Entzündung im Mund – schmerzhaft und lästig

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Entzündungen im Mund haben unterschiedliche Ursachen. Sie sind aber immer lästig und erschweren es oft, ungehindert zu sprechen oder zu essen. Meist sind sie die Folge einer mangelhaften Mundhygiene, manchmal steckt auch eine Allergie dahinter oder ein geschwächtes Immunsystem. Medikamente oder bestimmte Therapien können ebenfalls dazu führen, dass die Mundschleimhaut angegriffen wird. Oft klingen die Beschwerden innerhalb weniger Tage ab, manchmal ist aber eine Behandlung notwendig. Um die Schmerzen zu lindern, stehen verschiedene Salben, Tinkturen, Spülungen oder Gele zur Verfügung. Eine gute Mundhygiene und ausgewogene Ernährung können Entzündungen im Mund vorbeugen.
Wie äußert sich eine Entzündung im Mund?
Entzündungen im Mund äußern sich auf unterschiedliche Weise und können den gesamten Mundraum betreffen. Sie treten an der Mundschleimhaut (Stomatitis), dem Zahnfleisch (Gingivitis), dem Zahnhalteapparat (Parodontitis) oder der Zunge auf und bilden dann oftmals
- mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, z. B. Aphthen
- Schwellungen,
- Rötungen,
- weißlich/gelbliche Beläge oder
- oberflächliche Geschwüre.
Manchmal macht sich die Entzündung auch durch Zahnfleischbluten bemerkbar.
Betroffene empfinden Entzündungen im Mund oft als schmerzhaft, vor allem, weil diese beim Trinken, Essen oder auch Sprechen wiederholt gereizt werden. Begleitet werden die Symptome häufig von Mundgeruch oder einem unangenehmen Geschmack.
Wie kommt es zu einer Entzündung im Mund?
Die Ursachen für eine Entzündung im Mund sind sehr unterschiedlich. Eine davon kann eine mangelhafte Mundhygiene sein. Die Mundhöhle hat eine Mundflora, die von vielen verschiedenen Bakterienarten und Pilzen gebildet wird. Diese ernähren sich von gesüßten Getränken und den Nahrungsrückständen, die nach einer Mahlzeit nicht von der Zunge, den Zahnoberflächen oder -zwischenräumen entfernt werden.
Die Bakterien bauen den Zucker in der Nahrung ab und produzieren Milchsäure. Diese reizt die Mundschleimhaut und das Zahnfleisch. Zudem entzieht sie dem schützenden Zahnschmelz Mineralien wie Kalzium oder Phosphat, wodurch er brüchig wird, die darunterliegende Zahnsubstanz freilegt und damit anfällig macht: Die Bakterien können in den Zahn einwandern, bis in den Zahnhalteapparat vordringen und diesen entzünden. Bleibt so eine Parodontitis behandelt, kann die Entzündung auf das umliegende Gewebe übergreifen und zum Zahnausfall führen. Dann ist ein Zahnersatz notwendig.
Die Mundhöhle kann aber auch aufgrund anderer Ursachen mit Entzündungen reagieren. Beispielsweise treten diese während oder als Folge einer Erkältung (grippaler Infekt) auf, wenn das Immunsystem bereits geschwächt ist. So eine Schwächung kann auch durch einen schlechten Allgemeinzustand, zum Beispiel durch Mangelernährung, hervorgerufen werden. Weitere mögliche Gründe sind unter anderem:
- Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva)
- Infektion mit Bakterien (z. B. Streptokokken), Pilzen (z. B. Candidas) oder Viren, z. B. aus der Herpes-Familie,
- Chemotherapie,
- Strahlentherapie
- Der häufige Kontakt der Mundschleimhaut zu Noxen. Dabei handelt es sich um Stoffe, die krankheitserzeugend oder schädigend beispielsweise auf die Mundschleimhaut wirken, etwa Zigarettenrauch oder Alkohol.
- Vergiftungen, z. B. durch Quecksilber
- Reaktion auf Zahnersatz
- Allergie
Aber nicht immer ist Ursache für eine Entzündung klar. Das gilt beispielsweise für Aphthen. Sie treten spontan auf und es wird vermutet, dass sie nicht ansteckend sind. Allerdings scheinen sie durch ein schwaches Immunsystem, Stress, bestimmte Nahrungsmittel, aber auch durch die Menstruation begünstigt zu werden.
Was macht der Arzt bei einer Entzündung im Mund?
Oftmals klingen Entzündungen im Mund innerhalb weniger Tage ab und machen damit einen Arztbesuch überflüssig. Sinnvoll ist es jedoch, in einer Praxis vorstellig zu werden, wenn
- sie häufiger auftreten
- sie starke Schmerzen auslösen,
- sie sich weiter auf Lippen, Kiefer oder Gesicht ausbreiten,
- sie die Folge von Behandlungen wie einer Chemotherapie, Bestrahlung oder von Medikamenten sind oder
- Begleiterscheinungen wie Fieber oder ein allgemeines Unwohlsein auftreten.
Ansprechpartner können bei Entzündungen im Mund der Haus- oder auch der Zahnarzt sein. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Folgt die Entzündung auf eine Behandlung mit bestimmten Medikamenten oder Therapien, kann es sein, dass der Arzt Alternativmedikamente verschreibt. Bei Infektionen mit Bakterien werden verschiedene Antibiotika eingesetzt, bei einer Herpesinfektion können Virostatika wie Aciclovir Abhilfe schaffen, bei Pilzen wendet der behandelnde Mediziner entsprechende Antimykotika an.
Bei starken Entzündungen kann es auch sein, dass Glukokortikoide, das heißt kortisonhaltige Medikamente, verschrieben werden. Gegen die Schmerzen sind lidocainhaltige Salben oder Gele erhältlich, die auf den entzündeten Stellen angewendet werden. Das erleichtert vor allem bei Aphthen das Sprechen oder Essen. Zusätzlich helfen verschiedene Mundspülungen und Tinkturen.
Ist das Zahnfleisch entzündet und zieht sich zurück, kann eine Zahnbehandlung nötig sein.
Was können Sie bei einer Entzündung im Mund tun?
Entzündungen im Mund sind immer unangenehm, klingen aber schnell ab, wenn sie keine ernste Ursache haben. Treten zusätzlich weitere Krankheitssymptome auf, ist es sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen.

Oftmals lassen sich diese Entzündungen mit einfachen Mitteln vorbeugen:
- Achten Sie auf Ihre Mundhygiene. Putzen Sie regelmäßig Ihre Zähne und nutzen Sie Zahnseide oder Interdentalbürstchen, um die Zahnzwischenräume zu reinigen.
- Eine ausgewogene Ernährung mit Vollkornprodukten, Obst und Gemüse sorgt dafür, dass Sie ausreichend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt sind. Dies trägt nicht nur zu Ihrer allgemeinen Gesundheit bei, sondern beugt auch beispielsweise einem Eisenmangel vor, der Entzündungen im Mund oder eingerissenen Mundwinkeln (Rhagaden) verursachen kann.
- Schränken Sie den Konsum von Zigaretten, Alkohol und zuckerhaltigen Nahrungsmitteln und Getränken ein.
- Wenn Sie oft einen trockenen Mund haben, kann es sinnvoll sein, den Speichelfluss mit zuckerfreien Kaugummis oder Bonbons anzuregen. Wichtig ist es auch darauf zu achten, dass Sie über den Tag verteilt ausreichend (Wasser) trinken.
- Ist die Entzündung im Mund akut, kann es sinnvoll sein, weiche Speisen zu sich zu nehmen und darauf zu achten, dass sie nicht zu heiß oder zu scharf gewürzt sind.
Veröffentlicht am: 10.08.2026
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Quellen:
[1] Pschyrembel online. Stomatitis. https://www.pschyrembel.de/Stomatitis/K0LN8/doc/
[2] Pschyrembel online. Aphthen. https://www.pschyrembel.de/Aphten/K02PX/doc/
[3] Pschyrembel online. Noma. https://www.pschyrembel.de/Noma/K0FD9
[4] Gesundheitsinformation.de. Pilzinfektion in der Mundhöhle (orale Candidose) https://www.gesundheitsinformation.de/pilzinfektion-der-mundhoehle-orale-candidose.html
[5] Gesundheitsinformation.de. Wunde Stelle im Mund – was kann man selbst tun? https://www.gesundheitsinformation.de/wunde-stellen-im-mund-was-kann-man-selbst-tun.html
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