8. MKP-Untersuchung

8. MKP-Untersuchung

Die Vorsorgeuntersuchung U8 findet im Alter von 4 Jahren statt. Bestenfalls also zwischen dem 46. und dem 48. Lebensmonat Ihres Kindes. Frühestens können Sie die Untersuchung im 43. Monat und spätestens im 50. Monat in Anspruch nehmen. Bei der U8 handelt es sich um eine besonders umfassende Untersuchung, bei der die motorischen, sozialen und sprachlichen Fähigkeiten Ihres Kindes, der Gesundheitszustand im Allgemeinen sowie das Hör- und Sehvermögen getestet werden. Der Kinderarzt beurteilt die geistige Reife des Kindes und informiert sich über das soziale Verhalten. Er weist auf die zahnärztliche Früherkennungsuntersuchung hin und informiert Sie über wichtige Impfungen, entsprechend den Empfehlungen der STIKO (= ständige Impfkommission). Die STIKO gibt einmal jährlich Empfehlungen und Begründungen bezüglich der Standard-schutzimpfungen für Erwachsene und Kinder.

8. Mutter-Kind-Pass-Untersuchung: Vorsorge von Kopf bis Fuß.

Mit etwa vier Jahren, zwischen dem 46. und 50. Lebensmonat, müssen die Kleinen in Österreich  zur 8. Mutter-Kind-Pass-Untersuchung (MPK). Sie ist eine von zehn vom Staat vorgeschriebenen Pflichtuntersuchungen für Kinder bis zum 5. Lebensjahr. Meist müssen sich Eltern aber nicht extra um den Termin kümmern. Kinderärzte führen die wichtige Untersuchung routinemäßig durch und vermerken das im Mutter-Kind-Pass.

Die Kinderärztin oder der Kinderarzt überprüft bei dieser Ausgabe der MPK-Untersuchungen die geistige und körperliche Entwicklung sowie die Beweglichkeit und Geschicklichkeit des Kindes. In diesem Alter sollte die Sprachentwicklung bereits abgeschlossen sein. Wenn das Kind besondere Unterstützung braucht, wird die betreuende Kinderärztin oder der Kinderarzt mit den Eltern spezielle Fördermaßnahmen besprechen. Bei Sprachproblemen kann eine Logopädin oder ein Logopäde dabei helfen, dass das Kind beim Schuleintritt fehlerfrei sprechen kann. Auch das Gebiss der Kleinen wird bei dieser Untersuchung kontrolliert und der Impfplan gemeinsam mit den Eltern besprochen. Kommt das Kind erst jetzt in eine Betreuungseinrichtung, ist ein umfassender Impfschutz gegen ansteckende Kinderkrankheiten sehr wichtig.

Wie läuft die 8. MKP-Untersuchung ab?

Zunächst wird der Arzt mit den Eltern ausführlich über das Verhalten Ihres Kindes sprechen.

  • Gibt es Verhaltensauffälligkeiten? Ist das Kind ein Bettnässer oder hat es vielleicht Schlafprobleme?
  • Freut sich das Kind auf den Kindergarten und die anderen Kinder oder hat es noch Probleme mit der Trennung von den Eltern?
  • Kann es alleine essen, und beginnt es, sich alleine anzuziehen?
  • Wie spielt es? Spielt es mit anderen Kindern? Wie ist sein Sozialverhalten?
  • Wie bewegt sich das Kind? Gibt es motorische Auffälligkeiten?

Nun folgt die eigentliche Untersuchung. Es wird die Körpergröße und das Gewicht Ihres Kindes gemessen. Der Blutdruck wird ebenfalls gemessen und Herz, Lunge und Bauch abgehört. Es folgt ein Hör- und Sehtest und die Kontrolle der Milchzähne, sofern dies nicht schon beim Zahnarzt erfolgt ist. Das Kind muss eine Urinprobe abgeben, die unter anderem auf Bakterien getestet wird.

Mit Hilfe einiger simpler Übungen kann die Kinderärztin oder der Kinderarzt die altersgemäße Entwicklung der Grob- und Feinmotorik des Kindes überprüfen. Dazu gehört das Zeichnen von einfachen Formen, das Stehen auf einem Bein oder das in die Luft springen mit beiden Beinen gleichzeitig. In einem kurzen Gespräch wird der Wortschatz der Kleinen überprüft.

  • Wie ist die Sprachentwicklung Ihres Kindes? Ist die Aussprache verständlich oder gibt es Störungen, wie Stottern oder Stammeln?
  • Kann das Kind ganze Sätze und „Ich-Sätze“ bilden?
  • Spricht es seinen Vor- und Nachnamen?

Gibt es Lücken oder Fehler in der Aussprache, ist bis zum Schuleintritt noch genügend Zeit für eventuelle Förderprogramme.

Angst vorm Onkel Doktor? Bereiten Sie Ihr Kind gut vor.

Vielleicht zeigt Ihr Kind schon deutlich, dass es nicht gern zum Arzt geht oder sogar Angst davor hat. Bereiten Sie Ihr Kind auf den Besuch beim Arzt vor. Schauen Sie sich zum Beispiel zuvor ein Bilderbuch mit einem netten Onkel Doktor an oder schenken Sie Ihrem Kind ein kleines Arztköfferchen, mit dem es selbst zum Arzt werden und Freunde, Eltern oder den Teddy behandeln kann. Steht etwas Unangenehmes wie Impfen oder Blutabnahme an, sollten Sie ehrlich zu Ihrem Kind sein. Anstatt „Das tut doch überhaupt nicht weh“, sollten Sie versuchen dem Kind die Notwendigkeit zu erklären. Wenn das Kind eine unangenehme Behandlung überstanden hat, darf die Tapferkeit ruhig mit der Erfüllung eines kleinen Wunsches belohnt werden.

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