Spinalkanalstenose - Symptome, Ursache und Behandlung

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Die Spinalkanalstenose ist eine Erkrankung, bei welcher der Rückenmarkskanal an einer Stelle verengt ist. Dadurch wird auch das darin verlaufende Rückenmark eingeengt, und es wird Druck darauf ausgeübt. Vor allem Bereiche im unteren Rücken sind davon betroffen, seltener der Nacken. Das hat meist Rückenschmerzen zur Folge, wobei die Schmerzen bis in die Beine ausstrahlen können. Zudem können Muskelschwäche und Sensibilitätsstörungen in den Extremitäten auftreten. Die Erkrankung entwickelt sich meist erst im höheren Alter und ist die Folge von altersbedingten Degenerationsprozessen. Sie ist mit konservativen Methoden wie Physiotherapie und Bewegungstrainings behandelbar. Manchmal ist jedoch eine Operation nötig.
Was ist eine Spinalkanalstenose und wie äußert sie sich?
Die Spinalkanalstenose ist eine Erkrankung, bei der der Raum um das Rückenmark, der Spinalkanal, verengt ist. Dadurch wird Druck auf das Rückenmark und/oder die Nervenwurzeln im betroffenen Bereich ausgeübt. Häufig betroffen ist der untere Rücken, also der Lendenbereich (lumbale Spinalkanalstenose), und seltener der Nacken (zervikale Spinalkanalstenose). Das kann je nach Ort der Stenose zu Beschwerden im Rücken, in den Armen oder Beinen führen. So treten bei einer lumbalen Spinalkanalstenose zum Beispiel Rückenschmerzen auf, die bis ins Gesäß und die Beine ausstrahlen können, sowie Taubheitsgefühle und Muskelschwäche bis hin zu Lähmungserscheinungen in einem oder beiden Beinen. Ist der Nacken betroffen, zeigen sich entsprechende Beschwerden vorrangig in den Armen und teils im oberen Rücken beziehungsweise der Schulter.
Was verursacht eine Spinalkanalstenose?
Verschiedene Faktoren können zu einer Spinalkanalstenose führen. Häufige Ursachen sind:
- Alterungsprozesse: Mit fortschreitendem Alter können sich Veränderungen wie Knochenwucherungen, Verdickung von Bändern oder Degeneration von Bandscheiben entwickeln, die den Spinalkanal einengen. Eine Spinalkanalstenose tritt daher meist bei Menschen ab 65 Jahren auf.
- Rückenverletzungen: Traumata wie Knochenbrüche (Frakturen) oder Ausrenkungen (Dislokationen) können sofort oder im Laufe der Zeit zu einer Stenose führen.
- Erkrankungen: Bestimmte Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Osteoporose können das Risiko einer Spinalkanalstenose erhöhen. Tumoren, die aufgrund ihres Wachstums mehr Platz im Rückenmarkskanal einnehmen, können diesen einengen.
- Genetische Faktoren: Ein natürlich enger Spinalkanal kann vererbt sein und das Risiko für eine Stenose erhöhen. Eine erblich bedingte Stenose kann entsprechend auch jüngere Menschen betreffen.
Wann ärztlichen Rat einholen bei einer Spinalkanalstenose?
Bei anhaltenden Rückenschmerzen, Taubheitsgefühlen in den Extremitäten oder Schwäche in den Beinen ist es wichtig, diese Beschwerden ärztlich abklären zu lassen. Besonders, wenn diese Symptome beim Gehen auftreten und sich beim Vornüberbeugen oder Sitzen bessern, kann dies ein Hinweis auf eine Spinalkanalstenose sein.
Wie sehen Diagnostik und Therapie bei einer Spinalkanalstenose aus?
Wenn Betroffene Schmerzen im Rücken verspüren, gehen sie oft von einer Erkrankung des Bewegungsapparats aus. Daher werden sie meist zuerst in der hausärztlichen Praxis und/oder in der Orthopädie vorstellig. Da bei einer Spinalkanalstenose jedoch das Rückenmark betroffen ist, sind Fachärzte bzw. Fachärztinnen der Neurologie in der Regel die richtigen Ansprechpersonen, um die Erkrankung zu diagnostizieren.
Die Diagnose einer Spinalkanalstenose erfolgt üblicherweise durch eine Kombination aus einer körperlichen Untersuchung, bei der unter anderem die Körperhaltung sowie Form der Wirbelsäule begutachtet und die Schmerzquelle lokalisiert werden. Daneben lassen sich verschiedene weitere Untersuchungsmethoden anwenden. Zu diesen zählen bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) und manchmal elektrophysiologische Tests, um die Funktionsfähigkeit der Nerven zu überprüfen. Die Bildgebung dient dazu, strukturelle Veränderungen im Bereich des Spinalkanals und der Wirbelsäule aufzudecken.
Die Behandlung der Spinalkanalstenose hängt sowohl vom Schweregrad als auch von den Symptomen, der Ursache und dem Ort der Stenose ab. Mögliche Therapieansätze sind:
- Konservative Maßnahmen: Dazu gehören Physiotherapie, physikalische Therapie inklusive Massagen, Akupunktur sowie Ultraschall zum Lösen von Verspannung mithilfe von Vibrationstechniken. Es ist möglich, ein Korsett zur Stabilisierung der Wirbelsäule einzusetzen. Üblich ist auch ein Schmerzmanagement, zum Beispiel mit nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) beziehungsweise Antiphlogistika (NSAID). Manchmal sind bei akuten oder andauernden Schmerzen zudem Injektionen zur Schmerzlinderung notwendig. Dabei wird ein lokales Betäubungsmittel und/oder ein entzündungshemmendes Medikament direkt in den Spinalkanal (Epiduralraumtherapie) gespritzt. Je nach betroffenem Bereich kann das Medikament auch an einer Nervenwurzel (periradikuläre Therapie, PRT) verabreicht werden.
- Operative Eingriffe: In schweren Fällen kann eine Operation notwendig sein, um den Druck auf das Rückenmark oder die Nerven zu verringern. Die Art des Eingriffs richtet sich dabei stark nach der Ursache, dem Ort und Umfang der Stenose.
Was können Sie selbst bei einer Spinalkanalstenose tun?
Was können Sie selbst bei einer Spinalkanalstenose tun?
Veröffentlicht am: 11.05.2026
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ICD Code(s)
ICD Codes sind Internationale statistische Klassifikationen der Krankheiten zu finden z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) oder Ärztebriefen. Die Zuordnung basiert auf dem Diagnoseschlüssel ICD-10 BMSGPK 2022 (März 2022)
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Quellen:
[1] Bundesministerium für Gesundheit. Spinalkanalstenose. https://gesund.bund.de/spinalkanalstenose
[2] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Spinalkanalstenose im unteren Rücken. https://www.gesundheitsinformation.de/spinalkanalstenose-im-unteren-ruecken.html
[3] Deutsches Zentrum für Orthopädie. Spinalkanalstenose: Die Einengung der Wirbelsäule. https://deutsches-zentrum-fuer-orthopaedie.de/wirbelsaeule/die-haeufigsten-wirbelsaeulenbefunde/spinalkanalstenose
[6] Universitätsklinik für Neurochirurgie Bern. Lumbale spinale Stenose. https://neurochirurgie.insel.ch/erkrankungen-spezialgebiete/wirbelsaeule/lumbale-spinale-stenose
[5] Pschyrembel. Online. Spinalkanalstenose. https://www.pschyrembel.de/Spinalkanalstenose/K00CH
[6] Deximed Hausarztwissen online. Spinalkanalstenose. https://deximed.de/home/klinische-themen/neurologie/patienteninformationen/wirbelsaeulen-und-rueckenmarksschaeden/spinalkanalstenose
[7] Malteser. Spinalkanalstenose. https://www.wirbelsaeulenzentrum-erlangen.de/hauptmenue/spinalkanalstenose.html
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