Fast die Hälfte aller erwachsenen Menschen über 35 leidet unter Hämorrhoiden. Viele Betroffene sprechen aber nicht gerne über das intime Thema und vermeiden deswegen auch lieber den Arztbesuch. Dabei sind Hämorrhoiden eigentlich nichts Schlimmes und können mit ein wenig Geduld und Achtsamkeit gut behandelt oder gleich vermieden werden.

Hämorrhoiden heißen die kleinen Blutgefäße im Afterbereich. Mit zunehmendem Alter, durch eine Schwangerschaft, falsche Ernährung oder Flüssigkeitsmangel im Körper, kann das Gewebe in dieser Region schwächeln oder die Durchblutung schlechter werden. Dann schwellen die Hämorrhoiden an, was zu Schmerzen oder sogar leichten Blutungen führen kann. Im Anfangsstadium sind die Schwellungen kaum spürbar. Erst mit der Zeit kommt es zu Juckreiz, Nässen, Schmerzen und Blutungen. Das Blut ist dann nicht mit dem Stuhl vermischt. Es macht sich erst am Papier oder der Klosettbrille bemerkbar.

Wie kommt es zu einem Hämorrhoidenleiden?

Ursache für eine schmerzhafte Schwellung der Blutgefäße zwischen Mastdarm und After kann eine angeborene Bindegewebsschwäche oder übermäßige Belastung wie starkes Pressen bei chronischer Verstopfung sein. Auch während der Schwangerschaft, wenn sich das gesamte Gewebe im Körper lockert, um die Geburt zu erleichtern, können leicht Probleme mit den Hämorrhoiden entstehen. Die Geburt selbst, mit der verbundenen Anstrengung, kann die Schwellungen obendrein begünstigen. Weitere Gründe können Übergewicht, ballaststoffarmes Essen oder übertriebene Hygiene, wie etwa das Verwenden von feuchtem Toilettenpapier, sein.

Wie kann ich Hämorrhoiden behandeln?

Entzündungshemmende und wundheilende Inhaltsstoffe in Cremen oder Zäpfen beruhigen, ziehen die Gefäße zusammen und können so die Schwellung verkleinern. Zäpfchen sind hier oft sinnvoller, da sie länger an Ort und Stelle bleiben. Halten Sie die empfindliche Körperstelle um den After sauber, aber verzichten Sie auf zusätzliche Reizungen wie Seife oder Klopapier. Um die Reibung zu vermeiden, können Sie statt Klopapier einfach Wasser zum Reinigen nach dem Stuhlgang verwenden. Tupfen Sie den Bereich danach vorsichtig mit weichem Papier trocken. Sitzbäder mit Kamillentee oder Eichenrindenextrakt können die Beschwerden rasch aber sanft lindern. Ein Sitzkissen in Donut-Form erleichtert längeres Sitzen und verhindert zusätzliche Reibung.

Klug essen und richtig sitzen

Probleme mit zu hartem Stuhl können mit einer Ernährungsumstellung manchmal gelöst werden. Ausreichend Ballaststoffe und viel Flüssigkeit in der Nahrung regt die Darmtätigkeit an, wodurch der Nahrungsbrei besser verschleimt werden kann. Der Stuhl wird dadurch nicht nur weicher, wichtige Nährstoffe können durch die längere Verdauungszeit besser vom Körper aufgenommen werden. Das fördert die allgemeine und lokale Durchblutung. Mit einem kleinen Hocker können Sie während dem Stuhlgang auf der Toilettenschüssel die natürliche Hockstellung einnehmen. Das erleichtert und beschleunigt den Vorgang. Flohsamenschalen oder Chia-Samen, die über das Müsli oder Salate gestreut werden, haben eine anregende Wirkung auf die Verdauung. Spezielle Kegel-Übungen oder Sportarten wie Yoga oder Pilates stärken Muskulatur und das Gewebe im Beckenbodenbereich.

Wenn Sie regelmäßig unter Problemen mit den Hämorrhoiden leiden, sollten Sie aber unbedingt Ihren Arzt aufsuchen. Blutungen im Afterbereich können auch andere Ursachen haben, die sie mit einer gründlichen Untersuchung ausschließen sollten.