle spielt. Atemtechniken oder Meditation können den Vagusnerv stimulieren und helfen, körperliche Stressreaktionen schneller abzubauen.
Welche Ursachen können hinter Nervosität stecken?
Es gibt viele verschiedene Gründe für Nervosität. Um die Ursache herauszufinden, ist es zum Beispiel wichtig, festzustellen, ob das Symptom dauerhaft besteht oder nur in bestimmten Situationen auftritt. Liegt der Nervosität eine körperliche Ursache zugrunde, zeigen sich zudem häufig weitere Beschwerden abseits des Stressgefühls.
Eine mögliche Ursache ist eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Verantwortlich für die Symptome ist dann die übermäßige Hormonproduktion in dem Organ. Auch ein niedriger Blutdruck (Hypotonie) kann Nervosität verursachen, wenn das Gehirn nicht ausreichend durchblutet wird. Nervosität ist dann ein Stressanzeichen des Körpers.
Ein weiterer körperlich bedingter Grund für Nervosität sind andere hormonelle Vorgänge. Gerade Personen mit Menstruationszyklus sind, außerhalb und während einer Schwangerschaft oder aufgrund der Wechseljahre, davon betroffen. In diesen Phasen kommt es zu einer hormonellen Umstellung im Körper, die vorübergehend zu einem Ungleichgewicht der Hormone führt.
Oft sind die Ursachen hinter Nervosität jedoch nicht körperlicher, sondern psychischer Natur. Insbesondere bei Angsterkrankungen, Depressionen oder depressiven Verstimmungen sowie Burnout sind Betroffene manchmal dauerhaft nervös. Kommen dazu grübelnde Gedanken und ein übermäßiger Konsum von Kaffee und Nikotin, gerät der Körper in Dauerstress, was sich unter anderem als Nervosität zeigt. Zudem soll zunehmend beobachtet werden, dass Nervosität heute häufig ein Ausdruck chronischer Überforderung oder Reizüberflutung sein kann und das nicht nur als Begleitsymptom psychischer Erkrankungen, sondern als ein eigenständiges Stressphänomen im Alltag.
Nervosität kann jedoch auch positiv sein. Fast jeder Mensch ist in bestimmten Situationen nervös: Sei es vor einer Verabredung, kurz vor einem Auftritt oder im Zuge eines Bewerbungsgesprächs. Der Körper schüttet in diesen Momenten verstärkt Stresshormone aus, um die bestmögliche Leistung zu erbringen. Dadurch werden Aufmerksamkeit und Konzentration geschärft. In diesem Zusammenhang tritt die Nervosität nur vorübergehend auf und ist nicht dauerhaft.
Wann ärztlichen Rat einholen bei Nervosität?
Wann bei Nervosität eine ärztliche Abklärung erfolgen sollte, ist abhängig davon, in welchen Situationen sie auftritt und ob weitere körperliche Beschwerden bestehen.
Für sich allein genommen erfordert eine vorübergehende Nervosität meist keinen Besuch in der ärztlichen Praxis – vor allem, wenn sie auf konkrete Situationen zurückzuführen ist und danach wieder vergeht. Hat eine Person jedoch Schwierigkeiten damit, sich zu entspannen, und kommt es zu Ein- und Durchschlafstörungen, ist eine medizinische Abklärung sinnvoll. Die ärztliche Fachkraft kann in diesem Fall Entspannungstipps geben oder die betroffene Person zur weiteren Abklärung an eine psychologische Fachpraxis überweisen. Es wird empfohlen, bei dauerhafter Nervosität auf begleitende Symptome wie Herzrasen, Zittern, Konzentrationsstörungen oder starkes Schwitzen zu achten. Sie können Hinweise auf hormonelle, kardiovaskuläre oder psychische Ursachen geben.
Treten mit der Nervosität weitere Beschwerden wie übermäßiges Schwitzen, Gewichtsverlust oder Panikattacken auf, ist ärztlicher Rat unbedingt erforderlich. Es könnte sich in diesem Fall um eine behandlungsbedürftige Erkrankung wie eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Hormonstörung handeln. Auch äußere Einflüsse, wie anhaltende Krisen, wirtschaftliche Sorgen oder soziale Belastung. können Nervosität verstärken. Eine ärztliche Abklärung kann helfen, körperliche Ursachen auszuschließen und gezielt Entlastungsstrategien zu finden.
Wie sehen Diagnostik und Therapie von Nervosität aus?
In der hausärztlichen Praxis erfragt die zuständige Fachkraft zunächst in einem Anamnesegespräch, wie und wann sich die Nervosität äußert, wie lange sie anhält und ob weitere körperliche Beschwerden vorliegen. Besteht der Verdacht auf eine zugrunde liegende Erkrankung, folgen meist weitere Untersuchungen. Bestimmte Werte im Blut geben zum Beispiel Aufschluss über den Zustand der Schilddrüse und des Hormonstatus.
Ist keine körperliche Ursache ersichtlich, ist eine weitere fachliche Abklärung erforderlich, zum Beispiel in einer psychologischen Praxis. Dort lässt sich durch tiefergehende Gespräche oder Maßnahmen wie Stresstagebücher herausfinden, ob psychische Gründe wie ein Burnout für die andauernde Nervosität verantwortlich sind.
Die Behandlung von Nervosität richtet sich nach der Ursache. Ist diese körperlich bedingt, zum Beispiel durch niedrigen Blutdruck oder die Schilddrüse, können Medikamente gezielt ansetzen und die Erkrankung entweder heilen oder zumindest so einstellen, dass sie keine weiteren Beschwerden verursacht. Psychisch bedingte Nervosität erfordert meist etwas mehr Arbeit. Eine Psychotherapie kann dazu beitragen, das eigene Verhalten zu ändern und so zum Beispiel Ängsten, Stress oder Stimmungsschwankungen entgegenzuwirken. Zusätzlich können Entspannungsverfahren wie Meditation und progressive Muskelentspannung oder sanfte Sportarten wie Yoga dabei helfen, Unruhe abzubauen und die Nervosität zu reduzieren.
Was können Sie selbst bei Nervosität tun?
Wenn Sie sich häufig nervös fühlen und nur schlecht zur Ruhe finden, hinterfragen Sie einmal selbst, was genau Sie so nervös macht. Oft sind es Gründe wie Stress bei der Arbeit, der Sie unbewusst unter Druck setzt, obwohl das vielleicht gar nicht nötig wäre. Versuchen Sie, den Auslösern gezielt entgegenzuwirken. Sie können zum Beispiel aufschreiben, was Sie stresst und was Sie dagegen unternehmen können: Ein Gespräch mit den Vorgesetzten, weniger Kaffee, mehr Bewegung – schon kleine Veränderungen können viel bewegen.
Vor dem Schlafengehen und morgens nach dem Aufstehen können Sie eine kurze Achtsamkeitsübung einbauen, zum Beispiel fünf Minuten Meditation oder eine Atemübung. Das trägt dazu bei, Stress abzubauen beziehungsweise mit ruhigen Gedanken in den Tag zu starten und ihn zu beenden. Achten Sie außerdem darauf, regelmäßig zu essen, damit Ihr Körper nicht unterzuckert. Das kann nämlich ebenfalls zu Unruhe, Reizbarkeit und Nervosität führen.
Ist Ihre Nervosität durch eine Erkrankung bedingt, ist es wichtig, die verordneten Medikamente wie besprochen einzunehmen und Kontrolluntersuchungen regelmäßig wahrzunehmen. Mit der Zeit werden sich die Beschwerden und damit auch die Nervosität zurückbilden.
Veröffentlicht am: 16.03.2026
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Quellen
[1] Pschyrembel. Online. Nervosität. https://www.pschyrembel.de/Nervosit%C3%A4t/P02HR
[2] Pschyrembel. Online. Eustress. https://www.pschyrembel.de/Eustress/T01KD
[3] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). https://www.gesundheitsinformation.de/schilddruesenueberfunktion-hyperthyreose.html
[4] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Kann Johanniskraut bei Depressionen helfen? https://www.gesundheitsinformation.de/kann-johanniskraut-bei-depressionen-helfen.html
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[6] DAN Netzwerk Deutscher Apotheker. Nervosität und Reizbarkeit. https://www.apotheken.de/symptome/12854-nervositaet-und-reizbarkeit
[7] Hogrefe Verlag. Diagnostik von Stress und Stressbewältigung. https://www.hogrefe.com/de/thema/diagnostik-von-stress-und-stressbewaeltigung
[8] Pharmazeutische Zeitung (PZ). Pflanzliche Beruhigungsmittel fallen durch. https://www.pharmazeutische-zeitung.de/pflanzliche-beruhigungsmittel-fallen-durch-140330/
[9] marktforschung.de Schluss mit Reizüberflutung https://www.marktforschung.de/marktforschung/a/schluss-mit-reizueberflutung/
[10] DAK Gesundheit Innere Unruhe: Woher sie kommt und was dagegen hilft https://www.dak.de/dak/gesundheit/koerper-seele/stress/innere-unruhe_13606
[11] AOK Gesundheitsmagazin So helfen Achtsamkeitsübungen gegen innere Unruhe https://www.aok.de/pk/magazin/wohlbefinden/achtsamkeit/innere-unruhe-das-hilft-gegen-ihre-unruhezustaende/
[12] apotheken.de Nervosität und Reizbarkeit https://www.apotheken.de/symptome/12854-nervositaet-und-reizbarkeit
[13] BARMER Stress und Leistungsdruck Anforderungen – früher und heute: Wie entwickelt sich Leistungsdruck in der Gesellschaft? https://www.barmer.de/gesundheit-verstehen/psyche/stress/leistungsdruck-in-der-gesellschaft-1058580
[14] Deutsche Herzstiftung Stress, Angst, Depression: Wie Sie über den Vagusnerv Ihr Herz stärken https://herzstiftung.de/service-und-aktuelles/presse/pressemitteilungen/vagusnerv-herz-heute
[15] Die Techniker Entspann dich, Deutschland! TK-Stressstudie 2021 https://www.tk.de/resource/blob/2033600/dabd321631964c329be93cf716020397/entspann-dich-deutschland-data.pdf?
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